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Dibre Emeth · 1904-01-01 · 2 (1904) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
60 (1904)
Issue
2 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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11 Unverstand gegen den erhob, den Gott zum Fürsten und Heiland gemacht und erhöht hatte, so wiederholte sich bei den Menschen je und je diese Umwandlung der Gesinnung. Die Jünger aber, die aus dem Munde des Auferstandenen den Friedensgruß gehört hatten, besaßen fortan Frieden. Als vollends der heilige Geist, der Stellvertreter ihres Meisters, auf sie herabgekommen war, traten sie selbst in den Kamps um den Gottesfrieden ein, den Jesus führte. Bald entstanden überall Christengemeinden, auch in Samaria und im Küstenland, wo der Herr selbst schon vor seiner Erhöhung einzelnen nahe getreten war (Ioh. Mat. (5). So ist es durch die Jahrhunderte geblieben. Seit der Auferstehung Jesu, von der auch Iosephus berichtet, dauert der Kampf um den Gottesfrieden fort. Wohl allen, die sich von dem göttlichen Helden besiegen lassen! II. Morin besteht nun das Geheimnis der Person, deren Geschichte mit ihrem Tode nicht zu Ende war. sondern erst recht anfing? Was ist das für eine Kraft, welche noch immer wie vor MO Jahren die Menschen an Iesum fesselt und Tausende, nein, Millionen bekennen läßt: „Das Beste, das wir haben, verdanken wir Jesu?" Eine falsche Erklärung, mit der wir uns nicht lange aufzuhalten brauchen, gibt der Talmud. Er behauptet, Jesus sei ein Zauberer gewesen und habe aus Ägypten in seinem eigenen, von ihm selbst ausgeschnittenen Fleisch seine Zauberkünste mitgebracht. Ganz ähnlich behauptet die jüdische petrussage, Petrus sei in den Tempel zu Jerusalem gegangen, habe einen Einschnitt in die Haut gemacht und eine Schrift, welche den Gottesnamen enthielt, hineingelegt, um fortan Wunder vollbringen zu können. Eine andere falsche Erklärung brachte der haß der pharisäischen Gegner Jesu bei seinen Lebzeiten auf. Diese beschuldigten den Erlöser, daß er mit dem Obersten der Teufel im Bunde stehe und durch denselben die Teufel austreibe. Die Widerlegung dieser Anklage gab Jesus selber (Mat. (2,2^ ff). Wir brauchen auch bei dieser törichten Behauptung nicht zu verweilen. 2. Die richtige Erklärung findet sich bei Iosephus, dessen merkwürdige Äußerungen über den Heiland diese Zeitschrift schon mehrfach behandelt hat. Erträgt Bedenken, Iesum nur als einen Menschen zu bezeichnen, da er unglaubliche Dinge getan habe. „Er war der Ehristus (der Gesalbte)," schreibt dieser Israelit. Bon Jesu Erscheinen am dritten Tage nach dem Tode sagt er, dasselbe stehe im Einklang mit der Verkündigung gottgesandter Propheten, die auch noch andere wunderbare Dinge von Jesu geweissagt haben. Auch diejenigen, welche die Echtheit der Aussagen des Iosephus bezweifeln, müssen zugeben, daß diese Worte sachlich unanfechtbar sind. Dieselben stimmen mit der Deutung des Geheimnisses überein, die wir in unfern besten Quellen, den neutestamentlichen Schriften, finden. Ja, Jesus ist der übermenschliche, göttliche, dem Volke Israel schon lange im voraus angekündigte Messias: dafür verbürgt sich der zweite Teil der Bibel. Geboren als ein Wunder, wurde er der beste Ratgeber der Menschen, der Gott-Held, der Vater der Ewigkeit, der Friedefürst. Johannes der Täufer grüßte ihn als das der Welt Sünde tragende Gotteslamm, Petrus als den Worte des ewigen Lebens redenden Gottessohn, Thomas als seinen Herrn und seinen Gott, Johannes der Apostel als den wahrhaftigen Gott und das ewige Leben. Paulus aber deutete das Geheimnis der Gottseligkeit, d. h. das Geheimnis, welches den Mittelpunkt des christlichen Glaubenslebens bildet, mit dem Iubelruf ((. Tim. 3,(6): „Gott ist geoffenbart im Fletsch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt von der Welt, ausgenommen in die Herrlichkeit." Die Kreihespredigt unseres Heilandes. Der Zug der Männer und Frauen, die den Herrn Iesum begleiten, ist mit dem Heiland auf der Schädelstätte angelangt. Wir treten zur Seite, zu dem Simon von Kyrene, dem sie das Kreuz aufgeladen haben, aber unser Auge ruht auf dem, den unsere Seele liebt. Die Kriegsknechte werfen das Kreuz zur Erde und graben die Grube, darin das Kreuz zu stehen kommt. Das Schaf wird zur Schlachtbank geführt, und das Lamm verstummt vor seinem Scherer. Sie durchgraben ihm Hände und Füße und heften ihn ans Marterholz. So hängt der heilige zwischen zwei Missetätern. Die Wunden reißen, weil die Last des Leibes an den Nägeln hängt. Da erhebt er fein Haupt zwischen den ausgespannten Armen und beginnt seine Kreuzespredigt. Im Blick auf die Umstehenden ruft er: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!" Es ist der Hohepriester der Menschheit, der am großen Versöhnungstag für fein Volk um Vergebung fleht; es ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen, der hier zwischen Himmel und Erde hängt. „Vergebung", das ist das erste Wort des Herrn am Kreuz. Das will ich mir tief ins h rz schreiben, denn gebetet hat er auch für mich. Vergebung zu schaffen, ist sein erstes Werk am Kreuz, Vergebung zu spenden, sein erstes Werk auf dem Thron, weil Vergebung der Sünden zu empfangen, das erste und eine ist, was uns nottut Ohne Vergebung haben wir kein Leben und keine Seligkeit. Darum will ich frohlocken: „Gelobt fei Jesus Ehristus, der auch mir Vergebung erfleht und erworben hat!" Wir alle können Vergebung haben in ihm und die Erlösung durch sein Blut. O. darum kommt alle und lasset Euch in der,,Vergebung die große Hauptsache auf Erden schenken! Über die Kriegsknechte, die ihm seine Hände durchbohrt, über sein

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