Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 60 (1904)
- Issue
- 2 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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geraten, so daß Jesus nur die satanischen Stricke zu lösen hatte, und dies machte ihm die satanische Araft möglich." Nachdem das Aonzil sieben Tage lang gewährt hatte, wurde es plötzlich beendet, als einige römisch-katholische Priester in Nagy-Ida eintrafen. Die letzteren, die von Rom abgesandt worden waren, führten den Beweis dafür, daß Jesus der wahre Messias ist. Ihre Worte brachten eine solche Verwirrung in die Versammlung, daß alles wild durcheinander schrie. Tags daraus trennte man sich mit dem Beschluß, daß ein weiteres Aonzil nach 3 Jahren in Syrien abgehalten werden sollte. Tine Beschreibung des Aonzils von Nagy-Ida erschien in der ungarischen Zeitschrift Urania, eine deutsche Übersetzung ][83^ in der 2t. Z. d. I. Unsere Quelle war eine englische Wiedergabe dieser Übersetzung in I. Ni88. Inteil. ($03, S. M f.) Dieselbe englische Zeitschrift veröffentlichte später ($0^, S. (2) Bedenken gegen die Tatsächlichkeit der hier beschriebenen Vorgänge. Sollte es sich aber wirklich nur um eine Dichtung handeln? Ein frommer christlicher %x}t war der am $, August $03 zu Halle a. S. entschlafene Geheimrat Dr. Heinrich Wilke. Fast 30 Jahre lang diente er treu und selbstlos dem dortigen Diakonissenhause. Tr erwarb sich um das letztere bleibende Verdienste. Wie der Seelsorger der Anstalt, Pastor Jordan, schreibt, machte Wilke aus seinem lebendigen Lhristenglauben keinen Hehl. In der Laurentius- und in der Stephanus-Airche hatte er einen ständigen Platz. Bei dem verstorbenen Pastor O. Hoffmann war er Hausarzt und Hausfreund. Im Wilkeschen Hause wurde christliche Gastfreundschaft eifrig gepsiegt. Unter der rauhen Schale eines scheinbar barschen Wesens barg Wilke ein friedlichfrommes und in Gott fröhliches, liebevolles Gemüt. Gottes Wort lag bei ihm nicht nur auf dem Tisch: er hatte es auch im Herzen. Ts war auch der Trost in seinem Leiden, das Licht in den dunklen Tagen, die vor seinem Tnde über ihn kamen. Tine besondere Grabrede verbat er sich vor seinem Tode: nur Gottes Wort sollte an seinem Sarge verkündigt werden. So geschah es auch, und die einfache Feier machte auf die große Trauerversammlung einen erhebenden Tindruck. „So will ich es auch einmal haben, wenn ich begraben werde," sagten viele, die an ihr teilnahmen. Als Lied wurde gesungen: „Jerusalem, du hochgebaute Stadt." Dann wurden folgende Schriftstellen verlesen: Römer 7 (ein Hinweis auf das Ringen und Streben des Entschlafenen), Psalm u. 73 Schluß (ein Zeugnis von seiner Sehnsucht), Offenbarung 7 u. Ioh. 7 (eine predigt von dem Ziel, an dem die befreite Seele durch Thristi Gnade landet). Zum Schluß der Feier wurde des Entschlafenen Lieblingslied gesungen: „Ich geh' zu deinem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Trben ins Land des Lebens gehn." „O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner letzten Not. