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Dibre Emeth · 1904-01-01 · 4 (1904) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
60 (1904)
Issue
4 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Stuötinn und wird, wenn Sic es recht treiben, Sic für alle Ihre Arbeiten reichlich entschädigen. Er, vor dessen Richterstuhl wir bald erscheinen müssen, hat feierlich erklärt, daß wir ohne neue Geburt nicht in das Himmelreich eingehen können". 2. In einer allegorischen Erzählung von Dr. f). Iaulus (A. Z. d. I. S. ^0 ff.) ist von einen: Prinzen die Rede, welcher sich viel mit den Rätseln des Lebens beschäftigt. Eines Tages erscheint ihn: das Leben selbst als eine erhabene Gestalt in einem faltenreichen Gewände. Das Antlitz der Gestalt ist verschleiert, die rechte Hand umklammert eine festverschlossene Schale. Auf seine Frage erfährt der Prinz von der Erscheinung, daß die Schale das Kostbarste enthalte, was sie besitze: den Zweck des Lebens. Die Gestalt überreicht ihm hierauf die Schale und verschwindet. Vergeblich sucht der Aönigssohn die Schale zu öffnen. Ein Freund rät ihm deshalb, einen großen Naturforscher aufzusuchen. Aber dieser ist ihm nicht behilflich, die Schale des Lebens zu öffnen. Er behauptet, das sei ein unützes und törichtes Bemühen, da die Schale leer sei. „Das Leben hat keinen Zweck", erklärt er. „Wir Naturforscher kennen nur Ursachen. Wir fragen nur: woher und wodurch, nicht wozu und warum. Wir leugnen einen Gott, der weise, d. h. zweckmäßig handelt. Die Natur ist durch Zufall, ein blindes Spiel der in ihr wohnenden Kräfte, geworden. Auch der Wen sch ist ein zweckloses Naturerzeugnis". Der Prinz bekämpft diese Denkweise und läßt sich in der Hoffnung auf einen besseren Bescheid zu einen: frommen Einsiedler führen. Aber auch hier findet er keine Hilfe. Der Greis ruft ihm zu: „Es lohnt sich nicht, die Schale zu öffnen. Das Leben hienieden ist es nicht wert, daß der Mensch viel darauf achte. Weltsiucht ist der Weisheit letztes Wort. Lebe dem, was nach dem Leben folgt!" Dem Prinzen will diese Rede ebensowenig in den Sinn wie die früher gehörte. Auf des Freundes Rat wendet er sich an einen jüdischen Weisen. Jetzt wird sein Wunsch erfüllt. Der Meister in Israel drückt auf den verborgenen Verschluß der Schale, und vor den Augen des Prinzen liegt ein Saatkorn. „Das Saatkorn", sagt der Weise, „ist das größte Wunderwerk der göttlichen Schöpfung, das Geheimnis aller Geheimnisse. Es wächst geheimnisvoll und wirkt als der größte Wohltäter der irdischen Schöpfung. Es mahnt den Menschen: Wachse und wirke mit! Er wächst, indem er wirkt und für die Mit- und Nachwelt Heilsames schafft. Zu wachsen und zu wirken, ist des Lebens Zweck". Der Prinz sieht seine Sehnsucht gestillt. Er verabschiedet sich von dem jüdischen Weisen mit den: Versprechen, daß er aus dem Weg des Lebens, den dieser ihn: gezeigt habe, wandeln werde. So weit die Allegorie. Dem Ehristen ruft sie Worte des Neuen Testamentes ins Gedächtnis, wie Kor. \5, 58; Lpl). % *5 f.; Kol. \,\\; 2, ,9; 2. Thess. ,,3; 2. Petri 3,(8; Ioh. 5, *7; 3,<k f.; Köm. (2,U; 2. Petri \,8; Hebr. 6,\2. Ohne Zweifel ist das Saatkorn ein schönes Sinnbild des Lebenszweckes. Indessen kann uns jene Darstellung nicht ganz bebefriedigen. Sie übersieht gerade die wichtigste Lehre, welche die Entwicklung des Saatkorns veranschaulicht. Wie kommt es denn dazu, daß dem letzteren die das Tier- und das Menschenleben ermöglichende Pflanze entsproßt? Das Korn muß zurrst ersterben. Sein Weg führt durch den Tod zu neuem Leben. So kann der Mensch den für die Erdenzeit ihm gesetzten Zweck, das Wachstum und das Wirken zur Ehre Gottes und zum Segen für andere, nur dann erreichen, wenn sein altes, verderbtes Wesen untergegangen ist und einem neuen, reinen Platz gemacht hat. Denn seit dem Sündenfall der ersten Menschen haftet allen Adamskindern das Böse an. Daher bedarf es einer Wiedergeburt, wenn man dem Reiche angehören will, in welchem das Gute oder das Göttliche herrscht. Im vollen Sinne wiedergeboren ist aber nur derjenige, welcher mit dem Geist des größten Gesalbten gesalbt, d. h. ein wahrer Jünger Jesu geworden ist. Jesus ist der Wiederhersteller der ursprünglichen Menschennatur. Wie Jesus selbst den Lebenszweck aufs herrlichste verwirklicht, er, der Gott abbildet und die Erde im Sinne Gottes beherrscht (tz Mose 26—28), so verhilft er auch seinen Jüngern durch die Macht seines Geistes zur Erreichung jenes Zweckes. Wer auf das Ziel der Gottesähnlichkeit hin wachsen und mit der Gewißheit des Freiheitserbes wirken will, der trete in die Gemeinde Jesu Lhristi ein. Zwei Millionäre. Einer amerikanischen Zeitschrift, dem „Brüderbotschafter", berichtet jemand von Begegnungen mit zwei alten Bekannten. Der eine war in Kalifornien ein reicher Mann geworden. Als der Erzähler ihn besuchte, beschäftigte er sich damit, Zinsscheine von den Staatspapieren abzuschneiden, in denen er sein Kapital, eine Million Dollars, angelegt hatte. Jener stellte den Reichtum, dessen sein Freund sich rühmte, in Frage. „Das Bündel Papier", sagte er, „welches Dich, wie Du behauptest, zu einem Millionär macht, hat keinen eigentlichen Wert. Diese Scheine sind ja nur Versprechungen. Nimm einmal an, der Unterschreiber machte Bankerott!" Aber der Reiche erwiderte: „Dies sind Bonds der Vereinigten Staaten. Die Ehre der Regierung hängt von ihrer Einlösung ab. Sie sind besser als Gold oder Silber". Da sagte der Besucher: „Also bist Du ein Millionär infolge Deines Glaubens. Du siehst oder besitzest Deinen eigentlichen Reichtun: nicht, sondern nur Stücke Papier, die denselben darstellen". Der Freund gab dies 311 und bemerkte nur noch, er sei zufrieden.

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