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Dibre Emeth · 1904-01-01 · 1 (1904) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
60 (1904)
Issue
1 (1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6 der allmählich in ihm erwacht war. Er erbat und erlangte Aufnahme in die protestantische Lehranstalt auf der Insel Malta, auf welche ihn ein Prospekt derselben aufmerksam gemacht hatte. Nach einem fünfjährigen Studium meldete er sich bei der £, I.- Mission. Durch diese erhielt er seit dem gerbst (85^ Gelegenheit, sich durch den Besuch ihres Seminars in London noch weiter auszubilden. Am $. Januar (857 wurde er 511111 Missionar ernannt. Zwei Monate später sandte ihn die Gesellschaft nach Bagdad. Hier arbeitete er in Gemeinschaft mit seinem Schwager, Miss. I. H. Brühl, bis (866. Bon Bagdad wurde er nach Smyrna versetzt. (885 aber kam er als Nachfolger von Dr. Stern nach England zurück. Nachdem er neun Jahre in London gearbeitet hatte, bezog er (894: seinen letzten Posten: Bristol. Das „Heim für Wanderer", welches er schon in London geleitet hatte, wurde zu gleicher Zeit nach Bristol verlegt. Hier entschlief Eppstein am (0. Mai $05. Er taufte im ganzen 262 Israeliten (82 allein in Bristol). Kurz vor seinem Tode sagte er zu einem Besucher: „Ich danke Gott, daß er mich befähigte, mit beiden Händen die perle zu ergreifen". Ju Jes. 8,10. > Der Midrasch erzählt, daß der obige Vers bei; dem Rettungswerk, dessen sich Israel am purimfest erinnert, als Leitstern gedient habe. Als Mordechai, von schwerer Sorge um seine und seiner Glaubensgenossen Zukunft geängstigt, durch die Straßen von Schuschan eilte, bemerkte er einen jüdischen Knaben.! Er rief denselben zu sich heran und gebot ihm:! „Nenne mir ein Wort der heiligen Schrift, welches! Dir besonders vertraut ist!" Der Knabe antwortete sofort mit Ies. 8,(0: „Beratet einen Rat, und er wird vereitelt werden. Redet eine Rede, und sie wird nicht erstehen. Denn mit uns ist Gott." Iu Jesaia 53. In der Zitadelle von Rabat, der Begräbnisstadt der Sultane von Marokko, wird angeblich eine merkwürdige Reliquie aufbewahrt: der Schlüssel der Stadt Eordova. Als die Araber im Jahre ($2 aus Spanien vertrieben wurden, sollen sie ihn mit sich genommen und nach Rabat gebracht haben. So trägt Israel seit seiner Vertreibung aus dem Reiche Gottes (Mat. 2h 45) den Schlüssel zu diesem Reiche mit sich umher. Jede jüdische Gemeinde bewahrt ihn in der heiligen Lade der Synagoge auf. Außerdem stndet er sich in vielen jüdischen Häusern. Dieser Schlüssel ist das bedeutsamste Kapitel des Alten Testaments, Jesaia 55. Im Anschluß an dasselbe predigte einst der Almosenpfleger Philippus dem Kämmerer der Königin Kandaze das Evangelium von Jesu, und seine Worte überzeugten den Athiopen alsbald von der Wahrheit der christlichen Lehre, so daß er sich taufen ließ (Apg. 8). Und Jesus selber hat nach seiner Auferstehung ohne Zweifel besonders aus Jesaia 55 den Jüngern von Emmaus bewiesen, daß sein Todesleiden der unvernieidliche Durchgang zu seiner Herrlichkeit war, also jenes Kapitel als einen Schlüssel zum Verständnis seiner Geschichte und des von ihm gegründeten Reichs angewandt (Luk. 24). Die Freunde Israels werden nicht müde, das Volk der zwölf Stämme aufzufordern, daß es endlich von der kostbaren Reliquie, die es besitzt, Gebrauch mache, daß es sich von feinem eigenen Propheten über den von dem Allmächtigen gefaßten und von Jesu, seinem Gesalbten, vollbrachten Heilsplan unterrichten und die Pforte zum neuen Bunde öffnen lasse. Ju Wat. 5, 4. Ein junger Israelit kaufte etwas in einem Laden. Zu Haufe angekommen, wickelte er den Gegenstand aus. Hierbei fielen feine Augen auf einen Satz des bedruckten Papiers, welches als Umhüllung gedient hatte. Der Satz lautete: „Selig sind, die da leidtragen, denn sie sollen getröstet werden". Das Stück Papier war ein Blatt aus dem Neuen Testament. Der junge Mann wurde durch das Gelesene um so mehr ergriffen, als er nicht lange vorher seine Mutter durch den Tod verloren und selber eine Krankheit durchgemacht, aber sich auch ernstlich und doch erfolglos vorgenommen hatte, Gottes Wohlgefallen zu erwerben. Aufmerksam las er jetzt den ganzen Abschnitt der Bergpredigt, den das ausgerissene Blatt enthielt, und der Wunsch wurde in ihm rege: „Könnte ich doch das Buch bekommen, zu welchem dies Blatt gehört!" Wenige Tage darauf sah er bei einem Bekannten ein Neues Testament. Als er dasselbe durchblätterte, stieß er auf jenen Vers der Bergpredigt, der ihn so ergriffen hatte. Er bat seinen Freund, ihm das Buch zu leihen, und begann sofort mit dem Lesen desselben. 'Zwar nahm er Anstoß an dem oft vorkommenden Namen „Jesus". Er warf das Neue Testament mehrmals auf die Seite. Aber immer wieder griff er zu dem wunderbaren Buche. Einzelne Stellen rührten ihn zu Tränen. Besonders fesselte in das Gespräch Jesu mit Nikodemus. Das Alte Testament wurde ihm jetzt erst recht verständlich. Er erkannte auch je mehr und mehr, daß die Berichte des Neuen Testaments ebenso wohlbegründet sind wie die des Alten. Einen tiefen Eindruck machte dann auf ihn die Bekehrung des Saulus-Paulus. In den Briefen dieses Mannes, z. B. 2. Kor. 5, (4 —(7, lernte er immer besser die Triebkraft der Selbst- und Wellverleugnung kennen. Alle feine Forschungen führten zu dem Ergebnis: „Jesus ist der Messias, und auch das Neue Testament ist Gottes Wort". Aber vollen Frieden fand der Sohn Abrahams erst, als er gemäß Ioh. (6,25 f. im Namen Jesu zu Gott betete. Schon als Kind war er durch das Bekenntnis der

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