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Dibre Emeth · 1905-01-01 · 1 (1905) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 Ju I. Mose I. Durch ein Wunder hat Gott die Welt erschaffen. Durch ein Wunder erschien die erste Pflanze auf der Erde. Denn soweit wir auch die Ursachen von Erscheinungen verfolgen können, welche stufenweise von den nächsten zu entfernteren fortführen: immer kommen wir auf Eine Ursache, die außerhalb der Körperwelt liegt; immer kommen wir auf ein Wunder. (R. G. Bischof, der Begründer der chemischen Geologie, gest. 1(870.) Jit 1. Mose 6, 14 ff. Der in Bremerhaven erscheinende „Pilger zur Heimat" beantwortete kürzlich ({tyOQ-, Nr. 56) die Frage nach der Seetüchtigkeit der Arche Noahs. Er veröffentlichte hierbei Auszüge aus einer amerikanischen Bchiffahrtszeitung, die sich mit derselben Frage beschäftigt hatte. Viele Lchiffsbaumeister haben, wie diese Zeitung sagt, über die Maße der Arche geschrieben und Noahs Bau als ein ausgezeichnetes Seeschiff und als einen einträglichen und zuverlässigen Lastenträger bezeichnet. Die Phönizier, Griechen, Römer und andere Völker der alten und noch der neuen Zeit standen hinter Noah, dem Vater der Schiffsbaukunst, weit zurück. Im \7. Jahrhundert baute der Holländer Peter Jansen ein Fahrzeug nach den Größenverhältnissen der Arche. Dasselbe brachte seinen Eigentümern viel Geld ein. Aber erst die allerneueste Zeit hat es verstanden, eine größere Anzahl von Fahrzeugen zu bauen, die mit der Arche verglichen werden können. Nach der Bibel war die letztere H80 Fuß lang, 80 breit, ^8 tief. Ihr Raumgehalt betrug \\%\o Tons. Sie hatte viel Raum für paare der verschiedenen Tierarten (Buffon zahlt deren 2^). Sie konnte außerdem 1(000 Personen tragen und viele Lebensmittel aufnehmen. Diesem Schiffstyp hat man sich in den letzten zehn Jahren beim Bau von Ozean- und Binnenfrachtdampfern in Amerika eng angeschlossen. Aber auch in Europa folgt man der Arche vielfach in den allgemeinen Abmessungen. Nur in der Breite bleibt die Arche, der es nicht auf eine möglichst schnelle Bewegung ankam, unerreicht. Auch der englische Dampfer „Baltic", das größte Schiff der Welthandelsflotte, ist nur 75 Fuß breit. Der deutsche Schnelldampfer „Deutschland" hat eine Breite von 67, eine Tiefe von Fuß, übertrifft aber die Arche in seiner Länge, die 665 Fuß, und in seinen: Raumgehalt, der 1(6 500 Tons beträgt. Schiffe von mehr als 1(1(000 Tons sind heutzutage nicht selten. Die Hamburg- Amerika-Linie allein besitzt zehn solcher Schiffe. Ju Joh. 11, 28 b. In einen: Krankenhause hatte eine Diakonissin nrehrere Zimmer zu bedienen, in denen Schwerkranke lagen. Auf die teilnehmende Frage eines Arztes, ob ihr die Arbeit nicht oft zu schwer werde, schüttelte sie verneinend das Haupt. Hierbei blickte sie auf ein Bibelwort, welches in einem schmucklosen Rahmen über ihrem Bette und unter der von den Kranken zu benützenden Glocke hing. Es war das Wort der Wartha an Maria: „Der Meister ist da und ruft dich." Mit diesem Wort besiegte die Diakonissin alle Müdigkeit. In der Erinnerung an diesen kleinen Vorfall sagte der Arzt später, er habe selten so wie damals einen tiefen Eindruck von der Kraft erhalten, die den: rechten Ehristenglauben innewohnt. In Apg. 20, 27. Den Rat des höchsten Gottes wollten einst die Sibyllen verkündigen. Das Wort Sibylle wird von 2Uog (dorisch Jtog) ßovhj abgeleitet. Das Altertum kennt zwölf Sibyllen. Eine derselben, die Eumäische, brachte dem römischen Könige Tarquinius Superbus neun Bücher, welche ihre Aufzeichnungen enthielten. Dem Könige war der geforderte Preis zu hoch. Da warf die Sibylle zweimal drei Bücher ins Feuer. Die letzten drei blieben erhalten, da Tarquinius für sie las bezahlte, was alle neun hatten kosten sollen. Fortan dienten sie den Römern als Schicksalsbücher (libri fatales). Zuerst wurden sie zwei, dann zehn, später \5 Männern zur Aufbewahrung und Befragung übergeben. Als sie durchs Feuer vernichtet waren, sammelte der Senat einzelne Aussprüche jener angeblich prophetischen Frau. Augustus veranstaltete eine neue Ausgabe, und dies Buch wurde in einem goldenen Kästchen aufbewahrt. Zu allen Zeiten knüpfte sich an dieses Schrifttum mannigfacher Betrug an. — Den wahren Rat Gottes lernten die Gottesknechte des Alten und des Neuen Bundes kennen. So konnten sie ihn denn auch andern rnündlich oder schriftlich offenbaren. Wer diesem enthüllten göttlichen Rate folgt, der ist aufs beste beraten. Wer ihn verschn:äht, der muß endlich in seiner selbstverschuldeten Ratlosigkeit zu Grunde gehen. Ire Wasaineger in Hstafrilur wurden schon von Prof. v. Luschan wegen körperlicher Merkmale als Semiten bezeichnet. Jetzt behauptet auch der preußische Hauptmann und Kompaniechef Merker auf Grund längerer Beobachtungen dieses Volkes die semitische Herkunft desselben. In seinem kürzlich erschienenen Buch über die Masai sucht er diese Behauptung mit dem Nachweis der auf dem Gebiet des Seelenlebens zu Tage tretenden Übereinstimmung zu begründen. Tr fand am Kilimandscharo merkwürdige Anklänge aus Alte Testament. Z. B. erzählen die Masai: Oie Erde war anfangs eine öde, dürre wüste, in welcher ein Drache hauste. Da stieg Gott vom Himmel herab, bekämpfte den Drachen und besiegte ihn. An dem Ort, an welchem des Drachen Blut geflossen war, entstand das Paradies. Daun schuf Gott durch sein wort Sonne, Mond, Sterne, Pflanzen und Tiere. Endlich rief er das erste Menscheupaar ins Leben. Diesen: verbot er von den Früchten eines Baumes zu essen. Als er einst die Menschen besuchte, versteckten sie sich vor ihn:. Als er sie fand, gestand das Weib, daß sie auf den Rat der dreiköpfigen Schlange jenes Verbot übertreten hätten. Gottes Zorn verbannte jetzt die

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