Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 60 (1904)
- Issue
- 1 (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Missionar: „Erst seit ich anfing, Sie zu besuchen, sehe ich das Licht. Aber es ist die Freundlichkeit Ihrer Frau, die mich zu Ihnen gezogen hat" Als er von einem Juden gefragt wurde, weshalb er sich zu den Protestanten halte, antwortete er: „Sie würden mich nicht fragen, wenn Sie in Ihrem Kerzen nur einen kleinen Teil der Glückseligkeit besäßen, die mir zu teil wurde, sobald ich der Wahrheit Gehör schenkte". Ein Brief aus Abessinien an Missionar Flab. Im Blick auf das letzte Jahr kann ich Ihnen zum Lobe Gottes mitteilen, daß die predigt unter den Falascha Fortschritte gemacht hat. Wir hatten auf unfern drei Stationen, sowie auf Missionsreisen durch verschiedene Provinzen reiche Gelegenheit, Falascha und abessinischen Namenschristen das seligmachende Evangelium zu verkündigen. Sechzehn erwachsene Falascha konnten wir taufen. Andere empfangen Unterricht. Unsere drei Schulen werden regelmäßig von proselyten und abessinischen Christen besucht. Auch unsere Gottesdienste werden gut besucht. Ls ist uns recht wohl dabei, und wir werden reich gesegnet, wir haben für diesen Zweck ein eigenes Haus gebaut. Des Heilands Nähe bringt manches Herz zum Nachdenken, wenn wir Buße und Vergebung der Sünden predigen. Eine Freude für uns ist es, hier und dort zu sehen, wie Seelen ihren Heiland lieb gewinnen, Buße tun und in seine Nachfolge eingehen. Von nah und fern kommen Falascha und proselyten zu uns. Gewöhnlich verweilen sie vier bis fünf Tage, in denen wir ihnen Liebe erweisen und Iesum Christum, den Gekreuzigten, predigen. Es wird diesen Männern nicht zuviel, wenn wir oft drei bis vier Stunden ununterbrochen mit ihnen die Bibel lesen und über das Gelesene reden. Die Leute, die so zu uns kommen, möchten eben gerettet und selig werden. Auf den beiden anderen Stationen tun die Brüder dasselbe. Viele Nachfrage ist nach Bibeln und andern Büchern, die Sie auf der Lhrischona haben drucken lassen, wir könnten Tausende unter unser Volk bringen, wenn nur die Transportkosten nicht so hoch wären. Missionspredigtreisen wurden von den Brüdern gemacht durch die Provinzen Tschelga, Sakalt, Gorgora, Dembea, Dagusa, Tschanifankara, Begemeder. Br. Sanbatu kam sogar in den Süden Abessiniens nach Alefa, Atschafer und Godjam. Zu unserm Erstaunen fand er, daß dort 5—-^00 getaufte Falascha leben. wie kamen diese dahin? Als die Derwische Westabessinien verheerten, siüchteten mehrere von unfern proseytenfamilien in diese südlichen Provinzen. Es waren Maurer, Zimmerleute, Weber usw. während sie mit ihren HandwerkenIhren und) ihrer Familien Unterhalt erwarben, predigten sie den dort wohnenden Falascha das Evangelium und sagten ihnen, wie und warum sie Christen geworden seien. Die Frucht dieser stillen Arbeit sind nun die 3- ^00 proselyten. Ls sollten not* wendig etliche von uns sich unter ihnen niederlassen' die Kinder in Schulen sammeln und die Alten in dem, was zur Seligkeit nottut, unterweisen. Senden Sie uns den Auftrag, eine oder zwei Stationen dort zu gründen, und die Mittel dazul wenn das Komitee wegen seines großen Defizits nichts tun kann, gibt I Ihnen vielleicht ein anderer Freund des Reiches Gottes 500 Mk. Das genügt für die Übersiedlung zweier Brüder und ihrer Familien, sowie die Gründung einer Station. Mein Bestreben und mein tägliches Gebet ist, daß der Herr durch uns verherrlicht und sein großer Name an und durch uns gepriesen werde, wir leben unter einem unschlachtigen und verkehrten Geschlecht. O, daß das Licht des Evangeliums bald die Sündenfinsternis vertriebe und der volle Tag Christi bald erschiene! wir haben viele Feinde, aber ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Au leiden gibt's. So gab der Beamte jedem von uns zwölf Soldaten Einquartierung. Sie quälten uns, und als sie gingen, nahmen sie mit sich, was sie konnten, wir müssen lernen, den Raub unserer Güter, deren ja wenige find, ertragen. Es ist schwer, aber wir Abessinier sind um unserer vielen Sünden willen unter dem Gericht Gottes. Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: laß fahren dahin! Sie haben kein'n Gewinn. Das Reich muß uns doch bleiben. Ich empfehle mich und meine acht Mitarbeiter Ihrer Fürbitte. Grüßen Sie alle meine Freunde! wir dienen einem Gott, der Gebete erhört und uns tröstet in aller unserer Trübsal. Sein Name sei gelobet in Ewigkeit. Ihr dankbarer Mohrensohn Michael Argawi. Djenda, den 2% Mai $05. Johann Moses Eppstein wurde am 2% Februar $27 zu Memel geboren. Er verlor früh seine Eltern und wurde von seinen Großeltern, die in Rußland lebten, erzogen. Im Alter von 9 Jahren zog er mit den letzteren nach Jerusalem. Hier blieb er auch nach ihrem Tode. Als er $ Jahre alt war, traten einige seiner Freunde zum Christentum über. Auch er selbst konnte sich dem Einfluß des Neuen Testamentes, welches er heimlich las, nicht entziehen. Der Zorn seiner Stammesgenossen über seine Hinneigung zur christlichen Religion führte die Entscheidung herbei. Er wandte sich an Missionar Nikolayson und ließ sich von diesem noch weiter unterrichten. An: $. Juli wurde er von Bischof Alexander getauft. Er fand dann in Kairo bei einem englischen Kaufmann eine Anstellung und blieb hier mehrere Jahre. Obwohl er auf dem betretenen Wege zu irdischen: Reichtum hätte gelangen können, folgte er den: Missionstrieb,