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Dibre Emeth · 1905-01-01 · 1 (1905) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 Menschen au* dein paradicse und verurteilte die Schlange dazu, in Trdlöcberu zu wahnen. Der Morgenstern, der ans Gotte* Geheiß die Migehorsamen ans dem Paradiese vertrieb, bemachte fortan die Tür des letzteren. Als die Menschen sich vermehrten, wurde auch die Sünde größer. Tine furchtbare Strafe der Sünde war die ^flut, die alles bedeckte. Hm* der fromme Tnmbainot blieb mit seiner Familie und einer Anzahl Tiere am Leben, da er nach Gottes Befehl für sich und sie einen Holzkasten gebaut batte. The sich die Wasser verliefen, sandte Tnmbainot eine Taube ltnb einen Aasgeier aus, um den Stand der Fluten 511 erkunden. Beim Äussieigen aus dem Kasten wurden er und die Seinigen von einem Regenbogen begrüßt und so der göttlichen Gnade versichert. Durch Marumi besah! Gott den Masai die Beschneidung ihrer Kinder. Auch verkündigte Marumi von einem Berge zehn weitere Gebote, z. B. die Forderungen, nur den einen Gott zu verehren und ihn nicht abzubilden, ferner nicht zu töten und nxd}t die The zu brechen. Wir übergehen andere Berührungspunkte zwischen den Überlieferungen des oftafrikanischen Negervolkes und der Bibel. Merker meint, daß die Masai aus bem nördlichen Teil der arabischen Halbinsel stammen. Sie wanderten nach ihm in drei großen Heerhaufen zu verschiedenen Zeiten in (Östafrika ein, wo sie als Hirten, Jäger und Bauber die weiten steinigen Flächen, die man jetzt Masaisteppen nennt, in Besitz nahmen. (Ob auch die Sprache der Masai die Annahme, daß sie semitischer Herkunft seien, begünstigt, werden wir wohl bald erfahren. Merker kündigt das Erscheinen einer Arbeit von Deck an, welche über diesen Punkt Klarheit schaffen werde. Eine Zigennergefchichte aus J^afä/tma. Auch im heiligen Laude erscheinen Angehörige des i aus Indien stammenden Zigeunervolkes. Auch hier sprechen die Zigeuner ihre eigentümliche Sprache und ernähren sie sich mit Kesselflicken, Wahrsagen und Diebereien. Als man vor einigen Jahren ins hebroner Missionshaus einbrach, erklärten, die Regierungsoeamten, das hätten Zigeuner getan. Tiner der Beamten erzählte dein Missionar Hanauer bei dieser Gelegenheit eine Geschichte, welche ebenso sehr die Lift der Zigeuner wie die Leichtgläubigkeit der (Orientalen beleuchtet. Zwei Zigeuner bemerkten, daß ein reicher Manu den hübschen Tsel,! auf dem er geritten war, anband und daun in ein Haus ein-! trat. Sie eilten herbei und nahmen dem Tsel ^amn und j Sattel atu hierauf legte der eine denn aubeni diese beiden i Stücke au, um ihn sodann an dcm Platz festznbindeu, wo vor-! her der Esel gestanden hatte. Endlich führte er das Tier fort.! Als der Besitzer des letzteren wieder ans dem Hanse kam, i war er nicht wenig erstaunt, statt seines Tsels einen gezäumten j und gesattelten Zigeuner zu erblicken. Tr fragte diesen: „Was . bedeutet das?" Da antwortete der Zigeuner ganz ruhig: „Ich! bin ja Dein Tsel. Mein Vater ist ein großer Zauberer und! hat 'mich ciujt in seinem Zorn irr einen Tsel verwandelt.! Wahrend Dir gerade im Hause warst, endete die Zeit, in i welcher der Zauber Gewalt über mich hatte. Deshalb habe j ich die menschliche Gestalt wieder erhalten. Ich bin aber ab-! sichtlich gezäumt und gesattelt hier gebliybeii, damit Du nicht! argwöhnen könnest, jemand habe Dein Tier gestohlen." Der! Zigeuner wußte die Sache so darzustellen, daß der Besitzer des j Tsels ihm noch einen Bachscbisch für geleistete Dienste und erlittene Schlage verabreichte, ehe er ihm Zaum und Sattel abnahm und ihn ziehen ließ. Nach wenigen Tagen begab sich der Reiche nach Lydda, wo wöchentlich ein Dieb mar kt abgehalten wird, um sich einen anderen Tsel zu kaufen. Wie Überrascht war er, als er hier ein 311111 Der kauf ansgestelltes Tier sah, welches seinein früheren völlig glich! Ja, es war offenbar dasselbe. Als der Mann sich davon überzeugt batte, flüsterte