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Dibre Emeth · 1904-01-01 · 4 (1904) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
60 (1904)
Issue
4 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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27 Stelle rückt. Die Menschheit wird die unbequeme Frage nicht los werden, bis sie sich für oder gegen Zesum entschieden hat. Zum erstenmal trat diese Frage am Aarfreitag auf den Markt des Lebens. Israel gab die Antwort: „Ans Kreuz I Hinab in Schmach und TodI" Ausgetilgt wurde Jesus aus seinem Volk. Die Welle, die ihn beim Einzug in Jerusalem hoch gehoben hatte, spülte ihn in . die Tiefe. Aber gerade von dein an, daß es mit ihm auszusein schien, ging sein weg aufwärts und in die weite. Das Kreuzesholz wurde ein Segenszeichen, der Name des verfehmten der erste Name in der Welt. Fürstenkinder und Bettlerkinder werden in diesem Namen getauft. Am Gestade des Eismeeres und unter den Sternen des Südens kennt man ihn. Den Worten des Sterbenden lauschen die Lebenden seit Jahrhunderten, werden sie in den Kirchen gelesen, so erheben sich Kaiser und Könige, und Gelehrte neigen ihr Haupt. Der Hügel Golgatha ist höher gewachsen als alle Berge der Erde. Zn seinem Schatten hat sich Volk auf Volk zusammengefunden. Unter dem Kreuz haben Gesittung und Kultur neue, fruchtbare Bahnen eingeschlagen. Die Frau ist zur würde des Mannes erhoben worden. Die Ketten der Sklaverei, sind gebrochen. Die Weltgeschichte kennt nichts Ähnliches. Lin Volk verstößt die edelste Erscheinung der Gottes- und Menschenliebe und wähnt, damit sei Jesus aus der Geschichte ausgetilgt. Aber siehe da, er lebt, lebt in den Herzen, auf den Lippen einer weltl Der Eintritt,, in die Jüngerschaft Jesu Lhristi geht durch ein Ärgernis hindurch. Man muß das Ärgernis des Kreuzes Lhristi erst überwinden, ehe man von Herzen zu Jesu sich bekennen kann. (Nach dem Bremer Airchenbl.) 2. Die beste Antwort auf die obige Frage gaben das Leben und das Sterben eines jungen Israeliten, vor einigen Jahren erbat und erhielt derselbe Aufnahme in das unter der Leitung von P. Dolman stehende Wandsbeker Heim für Taufbewerber. Bald darauf wurde er krank, und feine christlichen Freunde mußten ihn in ein Hospital schaffen. Hier wurde dem Jüngling eröffnet, daß er an der Auszehrung leide und im Krankenhause nicht bleiben könne. Man erklärte ihm, er müsse in seine Heimat zurückkehren. Dann wurde er auf einen Bahnhof gebracht und in einen Zug gesetzt, welcher nach seiner Heimat fuhr. Abends um 9 Ähr langte der Kranke hieran. Er war so schwach, daß er allein weder gehen noch stehen konnte. Ein freundlicher Polizist half ihm, und so erreichte er endlich das Haus, in welchern seine Mutter wohnte. Er hatte diese % Jahre lang nicht gesehen und freute sich jetzt in seinem kranken Zustand ganz besonders auf das Wiedersehen. Als aber seine Mutter die Türe öffnete, vor welcher der schwerkranke Jüngling stand, da rief sie ihnr zu: „Fort von hierl wir wollen mit Dir nichts mehr zu schaffen haben. Du hast Dich ja taufen lassen." Der junge Mann, dem die eigene Mutter die Aufnahme verweigerte, wurde jetzt dem Armenhause der Stadt übergeben. Hier lag er eine Zeitlang zwischen Leben und Tod. Aber der Herr war bei ihn: und hielt ihn in seiner Trübsal aufrecht. Za, er ließ den Kranken noch einmal genesen. Dieser konnte zu seinen Wandsbeker Freunden zurückkehren. Er blieb noch ein Zahr lang am Leben und genoß liebevolle pflege seitens seiner neuen Glaubensgenossen. Als dann kurz vor dem Weihnachtsfest der Tod nahte, legte der Sohn Israels noch ein schönes Zeugnis seines Lhristenglaubens ab. Auf die Frage seines Lehrers und Seelsorgers, ob er sich vor dem Tode fürchte, antwortete er mit schwacher Stimme in den Worten eines bekannten geistlichen Liedes: „Laßt mich geh'n, daß ich Zesum möge seh'nl Meine Seel' ist voll verlangen, ihn auf ewig zu umfangen." Zn diesem Augenblick gab er den Geist auf. Seine Sehnsucht wurde gestillt. Er weilt nun auf ewig bei dem göttlichen Messias Jesus. Eine Verteidigung des Christentums. Zn der nordamerikanischen Stadt pittsburg kündigte kürzlich der als Gottesleugner berüchtigte Oberst Zngersoll einen Vortrag an, welcher den Lhristenglauben bekämpfen sollte. Nun lebte in derselben Stadt ein ehemaliger Schulkamerad Zngersolls, der an sich selbst die Segenskraft der christlichen Religion erfahren hatte. Dieser Mann, ein Rechtsgelehrter, war einst der Trunksucht und der Spielwut verfallen und tief gesunken, aber mit Hilfe Gottes und frommer Menschen, besonders eines Stadtmissionars, zu einem rechtschaffenen Leben zurückgekehrt. Als der Gerettete die Ankündigung des Vortrags las, sandte er Zngersoll folgende Zuschrift: „Lieber alter Freund und Schulgenosse I Soeben entnehme ich aus einem Zeitungsblatt, daß Du heute abend einen Vortrag gegen Bibel und Lhristentum halten willst, vielleicht ist es Dir zu Ohren gekommen, wie ich durch ein antichristliches Leben in einen Äbgrund von Elend geraten bin, wie ich Armut und Schande über mein Haus gebracht habe und dem Verderben für Zeit und Ewigkeit so nahe war, als es ein Mensch nur sein kann. Da fand mich einer, wie ich am Rande des Abgrunds lag. Er kannte mich nicht, aber erkannte den Jesus, den unsterblichen Meister, gegen welchen Du auftreten willst. Zm Namen dieses Herrn, Deines, meines und der ganzen Welt Heilandes, richtete er mich auf und ließ er mir solche Hilfe und Pflege angedeihen, daß ich leiblich und geistlich vollkommen genesen durfte. Za, besonders geistlich, und das ist die Hauptsache. Meine Augen haben den sterbenden Erlöser am Kreuz gesehen. Ich habe vernommen und glaube, daß dies blutige Opfer auch für mich geschehen ist. Jetzt gehört ihm, meinem Retter, jeder pulsschlag meines Lebens. Auch Weib und Kinder hatte ich in die

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