Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1903-01-01 · 4 (1903) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
59 (1903)
Issue
4 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2554541-2555092-2555096--10271-2566510
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

31 vorlasen. Auch die Feste, die kirchlichen sowohl »vie die häuslichen, wurden durch das Lesen eines Psalmes oder einer andern Bibelstelle geweiht. Alle Jahre einmal wurde das heilige Abendmahl tm Hanse gefeiert. Line Feier steht nur besonders vor Augen. Mberhofprediger Dy. Strauß, der mich konfirmiert hatte, hatte das Abendmahl ansgeteilt, wir hatten auf den Kttteeu das Dankgebet gesprochen. Da erhob sich mein Vater und sagte, in einem evangelischen Hanse wäre der Hausvater auch der Hauspriester, und nun rühmte er die Güte und Gnade seines Heilandes. Ans dieser Hausandacht ist uns ein nnverlierbarer Segen erwachse»!. Dies war gewiß der Höhepunkt häuslicher Erbauung." lebendige, andächtige, betende und sinnende Herzensgenieitlschaft niit dein HLrrn, t,t welcher sein Geist an unser»»» Geiste still, aber mächtig arbeitet und ihn allmählich umbildet und verklärt. Lin gebildeter Mensch ist ei»» von Jesu durchgeistigter Mensch. (Der Pilger z. H.) 4. Gott nimmt uns oft nicht ans der Schule, aber er gibt i»ns Nachhilfestunden. Lr stützt und stärkt uns das Herz, daß »vir die Last tragen, als trügen »vir sie nicht. Lr erspart dem Stephanus die Steimvürfe nicht, aber er läßt ihn nicht auf die Steine schauen, sondern in de»» offene»» Himmel. So soll es auch bei u»»s sein. Blicke »licht auf das gegenwärtige Leid, sondern auf die Herrlichkeit, die danach koinmen »virdl (Der Nachbar.) Jas Wort tzchristr. An Dei»»em Worte hang' ich wie Augen an dein Licht. Nach Dei»»e»n wort verlang' ich, wen»» alles mir gebricht. Und muß ich fast ertrinken I»» »»»einer Schwachheit Not, U»nkla»n»n're ich im Sinken Dein Wort, »nein Herr und Gott. Du sprichst: „Ich bin das Lebe»», Das Licht, der weg, die Tür, Das Brot, das euch gegeben. Mühsel'ge kommt zu mir 1 Ls soll euch »»ie»na»»d reißen Aus meiner starken Hand, Und Erbe»» sollt ihr heiße»» Mit mir in» Rindesstand." Herr, hilf, daß Deiner Worte Geivalt und Herrlichkeit Bis an die dunkle Pforte Mir gebe das Geleit'! Und kann im Todesschatten Mein Auge »licht »nehr seh'»», So ruf' in »nein Lrmatten: „Ich bin das Aufersteh'»»!" (Elisabeth Iosephson.) Zum Nachdenken. \. Das ist die Natur des Glaube»»s, daß er zu ihr»» zeucht andre Leute, bricht aus, gehet durch die Liebe ins Werk, denn er lebt und kan»» »veder schweigen noch feiern. Der Glaube ka»»»» »licht anders: er »nuß reden, denn er will »»ützlich sei»» de»»» Nächste»». Das ist das allergrößte und höchste Werk des Glaube»»s, daß einer den andern lehre iin Wort. (Luther.) 2. Der Hochrnut besteht in einer ungebührlich hohen Meinung vo»n eigenen Ich. Dar»»»»» können die Menschen in ihrer Hochnäsigkeit es nicht einmal ertragen, daß ihnerr je»»»ar»d gleich sei. Der Hochrnut verführte de»» Satan, sich gegen seinen Schöpfer zu erheben. Lr verleitete unsere ersten Llterr» zu de»n verlangen, zu sei»» wie Gott, wie töricht, wie u»»gerei»»»t, »vie verderblich erscheint doch der Stolz! I»»de»n er sich zu erheben versucht, stürzt er sich nur in de»» Rot. Inden» er versucht, sich selbst einen Throi» zu errichte»», »»»»terhöhlt er den Boden, auf »velche»»» er steht, und gräbt er sein eigenes Grab. Die Selbstüberhebung stürzte de»» Satan vo»»» Hi»n»nel in die Hölle. Sie verbannte unsere ersten Litern aus dein Paradiese. Sie wird alle, die ihr fröhnen, ins verderben stoßen. Der Hochnmt hält u»»s i»» Unwissenheit über Gott und schließt uns von seiner G»»ade aus. In dieser Welt beraubt er uns aller Ehre u»»d Glückseligkeit, welche die Ge,»»ei»»schaft mit Gott uns verleihen würde, und in der zukünftige»» »vird er uns auf immer des Himmels Tür verriegeln u»»d die Pforte»» der Hölle hi»»ter u»»s zuschließen, es sei de»»»», daß »vir ih»n vorher absagen. Hütet euch dar»»»»» mit alle»»» Fleiß vor de»»» Hochrnut! (Spurgeon.) 