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Dibre Emeth · 1905-01-01 · 1 (1905) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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England eine gute Stellung gefunden hatte, an den ersten Lehrer der Anstalt: „^d) konnte die empfangene Unterweisung nicht vergessen. Der Einfluß eines wahren Lhristen kann nie aufhören. Der Unterricht, den ich genossen, und die Hingebung, in der ich als Schüler gelebt hatte, führten mich schließlich zu dem Heiland zurück, der uns liebt. Er ist mein, und ich bin fein. Gott sei gepriesen für die Schule in Jerusalem!" Wieviel Segen auch ein Ehrist aus Israel in seiner Umgebung verbreiten kann, zeigt unser Jahresbericht an verschiedenen Stellen. Ein solcher Ehrist besuchte alle Missionsversammlungen in einem Bezirk von London. Wegen seines ehrwürdigen Aussehens nannte inan ihn „Vater Abraham". Als seine zwölfjährige Tochter im Sterben lag, bekannte sie, daß Jesus auch ihr Messias sei. Der Vater wollte sie daher christlich beerdigen lassen. Aber sein erwachsener Sohn widersetzte sich den: mit aller Uraft. Da sprach der Vater mit dem jungen Wanne angesichts des toten Rindes so eindringlich über den göttlichen Erlöser der Menschen, daß der Sohn anderen Sinnes wurde. Seither begleitet der letztere seinen Vater in die christlichen Gottesdienste. Ein in Wandsbek getaufter Bäcker schrieb aus seinen: b)eimatlande, in welchem er Arbeit gefunden hat: „Der HErr hat mich hier gesegnet. Jeden Sonntag kommen mehrere Leute, Juden und Lhristen, zu mir, um mit mir die Bibel zu lesen. Einige gehen mit in die Airche. Vor einigen Wochen arbeitete ich bei einem jüdischen Meister. Als dieser mich eines Morgens in: Backhause auf den Anieen fand, fragte er mich: „Vor wenn knieen Sie?" Ich antwortete: „Ich kniee vor unserm Heiland, der sein Blut für uns vergossen hat, und der auch für Sie gestorben ist, wenn Sie an ihn glauben." Ich zeigte ihm viele Stellen aus dem Alten und dem Neuen Testament und erzählte ihnl, wie ich Iesum als rneinen Messias und Heiland und mit ihm inneren Frieden gefunden habe. Dann lieh ich ihn: meine große Bibel. Seither bat er mich um ein Neues Testament." Eil: profelyt mußte sich einer Operation unterziehen. Einer seiner Aerzte war ein Jude. Dieser, der U)u täglich besuchte, bat ihn eines Morgens um seine Fürbitte. „Sie sind glücklich", sagte der Arzt, „ich bin ein unglücklicher Mensch. Ich wünschte, ich könnte so glauben wie Sie." Ein Iudenchrist, der vor vielen Jahren in Aischinew zu Ehristo geführt worden war, starb m Jerusalem. Bis zuletzt freute er sich, wenn man ihm aus der Bibel vorlas oder mit ihm betete. Er glaubte fest, daß Gott ihn aus Gnaden run Ehristi willen annehme, und er bekannte diesen Glaube:: fröhlich auf seineni Sterbebett. In Bukarest konnte man diesmal am Iom- Rippur einen Gottesdienst im Freien, im Schulhof, veranstalten. Die Zahl der Teilnehmer betrug etwa 400. In persien durfte man wieder wie in früheren Jahren gelegentlich eine Synagoge als predigtstätte j benutzen. Auch hielt der in Teheran angeftellte Missionar in einen: von ihn: gemieteten Garten! abends von 8 bis 9V2 Uhr Versammlungen ab, in! denen das Matthäusevangeliun:, der Hebräerbrief 1 und das 5. Buch Mose durchgenommen wurden.! hierbei entstand bei vielen Teilnehmern der Wunsch,! sich taufen zu lassen. Einige derselben besuchten > dann regelmäßig den sonntäglichen Missionsgottesdienst. j Aus der Schriftenverteilung sei erwähnt, daß in i Rumänien (0 558 Bücher verkauft oder verschenkt! wurden. Der Erlös betrug 60 £ (( s. Die beiden I Missionsärzte in Jerusalem behandelten (023 Aranke! in: Missionshospital und außerdem 4396 in 2726 z Häusern der Stadt. Auf den 49 Missionsplätzen! der Gesellschaft waren 2(3 Angestellte tätig, zu denen noch 36 Missionarsfrauen kommen, so daß im ganzen 249 Personen in: Dienst der Gesellschaft standen. __ Dr. Thomas Chaplin. In: Jahre (860 trat ein junger englischer Arzt, Di'. Ehaplin, in den Dienst der L. I.-M. Derselbe wurde nach Jerusalem gesandt und mit der Leitung des dortigen Missionshofpitals betraut. Er hatte diesen wichtigen Posten 25 Jahre lang inne. Er wirkte in: Sinne seines vortrefflichen Vorgängers, des Dr. Macgowan. Chaplins Einfluß reichte über Jerusalem weit hinaus. Innerhalb und außerhalb der heiligen Stadt nannten viele Juden seinen Namen mit Ehrerbietung. Viele erkannten, daß Dr. Ehaplin nicht nur ein tüchtiger Arzt, sondern ein aufrichtiger! Freund Israels war. In ganz Palästina wurde er als „der große englische Doktor" bezeichnet. Dankbare Pfleglinge aber nannten ihn „den Engel". Nachdem er sein Amt 25 Jahre lang verwaltet hatte, kehrte er nach England zurück. Ein Jahr später, (886, ernannte ihn der Vorstand zum Missionsinspektor.! In dieser Eigenschaft hatte er große Reisen zu j unternehmen, die ihn mit den zahlreichen Angestellten j der Gesellschaft in persönliche Berührung brachten. | (89( übertrug man ihm auch noch die Leitung der! ärztlichen Mission in London (Whitechapel). (902 legte er beide Ämter nieder. Am 20. September (90-( entschlief er im 7% Lebensjahre zu St. Leonard'son-Sea an der Südküste Englands, wo er seine letzten Tage zugebracht hatte. Den Entschlafenen beseelte wahre, tiefe Frömmigkeit. Ebendeshalb befaß er auch Willensfestigkeit und Herzensdemut. Mit der L. I.-M. betrauern ihn die englische Gesellschaft zur Erforschung Palästinas, die Britische und Ausländische Bibelgesellschaft und die große Airchliche Missionsgesellschaft als einen fleißigen Mitarbeiter. Aber auch eine große Anzahl persönlicher Freunde beklagt das Hinscheiden des edlen Mannes. Er ruhe in Frieden, und das ewige Licht leuchte ihn:!

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