er dein Tsel ins (Ohr: „hast Dn Dich wieder mit > Deinem Dater gezankt?" Das Tier, dem das Geräusch in > seinen! (Ohr unangenehm nur. s biittelle den Kops. Da glaubte der ehemalige Tigentümer, es habe hiermit seine Frage bejaht. Tr jagte: „Aha' Aber verlaß Dich darauf: ich werde Di b nicht wiederkau fen." Indische Lljloniü. In Berlin wurden zwei Synagogen eingeweiht, von denen die eine 2000. die aitXTc rr,n Plätze hat. Der Bibliothekar der jüdische?! Gemeinde, Dr. Fromer, wurde aus feinem Dienst entlassen, weil cr in der „Zukunft" die Lristenzberechtigung j des Judentums angefochten und die Maffenlanfe empfohlen hatte. In der Kaiierstratze wurde eine jüdische Toynbeehalle i eröffnet (vergl. D. T. (902. S. 8). — In Breslau feierte das j jüdisch - theologische Seminar sein 50jähriges Bestehen. — Bei : einer von Vertretern aller großen jüdischen Vereine gebildeten! internationalen Konferenz in Frankfurt a. M. wurde ein | gemeinsames Wirken in Sachen der jüdischen Auswanderung j aus (Osteuropa beschlossen und in die Wege geleitet. — Der! jüdische Forschungsreisende Dr. Gottfried Merzbacher, früher! Kürschner in München, wurde nach der Rückkehr von seiner! zweiten Reise ins innere Asien von der Münchener Geographischen j Gesellschaft hoch geehrt. - In wien spendete Baron Nathaniel i Rothschild zur Trweiterungdes Rothschild-Hospitals zwei Millionen i Kronen. — Der Budapest er Gemeinde fiel eine Erbschaft! von mehr als einer Million Kronen zu. — In Ron: wurde! die im ehemaligen Ghetto neu erbaute Synagoge eingeweiht, j ™ Im sag. Ansiedlnngsrayon Rußlands bestehen etwa (200 , Zionistenvereine. Dieselben bringen jährlich mehr als (00 000 1 Rubel für den Nationalfouds auf. —• In Smjcla bei Kiew wurden bei einer Indenhetze 98 Häuser und (42 Läden, welche Inden gehörten, zerstört. Auch an anderen (Orten Rußlands fanden Iudenkrawalle statt. — In Turin starb General (Wtolenghi, der frühere italienische Krieg-minister, im 65. Lebensjahre. — Der letzte versöhnungstag führte in London zu erbittert?,! Kämpfen zwischen altgläubigen und sozialistischen Juden. D.e dein Parlament vorgelegte Freindenlnll wurde infolge des heftigen Widerspruchs, den sie fand, von der Regierung zurückgezogen, soll aber wieder ringeln acht werden. Zur Statistik. von der hei der letzten Volkszählung festgefiellten jüdischen' Bevölkerung (Österreichs 8 295 951 Seelen) besaß Galizien RR((85, Niederöfterreich 157 278, Bukowina 96(50, Böhmen 92745, Mähren 44255, Schlesien ((988, Küstenland 4774, Steiermark 2285, (Ober- Österreich (280, Tirol und Vorarlberg ((25, Dalmatien 534. Kärnten 2(2, Salzburg (99, Kram (45 Seelen. In Serbien leben 6500, in Griechenland 9000, in Bulgarien 55 665, in der europäischen Türkei (84575, in Kleinasien 5(270, in Armenien und Mesopotamien 55250, in Palästina und Syrien 896(2 (in Jerusalem allein 28 858) Juden. Tripolis wird von (7500, Egypten von 2(800, Arabien von 43000 Juden bewohnt. 2 ödes fälle 1004° Frl. B. v. Paezensky: 5. Jan. Breslau. — Frau P. A. Behrens: (5. Jan. Neustadt 0. S. — P. N. Nürnberg: 30. Jan. Bath. — P. Dr. W. I. Adams: 5. Marz. London. — P. h. Da ab: 25. März. Lüttringbausen. -- P. W. Ayerst: 6. April. London. — Frau A. T. Island: (5. April. Warschau. K. 3. Gottlieb: (9. 2lpril. Brünn. — Stadtdekan Dr. Braun: 3(. Mai. Jerusalem. — Mirza Aba Tiijahu: 25. Juli. Teheran. — L. Arie: (. August. Konstaulinopel. — Dr. metl. Th. Thapliu: 20. September. St. Leonard's - on - Sea. — P. R. Giaiuporcari: 0)ktober. Roiu. — P. A. Spieß: 25. Mktober. Breslau. — Frau P. Mollis: 26. Mktober. Liverpool. - Frau Jacobson: 5. November. Newcastle. — Frau P. Meieret: 5. Dez raub er. Herausgeber: Prediger W. Becker, lvien Ilk/(, hainburgerstr. 2(. — Schriftleitung und Verlag: I. Windol ff, Berlin 8^V. (2, Tharlottenstr. 88. — Ialuespreis: 60 Pf. oder 72 i). ö. lv. Druck von I. Windolff, in Berlin SW. (2, Tharlotleustr. 88.

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