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Dibre Emeth · 1904-01-01 · 4 (1904) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
60 (1904)
Issue
4 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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31 im Rückblick auf seine eigene, 2^6 erfolgte Taufe: „Ich schmachtete zuvor in Finsternis und tiefer Nacht und trieb mich auf dem wogenden Meer der Welt schwankend und unschlüssig auf Irrfahrten umher, unsicher über mein Lebensziel, fern von Wahrheit und Licht. Aber nachdem ich das heilbringende Bad zum neuen Leben erhalten hatte, war alle Befleckung des früheren Lebens von mir abgewaschen, strömte von oben reines und heiteres Licht in die versöhnte Brust. Als ich vom £)immel her den Geist geschöpft hatte und durch die Wiedergeburt zu einem neuen Menschen umgeschaffen war, gewann mein schwankender Geist wundersame Araft, öffnete sich das Verschlossene, lichtete sich das Dunkle, wurde leicht, was vorher schwierig war, ausführbar, was mir ungewöhnlich schien. Nun erkannte ich, daß, was vorher vom Fleisch geboren war und im Dienst der Sünde lebte, irdisch gewesen war, daß aber, was jetzt der göttliche Geist belebte, auch ein göttliches Dasein begann". Krundls Neues Hestament. Im Literarischen Institut von Dr. Max Huttler (Mich. Seitz) zu Augsburg erschien eine Übersetzung des Neuen Testamentes von dem Benediktiner Dr. Beda Grundl. Dies Buch hat nicht nur den Beifall katholischer Bischöfe gefunden, sondern auch die Zustimmung des regierenden Papstes erlangt. Pius X., der die schon von seinem Vorgänger geförderte italienische Volksausgabe des Neuen Testamentes (vgll D. E. *904, 5. 7) begünstigt und daher den verbreitern derselben vor Jahresfrist I feine Anerkennung aussprach, lobte auch die neue deutsche Ausgabe. Er ließ dem Übersetzer mitteilen, daß er die Verbreitung des Werkes gerne sehe und dem Unternehmen Gottes beständige Huld wünsche. Dr. Grundl hat dem Buch Einleitungen in die einzelnen Schriften des Neuen Testamentes und Erklärungen wichtiger Stellen beigegeben. Im Vorwort aber findet man Gebete, die vor und nach dem Lesen der heiligen Schrift gebraucht werden sollen, und die auch jeder Protestant von Kerzen mitbeten kann. Das erste lautet: „(D König der Herrlichkeit, Herr der Heerscharen, der du triumphierend über alle Fimmel aufgefahren bist, laß uns nicht als Waisen zurück, sondern sende uns den verheißenen vom Vater, den Geist der Wahrheit! — wir bitten dich, 0 Herr, daß der Tröster, der von dir ausgeht, unsere Seelen erleuchte und in alle Wahrheit einführe, wie dein Sohn verheißen hat. — 0 Gott, Vater unseres Herrn Jesus Thristus, verleihe uns nach dem Reichtum deiner Herrlichkeit, daß Thristus durch den Glauben in unfern Kerzen wohne und wir, in der Liebe gewurzelt und gegründet, die alles Erkennen übersteigende Liebe Lhristi erkennen mögen! Durch denselben Thristus, unfern Herrn. Amen". Das zweite Gebet hat folgenden Wortlaut: „Laß mich, 0 Herr, nicht aufgebläht werden von der Wissenschaft, die vergeht, sondern gib mir die Liebe, die nie dahinfällt, auf daß ich mich nicht entscheide, etwas zu wissen unter den Menschen außer Jesus, und diesen als Gekreuzigten! — Ich bitte dich, lieber Jesus, daß du mich, dem du den süßen Trank der Worte deiner Weisheit gnädig geschenkt hast, auch gütigst einmal zu dir, dein (Huell aller Weisheit, gelangen und immerdar vor deinem Angesicht erscheinen lassest. Amen". Gott lege einen reichen Segen auf die Verbreitung dieses zunächst für Katholiken bestimmten Buches! Möge es viel dazu beitragen, daß die in der katholischen Kirche herrschende uiib schon von manchen frommen Gliedern derselben beklagte Bibelunkenntnis beseitigt werde! Das wird dann auch der Ausbreitung des Lhriftentums unter Israel zu