Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 61 (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 3× ep/1048155
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desselben wegen seines Verhaltens uni Verzeihung. > ffJ:h habe keine All he," sagte er, „lind kann liicht jchlafen. Ich habe gegen Gott, motu Gewissen und Euch gesündigt, Ich fühle, daß ich Unrecht habe und Ihr Recht habt. Lehret nlich in15 mein Weib! Wir beiden glauben!, daß Jesus der verheißene Messias ist, und daß uns das Gesetz Moses nicht selig - machen kann. Wir wünschen mit unfern Rindern unterrichtet und getauft 511 werden." Ein Jude in Alexandrien sagte von denn Traktat „Die Freistadt": „Ich habe mit dieser Schrift einen harten Rampf; geführt. Zuerst widersprach ich ihr an mehreren ' stellen. Als ich sie aber noch einmal las, ver-! schwanden alle meine Gegengründe, und ich versuchte - vergebens andere zu entdecken." Jtu französischen | Hospital zu Tunis starb ein jüdischer Geheimchrist.! Unter dem Ropfkissen des Toten, der mit gefalteten i Sünden da lag, fand man das Lukasevangelium und! em Gesangbuch. Vor vierzehn Jahren hatte sich! dieser Sohn der Synagoge in Tunis zu Lhristo bekannt. Gr war deshalb von seinem Vater verstoßen worden. Dennoch wollte er sich taufen lassen. Aber unmittelbar vor denn für die Taufe angesetzten Tage wußte ihn ein Verwandter dermaßen ein-! zuschüchtern, daß er zurücktrat. Ulan schickte ihn dann nach Algerien, um ihn dem Einfluß der Mission zu entziehen. Gr konnte sich nie zu dem Entschluß aufraffen, mit dem Judentum zu brechen. Aber den Glauben an Lhristum hielt er fest, wie er auch täglich in der Bibel las. Nach Tunis kam er alljährlich zu Besuch. Gr sprach dann allemal auch im Missionshause vor. kleben den Männern, welche sich von Thristi Geists angezogen fühlten, zeigt uns der Bericht Frauen und Rinder, von denen dasselbe gilt. Aus London wird von zwei jüdischen Frauen berichtet, die durch das XCeue Testament zum Glauben an Iesum gebracht wurden. Aber in beiden Fällen verhinderten die Ehemänner die Taufe. Die eine Frau bekannte ihren Glauben noch kurz vor ihrem Tode dem Rabbiner, der sie besuchte. Eine kranke Jüdin in Rom bat die dortige Missionarin: „Beten Sie für mich, daß ich bald sterben darf, da ich so sehrleide!" Auf die Frage, ob sie keine Todesfurcht habe, antwortete sie: „Wie wäre das möglich, da wir immer gesungen haben: „Lehre mich so leben, daß ich vor deni Grabe ganz so wenig Angst wie vor dem Bette habe!"? XInd wer anders als Lhristus hat mich in aller dieser Pein aufrecht erhalten?" „Jesus sieht ins Herz hinein," sagte unter Tränen eine römische Jüdin, mit welcher die Missionarin über die Taufe redete. „Gr weiß, daß es niemand in dieser Welt gibt, der sich mehr freuen würde, ihn zu sehen, wenn er morgen kommen würde, als wir Frauen hier, in derMissionsstlckschule." Eine Jüdin rin Mogador bekundete ihre Freude darüber, daß ihr Mann durch Missionsschriften vom Trunk und Xiarienspiel zurückgehalten werde. „Gr interessiert sich jetzt für göttliche Dinge," bemerkte sie. Aber auch sie selbst war auf diese Weise veranlaßt worden, Gott mit Dankgebeten zu nahen. Von einer Jüdin in Tunis wird folgender Ausspruch mitgeteilt: ",Früher oder später müssen wir glauben und auf Thristi Seite treten. Ich bin bereit, nur mein Mann ist noch nicht soweit wie ich." Viele dortige Jüdinnen sind im geheimen Thristinnen. Eine jugendliche Bekennerin des Heilandes zeigt uns der Bericht über die Mission in London. Dort wurde ein kleines Mädchen von seiner Mutter geschlagen, weil es zu Hause in Gegenwart anderer erklärt hatte: „Ich 'liebe Iesum." In der Missionsschule zu Tunis befanden sich mehrere Mädchen, welche den Erlöser liebgewonnen hatten. Aber fast alle mußten die Schule verlassen. Die eine noch übrige, welche ernstlich die Wahrheit suchte, wurde von ihrer jüngsten Schwester sorgfältig überwacht. Einmal spie diese sie auf offener Straße an und sagte: „Wir wollen nicht, daß Du eine Thristin wirst." Die Beleidigte antwortete hierauf nur mit Schweigen. „Ich dachte daran," sagte sie später zu ihrer Lehrerin, „daß unser Heiland das Gleiche erlitt und dabei seinen Mund nicht auftat." Bei der Lehrerin versammelten sich drei von diesen christgläubigen Jüdinnen ein oder zweimal wöchentlich zu einer Bibelstunde. Eine von ihnen betete: „O Herr, bekehre mein Volk! Zeige ihnen, daß sie verloren sind, wenn sie Deinen Sohn, unfern Herrn und Heiland, rincht annehmenI" Ls ist begreiflich, daß viele Israeliten, die im Herzen an Iesum glauben, nicht den nötigen Mut flnden, um förmlich zu seinem Reiche überzutreten. Ein Geheimchrist in Ronstantinopel, der von Juden abhängig ist, verglich seine Lage mit derjenigen eines Bären, der an eine Türe gekettet ist und einen Futterkorb vor sich hat, aber denselben wegen der Rette nicht erreichen kann. Doch wurde oft der Widerstand überwunden. Manche verachteten die Brotsorge, den Zorn der Verwandten und Bekannten, den Bann der Rabbiner. Lin Getaufter erzählt, er habe im Augenblick der Taufe nicht den Täufer, sondern den Heiland gesehen. „XNein Herz schlug vor Freude, und ich fühlte, daß ich nach ihm ganz übergeben müsse." Dann aber schien es ihm, als ständen seine Eltern vor ihm und sagten: „Rind, Du wirst uns unglücklich machen, wenn Du diesen Mann als Deinen Messias annimmst. XInser Volk hat ihn nie angenommen." Da drängte sich ihm die Antwort auf die Lippen: „Wißt Ihr, teure Eltern, warum Ihr mit ganz Israel Iesum nicht kennt? Ihr lest Gottes Wort nicht. Sonst würdet auch Ihr ihn finden." Jetzt war es ihm, als bäte ihn seine Mutter: „Rehre zurück!" Er aber antwortete: „XPtimüssen Gott mehr gehorchen als den Menschen." Aus der Jerusalemer Missionsschule entflohen einst auf Veranlassung eines Rabbiners drei Zöglinge. Rürzlich schrieb einer derselben, der inzwischen in