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft. Da werd' ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft." Aterne^Wissionszeilung. Die Bibelfrau des Brandendurgischen Vereins von Freunden Israels, Frau de Montfumat, verkaufte im Jahr $03 207 Bibeln, 8$ Neue Testamente und 70 Gesangbücher und verschenkte weitere jooo Drucksachen (Exemplare der D. E.). Leider verweigerte ihr die Polizei für $o^ die Ausstellung eines Gewerbescheins, so daß sie genötigt wurde, ihr seit 1899 mit großer Treue und schönem Erfolg verwaltetes Amt niederzulegen. — Der Leipziger Zentralverein für Mission unter Israel stellte P. v. Darling, der früher in norwegischem Missionsdienst in Galah (Rumänien") wirkte, als Missionar und Reiseprediger an. Der Verein ließ seine „Mitteilungen" eingehen und gibt jetzt das vierteljahrsblatt „Friede über Israel!" heraus. Daneben erscheint weiter die einst von Franz Delitzsch begründete Zeitschrift „Saat auf Hoffnung." — Die Tätigkeit des in Wien bestehenden Londoner Missionsamtes beleuchten folgende Zahlen für $03: 2398 Hausbesuche; Reden (65 predigten, 55 Ansprachen, \7 Vorträge); $ U9 verbreitete Schriften (2$5 verkaufte, darunter 7$ Neue Testamente); t5 Tanfbewerber, von denen vier getauft wurden. — Der französische Iudenmissionsverein kämpft immer noch mit großen Schwierigkeiten. Missionar Kreyts, der in Paris mit vielen Juden verkehrte und sogar in einer jüdischen Familie wöchentliche Versammlungen abhielt, vertauschte das Missionsamt schon nach vierzehn Monaten mit dem Pfarramt. Einen Teil seiner Arbeit, die Missionsxredigtreisen, übernahm P. Eerisier. In (Dran missionierte P. Borloz nicht nur unter Juden, sondern auch unter Arabern und Spaniern. Einmal verhinderte er die Veranstaltung einer Lotterie dadurch, daß er Psalm $ vorlas und erklärte. Seine Gesundheit ließ leider stets zu wünschen übrig. Die Missionsschule in Algier wurde von mehr als $0 jüdischen Mädchen besucht. — In London wurde am 2\. und 22. Oktober eine internationale Iudenmissionskonferenz abgehalten. Die Vorträge behandelten die Zukunft Israels, die Bildung einer judenchristlichen Kirche, den Einfluß der modernen Theologie auf die Juden, die Stellungnahme zu den umherziehenden Taufbewerbern und Getauften, die Arbeitsmethoden in der Iudenmission, die Schwierigkeiten der Mission unter den gebildeten Juden, das Verhalten derMissionzum Zionismus und zu anderen Bewegungen unter den Juden, endlich Ergebnisse und Aussichten der Iudenmission. Die Verhandlungen fanden im sogenannten Kirchenhause statt. Außerdem vereinigten sich die Teilnehmer zu einem besondern Gottesdienste in der Margaretenkirche, der Kirche des Parlaments. — Im Januar $04 feierte das Asyl für arme israelitische Mädchen in St. Petersburg sein ^0 jähriges Jubiläum. Seit seiner Gründung im Jahre $64, zu welcher zehn fromme Frauen durch die Iudenmissionare Hefter, Klee und Schulze bewogen worden waren, beherbergte es etwa 300 Kinder. Einige wurden schon in der Anstalt, viele andere nach dem Austritt aus derselben getauft. Drei frühere Zöglinge sind als Diakonissen, andere als Privatkrankenpflegerinnen tätig. Eine ist zurzeit Gehilfin der Hausmutter. — In Mountain Lake Park (Maryland) fand am 28., 29. und 30. Juli eine Versammlung von nordamerikanischen Iudenchristetl statt. Linen ausführlichen Bericht über diese in mancher Einsicht merkwürdige Konferenz versendet Herr M. Rüben, 533:§2ä Street, Pittsburgh, Pa. Ziver Dr. W3Küdemamrs „Zildeninm" schreibt Lic. Fiebig in der,,Saat auf Hoffnung" (*903,^ S. 53 ff.): „Es ist zwar sehr anzuerkennen, mit welcher Sachlichkeit und Ruhe der Verfasser redet. .. Auch dies werden wir ihm gerne