statten kommen. Zum Nachdenken. Die Worte „Thristus von den Toten auferstanden" soll man wohl merken und mit großen Buchstaben schreiben, daß ein Buchstabe so groß sei als der Turm, ja, als Himmel und Erde, daß wir nichts anderes sehen und hören als diesen Artikel. Denn Thristus hat nicht allein für sich den Tod überwunden, sondern auch wir sind in den: „Auferstanden" mitbefasset. Unsere Auferstehung und Leben ist in Thristo angegangen und so gewiß, als wäre es schon geschehen, nur daß es nocb verborgen und nicht offenbar ist. So Thristus hinweg ist aus dem Tod und Grab, so muß, der durch den Glauben an ihm hanget, auch ihm nach. (Luther.) 2. Gewiß ist auch noch in den Heiden der kategorische Imperativ als Kompaß für ihr handeln vorhanden, aber die Magnetnadel zeigt nur zu oft falsch. Sie ist durch den Einfluß der Sünde im Menschen aus der Richtung gebracht und bedarf unbedingt eines festen Punktes außer sich, der sie immer wieder in die rechte Richtung bringt. Das aber ist die Mffenbarung des heiligen Gotteswillens, wie sie uns anfangsweise im Alten und in ihrer Vollkommenheit im Neuen Testamente vorliegt. (p. Paulsen.) 3. Ich kann nicht sagen, wie ein festes Gottvertrauen man sich in so unsicheren Verhältnissen erwirbt, wie ich sie durchgemacht habe. Der alte Gott läßt nicht zu schänden werden, wenn ich mein Leben, namentlich das der letzten Jahre, durchgehe, jo würde es Sünde sein, nicht eine liebende Vorsehung darin walten zu sehen. Ich habe sonst immer gedacht, der Einzelne wäre viel zu geringfügig, als daß es dem lieben Gott der Mühe wert wäre, ihn ganz axart zu überwachen. Das war aber eine grundfalsche Meinung. Ich werde, was den Punkt anbetrifft, nachgerade ein zweiter Iung-Stilling. (F. Freiligrath.) 4. Bei dem Forschen im Alten Testamente werden wir gut tun, wenn wir namentlich in diejenigen Stellen, die von dem Kommen unseres Herrn Jesu Lhristi handeln, uns versenken. vergleichen wir dieselben aufmerksam mit dem Leben, den Taten und den Leiden unseres Heilandes, so leuchtet uns aus ihnen die unbedingte Zuverlässigkeit und Treue unseres Gottes entgegen, und unser Glaube wird dadurch gestärkt. (F. Seebaß.) 5. Nach Mat. 23,39 werden die Juden den Herrn als den suchenden Wirten, als den rettenden Heiland auf lange Zeit hinaus nicht sehen; einst aber wird ihm doch der Iubelruf des zur Buße bekehrten Israel entgegenschallen (Ps. ^8, 26). Dann werden sie ihn sehen als ihren Messias; dann erfüllt sich Hosea 3,4 f. Hierzu werden offenbar die Juden aufgespart durch so viele Verfolgung und Trübsale, die in vielen Jahrhunderten über sie ergangen sind; hierauf beruht die Hoffnung der Mission unter Israel. __ (Der Nachbar.) Wer Meckels „ZSelirätsek" schrieb Friedrich paulsen, Professor der Philosophie an der Berliner Universität: „Ich habe mit brennender Scham dies Buch gelesen, mit Scham über den Stand der allgemeinen Bildung, der philosophischen Bildung unseres Volkes. Daß ein solches Buch möglich war, daß es geschrieben, gedruckt, gekauft, gelesen, bewundert, geglaubt werden konnte bei einem Volke, das einen Kant, einen Goethe, einen Schopenhauer besitzt, das ist schmerzlich." Eine Gegenschrift gegen die „welträtsel" veröffentlichte der christliche Naturforscher Dennert. Haeckel und seine Anhänger beschimpften den Verfasser, wiesen ihm aber nicht einen einzigen Irrtum nach. Kleine Missionszeitung. Die Berliner Iudenmissionsgesellschaft hatte im Jahre *903 50 jüdische Taufbewerber und führte 27 derselben in die evangelische Kirche ein. Sie beschäftigte vier Missionare. Ein früherer Arbeiter, Missionar Gottlieb, mußte in einer Heilanstalt untergebracht werden. — Der westdeutsche verein für Israel feierte im Mktober *903 sein 60 jähriges Bestehen. Der

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