3. Ich bin durch die Welt gegangei» und habe »nir viele große, gute, kluge und a»»dächtige Me»»schen aller Zeiten angesehe»», aber keiner ko»»»»te ga»»z »»»ein Vorbild sein, de»»n überall »nerkte ich »nenschliche Schwäche, ja, Sü»»de u»»d häßliche schwarze Flecke»». Wohl fand ich manche»» einzelnen Zug, »nanches einzelne IVoxt, man che einzelne Handlung, die »vare»» vorbildlich gut, groß und edel. Aber gerade die Allerbesten, die ich traf, sagten »nir: „was a»» mir der Liebe und Nachahmung wert ist, das habe ich »licht vo»» mir selber, so »»der»» Lhristus hat es mir gegeben. Lr ist mein Vorbild; ich bin nur sein schlvaches Abbild." So »nuß »»»an zu Christo gehen, wenn »na»» das himmlische Menschenbild sucht, »vie Gott es habe»» »vill. So ist das der Weg zur »virklichen, echten Bildung, daß man das Bild Jesu, »vie die Schrift es »»ns malt, ins Herz und Gewisse»» sich einpräge. Das geschieht allein durch den Glauben, die Kleine WissionszeiLnng. Die Berliner Ii»den»»»issioi»sgesellschaft erwarb in» Norden der Stadt, Rasta»»ienallee 22, ein vierstöckiges Haus. In» Hofe desselben ließ sie eine \20 Personen fassende Rapelle erbaue»», »velche den Na»nen „Messiaskapelle" erhielt und a»n 2\. Dezember J902 eingeweiht wurde. — Der 60. Jahresbericht des Westdeutsche»» verei»»s für Israel führt zehn Missionstaufen an, von denen sieben in Röln, drei i»» Frankfurt a. M. stattfanden. Zwei Missionare klagen über die geringe Bibelkenntnis vieler Israelite»». Li»» jüdischer Lehrer sagte: „Ich besitze nur die fünf Bücher Moses und die Psaline»». Das reicht für mich und »»»eine Gemeinde aus." wie groß oft die Abneigung gegen die Angestellten der Mission ist, zeigt eine Äußerung aus jüdische,»» Munde, die P. Rlose zu hören beka»n: „Als Missionar sind Sie »nir in tiefster Seele verhaßt." — Der Leipziger Ler»tralverein für Mission unter Israel wurde bei»»» Zusammenbruch der Leipziger Bank ii» Mitleidenschaft gezogen. Missionar Schmeißer siedelte von Rrakau »»ach Bukarest über, wo er jetzt zugleich Rektor a»n Diakonissenhause ist. Professor Dalman übernahin die Leitu»»g des neuen deutschen archäologischen Instituts in Iernsale»»». Sein Nachfolger i»n Inst. Jud. Delitzschianum wurde Lic. Fiebig. P. Fab er schied aus dein Vorstände des Instituts a»»s, »vährend die Professors»» Kittel und Rirn demselben beitraten. — In Rotterda»»» wurde ein junger russischer Jude getauft, welcher in seiner Heirnat schon als zwölfjähriger Rnabe von Stundisten zu Jesu geführt und dann viel verfolgt worden war. Einmal wollte ihn sein fanatischer Vater ertränken, doch retteten ihn Rosacken. Zehn Tage lang »n»»ßte er dann »nit stundistischen Freunden zusa»n»nen in eine»n Rerker sch»»»achtei», »veil er sich »veigerte, dieselben zu verlassen und der russische»» Rirche beizutreten. Nach seiner Freilassung erhielt er von den Stundisten die Mittel z»»r Auswanderung. Der Missionar, »velcher ihn taufte, ge»va»»n die Überzeugung, daß Gott an der Seele dieses Juden wirklich Großes getan hatte. — Die von Di'. Gelbert in Bristol begründete Missionszeitschrift „Rol Schophar" ftnbet großen Anklang. Lin Rabbiner wünschte ihr monatliches Erscheinen und spendete 20 Mark für die Rosten. Nainentlich russische Juden lesen das Blatt mit Begierde. — Die Brit. und Ausl. Bibelgesellschaft trat in ihr ,\oo. Arbeitsjahr »nit einer Feier ein, die auf Veranlassung des jüdische»» Bürgerineisters von London in dessen Palast stattfand. Unter de»» Teilneh»nern befa»»d sich auch der Ministerpräsident Balfour. Den Vorsitz führte der Bürgerineister. — Die Londoner Iudenmissionsgesellschaft hat iininer noch ein Defizit von 5399 vereinnahmte in» letzten Jahre 40699 £. Die Ansgaben beliefen sich auf 38 06^ «£. Auch dieBritische Gesellschaft, »velche in» Mai ihr dia»»»a»»te»»es Iubiläun» feierte, kä»npft mit einen» Defizit von »nehr als 725 £. — Die in» letzten Halbjahresbericht errvähnte neue Missionsschule in Bukarest hat bereits 194 Schüleri»»»»en u»»d erhält sich selbst. In der alten Schule sind 227 Mädchen. So bald als »nöglich soll auch eine Rnabenschule eröffnet werden. — In Smyrna »vurde eine neue Misffonskapelle eingeweiht. Die in derselben a»»gebrachte»» Bibelstetten (Ioh. 4,24; 5. Mose 6,4; Ioh. ^,^7 über 2. Mose 20, \—\7', Ioh. t4, 6 über Mat. 6, 9—und de»»» Apostolischen Glaubensbekenntnis) predigen jeden» Besucher die Hauptstücke der christlichen Lchre. Die dortige Mädchenschule der L. I.-M. zählt 57 Rinder. — von Urinia (Persien) schreibt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.