Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 61 (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2555146-2555147--10315-2566557- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ist genug." Aber siehe, da tritt der Fürst des Gebens heran, und in seiner Gegenwart gibt es keinen Tod. Jesus gab ihn seiner Mutter wieder. Diese Erzählung ist eine der kürzesten im Neuen Testament. Sie umfaßt bloß sieben Verse. Aber ipclcb eine ,fülle von Leid und Freud umschließt dieser enge Rahnien! .fast möchte er zerspringen. And alle die mächtigen Regungen cufquo[len dem einen Ursprung: der Ulutterliebe. (Lk. 7, \\ ff.) U)ir haben im Verlaufe der einzelnen Äußerungen von Mutterliebe öfters sehen können, wie die Mutterliebe eine irdische Psianze ist, die nicht bloß im Garten der Rinder Gottes wächst, sondern auch draußen auf den Ackern der Heiden, mag sie sich auch auf christlichem Boden veredeln wie Edelrosen. Deswegen haben wir auch manche Mißbildungen der Mutterliebe kennen gelernt. Aber das bleibt doch dabei immer bestehen, und wir werden das nicht bloß durch die Bibel, sondern auch durch unsere eigene Erfahrung bestätigt finden, daß uns in der Mutterliebe eins der köstlichsten Erdengüter geschenkt ist, einer jener goldenen Fäden, die Gott der Herrin seine schöne Schöpfung hineingewoben hat, uttb die Hinausweisen auf ein Reich seliger Liebesvollendung über dieser natürlichen und gesellschaftlichen Ordnung; auf das Reich der ewigen Liebe, die schon in unsere arnre Welt eingetreten ist in der Person dessen, den wir Menschen gekreuzigt haben. Di', Ixins p> reich, Inspektor des Ev. Ccheologeicheiins in Mieil. Aus dem 96. Jahresbericht der £ J.-M. Nach England kommen viele Israeliten, die noch nie echte Thristen gesehen und den wahren Thristus kennen gelernt haben. In Manchester sagte ein russischer Jude zu einenr Missionar: „Wollte Gott, alle Thristen wären gegen die Juden so freundlich wie SieI^ Da fügte ein anderer hinzu: „Ja, wir bewundern Ihre Religion und lieben den Thristus, den Sie predigen. Aber es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen Ihrem Thristus und dem Thristus von Rußland und Rumänien." Ebenso öffnet in Irland die christliche Liebe die Herzen der Juden für die christliche Lehre. Eine Missionarin in Dublin fand viele bereit, über religiöse Fragen nachzudenken. Oft wurde sie herzlich eingeladen, etwas vorzulesen oder einige Worte zu sprechen. Einmal begrüßte sie ein Jude an dem Eingang zu seiner Wohnung mit dem Ruf: „Rommen Sie herein, Rebbizin (Rabbinerin)! Ich habe eine Gemeinde für Sie, der Sie predigen können." Das Haus war voll von Juden, unter denen sich Alt-, Neu- und Ungläubige, auch Sozialisteil befanden. Man setzte der Thristili mit allerlei Fragen! zu, hörte aber auch sehr aufmerksam ihre Erklärungen an. In Lemberg sagte ein Israelit, welcher das Neue Testament zum erstenmal in sei nenn Leben gelesen hatte: „Wenn alle Thristen nur die Hälfte von dem, was Thristus ge- > lehrt hat, halten wollten, so hätten alle Inden längst! das Thristentunl angenommen, und es wäre dann nicht nötig gewesen!, ihnen Missionare zu senden." Ein anderer fand beim Lesen des Neuen Testamentes, daß dies Buch süßer ist als Honig. In Rotterdam - rief ein polnischer Jude, welcher das Matthäusevangeliuln durchgelesen hatte: „Was für unglückliche Lellte sind tutr unter dem Joch der Rabbiner und in den Fesselll des Talmuds gewesen! Der Talmud hat uns blind gemacht. Das Evangelium des Matthäus hat mich erleuchtet und mir einen solchen Einblick in die hl. Schrift gegeben, wie ich ihn zuvor nie besaß." Ebendaselbst tat ein anderer i Leser des zweiten Hauptteils der Bibel folgende! Äußerung: „Was für ein wunderbares Buch ist j dies Neue Testament! Es dringt tief in mein Herz ein. Wenn ich ihm auch nicht glauben will, so zwingt es mich doch dazu." Aus Rumänien wird; von einem Juden, der im Besitze eines Neuen j Testamentes ist und gerne Missionsschriften liest,! berichtet, daß er erklärt habe: „Ich leugne die i Messianität Jesu nicht, vielmehr hoffe ich auf den i Anbruch der Zeit, in welcher die Gebeine Israels durch den Odem des h. Geistes zusammengebracht werden, so daß sich dann alle der Leitung Jesu unterwerfen und endlich Ruhe erlangen." In Warschau äußerte sich jemand folgendermaßen: „Jesus war gut und tat Gutes. Aber die Mehrheit seiner angeblichen Nachfolger ist ihm nicht im geringsten ähnlich." Bon dort wird auch ein anderer merkwürdiger Ausspruch gemeldet: „Wenn wir alle Leiden, die Thristus von ebendemselben Volk zu erdulden hatte, für welches er fein Leben hingab, mit unfern Trübsalen und Leiden vergleichen, wie unbedeutend sind dann die letzteren!" In Smyrna bekannte einer: „Mose und die Propheten waren sicherlich große und mächtige Männer, aber Jesus war größer und mächtiger als alle, denn kein Prophet vollbrachte solche Wunder wie er." Gefragt, ob er das Neue Testament für wahr halte, antwortete derselbe Jude bejahend. Dann fuhr er fort: „Jeder, der es liest, wird vieles Gute aus diesem Buch lernen." In Safed brachte ein Missionsarbeiter einen Zuhörer zu dem Geständnis: „Jetzt fange ich an, die Ursache des Elends unseres Volkes zu erkennen. Dies Elend ist eine Folge davon, daß wir immerdar Iesuni verworfen haben, ohne seinen Anspruch auf die Messiaswürde auf dessen Festigkeit j zu prüfen." Ein Besucher des in hebräischer Sprache j stattfindenden täglichen Missionsgottesdienstes in! Jerusalem erzählte: „Als ich diesen Gottesdienst zum erstenmal besuchte und anfing, etwas über Iesum zu lesen, schlug um das Herz, und alle meine Nerven zitterten vor Furcht. Aber jetzt sehe ich deutlich, daß j der, den zu verabscheuen und zu versiuchen ich ge-! lehrt wurde, wirklich mein Erlöser ist." Ein abessi-! nischer Jude, der viele Jahre lang das Thristen- ' tunt heftig bekämpft hatte, bat schließlich die Lehrer