Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 60 (1904)
- Issue
- 3 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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22 irgend eine andere Religion, die ich kenne. Nachdem ich alles, was ich von Religionsvergleichung weiß, erwogen habe, weiß ich nichts Vollkommeneres als das Christentum. Das Christentum ist uns willkommen, weil es uns hilft, unsere eigenen Ideale zu erreichen. Das Christentum ist mehr und höher als das Heidentum, weil es die Kraft zum galten des Gesetzes gibt. Die christliche Religion ist der Geist des Gesetzes. Sie allein wirkt von innen heraus. Sie ist das, wonach das Heidentum mit Tränen gesucht lind getastet hat. Sie zeigt uns nicht nur das Gute, sondern sie macht uns gut, denn sie führt uns gleich zu dem ewigen Guten selbst. Sie gibt uns nicht nur den Weg, sondern auch das Leben, nicht nur die Schienen, sondern auch die Lokomotive. f}dl und Seligkeit sind Tatsachen, und keine Philosophie kann diese Tatsachen aufheben. Die menschliche Erfahrung hat noch keinen andern Namen unter dem Himmel gefunden, durch den wir selig werden können, als den Namen Jesus. In dem Aufsehen auf ihn ist die Seligkeit. Die $ christlichen Jahrhunderte lehren mich das, und auch meine Seele kann, Gott sei Dank, bezeugen, daß es so ist. Das also ist das Christentum, wenigstens mir ist es das: Befreiung von der Sünde durch die versöhnende Gnade des Gottessohnes. Cs ist vielleicht noch mehr und jedenfalls nicht weniger. Gute Menschen habe ich nur in der Christenheit gesehen. Tapfere, ehrliche, rechtschaffene Menschen gibts auch im Heidentum, aber zu guten Menschen kann uns, wie ich glaube, nur die Religion Jesu Christi machen. Nur das Christentum kann uns unsere Sünde anfdecken,so daß wir uns darüber erheben und sie besiegen können. Wir brauchen das Christentum, damit es unser Leben stärker, lebendiger mache, damit wir Gott Treue und dem Teufel Feindschaft schwören können. Aus dem Buche von Aauso Utschimura: „wie ich ein Christ wurde" (D. Gundert, Stuttgart). Zu 1. Mose 1, 1, Alexander Agassiz, der große Naturforscher, schrieb einmal: „Manche Gelehrte, die innerlich überzeugt sind, daß Gott die Welt geschaffen hat, wagen es nicht, diese Wahrheit auszusprechen. Die Aninaßungen einer falschen Philosophie hindern mich nicht, das zu sagen. Die Natur beweist in all en ihren Teilen das Dasein eines denkenden Gottes. Die Verkettung aller Teile der Natur zu einem System offenbart eine Intelligenz, eine Einsicht imh Weisheit, die über die höchsten Fähigkeiten der Menschen weit hinausgeht. Die Systeme der Stimmführer der Wissenschaft sind nur Übertragungen der Gedanken des Schöpfers in die Sprache des Menschen. Der Gelehrte, der die Geheimnisse der Natur ein wenig durchforscht hat, muß seine Verwandtschaft mit dem Urheber der Welt ernpfmben. Er bemüht 1 sich, immer vollständiger die Gedanken des göttlichen > Geistes zu ergründen, mit welchem er in Genneinschaft j treten darf und soll." — In seinem Buche „Häckels | Welträtsel nach ihren starken und schwachen Seiten"! wies Professor I. Baumann darauf hin, daß die Mathematik und die Physik in ihren letzten Konsequenzen das Dasein einer höchsten Intelligenz als die Ursache der Welt lehren. Er sagte u. a.: „Was heutzutage am meisten den Gedanken einer einheitlichen intelligenten Weltursache hervortreibt, das sind nicht die organischen und die organisch-geistigen Wesen, sonderngerade die unorganischenphysikalisch-chemischen Elemente und Kräfte." „Alles darüber Ermittelte ist mit den höchsten Kräften des Geistes, strengem Ürsachebegriff, höchster Mathematik, kunstreich ersonnenen Beobachtungen und Experimenten erfaßt. Darum machen gerade die physikalisch-chemischen Elemente und Kräfte den Eindruck einer großen hier waltenden mathematisch-mechanischen Intelligenz, und zwar wegen des Zusammenhanges dieser Kräfte (Erhaltung der Maße und der Energie) einer einheitlichen Intelligenz". — Der Chemiker Liebig aber sah in der Natur nicht nur eine Verbündete des biblischen Schöpfungsberichtes, sondern eine Lehrmeisterin der christlichen Religion. Er sagte: „Darin liegt der hohe Wert und die Erhabenheit der Naturerkenntnis, daß sie das wahre Christentum vermittelt." Ebenso äußerte sich der in Heilbronn a. N. verstorbene Naturforscher R. v. Maier bei Gelegenheit einer Naturforscherversammlung. Er sagte: „Die ganze Naturwissenschaft ist nichts anderes und kann nichts anderes sein als eine Rechtfertigung der christlichen Religion".. Zu Jes. 43,1. Am M. Dezember \875 starb die preußische Königin Elisabeth, eine geborene Prinzessin von Bayern, die von der katholischen zur evangelischen Kirche übergetreten war. Nachmittags um 3 Uhr ließ sie sich von einer Hofdame die Tageslosung, Psalm M, U, vorlesen: „Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen." Um 6 Uhr erschien der herbeigerufene Hofprediger Heym am Sterbebett. Er sagte: „Majestät, ich bin gekommen, Ihnen eine gute Botschaft zu bringen, nämlich das Wort aus dem Munde des Herrn: „Fürchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist inein." Hieran knüpfte der Prediger ein Gebet an. Nach Beendigung desselben sprach die Königin leise: „Ach, das war schön! Nun noch beii Segen!" Das waren ihre letzten Worte. Zu Matth. 5, 11 f. Laßt nun hergehen Lästerbücher und Lästerung regneil uiid schneien! Wie stehts, daß wir sollen des uns freueil als der allergewissesten Zeichen, daß wir die selige, rechte Kirche siild? Für mich zu