Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1903-01-01 · 4 (1903) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
59 (1903)
Issue
4 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2554541-2555092-2555096--10272-2566511
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

32 „Der Christ!. Grient": „Cs sind 2000 Juden hier: ein hübscher Menschenschlag, im Äußern ganz verschieden von unfern europäischen Juden. Sk sind durchweg sauberer als die Muhammedaner. In einein Halste lebt gewöhnlich eine große Familie beisammen: Vater, Mutier, drei oder vier Söhne mit Frauen und Kindern, Großeltern und alte verwandle. Wenn das ehrwürdige Gberhaupt der Familie die uralte Harfe von der wand nimmt und zur Ehre Iehovahs ei,: Lied anstimmt, glaubt man sich in die Zeit der Patriarchen zurückversetzt. Reich geschmückt sind die wohlhabendereil Fraueii. Sie trageil ganze Ketten von Goldstückeil im Haar, um deil Hals und an beu Armen. In scharlachrote Geivänder gehüllt, bewegen sie sich graziös. Auch die allerärmsten Töchter Levis tragen Arinbäilder und Ringe in den Mhren und oft in der Rase." — In Abessinien wurdeil in: vorigen Jahre sieben erwachsene Falascha getauft. Bei einer Reise durch die Provinz Tschelga fielen einige Missionare der L. I.-M. Räubern in die Hände. Sie waren zuerst in großer Sorge wegen ihres Lebens. Aber der Hauptmann ließ sie gehen, als er von ihrem wirken hörte und ihre Bücher sah. Cr bat sie sogar, sie möchten für ihn beten. Als sie ihm und seillen Leilten mehrere Bibelstellen vorgelesen und mit Kor. 6, 9a geschlossen hatten, sagte der Allführer: „Solche Worte habe ich nie gehört. Zieht Euren weg in Frieden!" — Line im Jahre;9o; in Boston begründete Gesellschaft von Indenchristell verallstaltete im Juli $03 eine größere judenchristliche Versalnmlung. Aus dev jüdischen Presse. wir sehen klar, daß es die jüdischen Elemente sind, die das Christentum in nlodernen Verhältnissen kulturfähig, kulturschntzend uild -fördernd machen. (A. Z. d. I. *902, S. 569. In Wirklichkeit ist das Christentunl der größte Kulturfaktor, weil es die beengendell Fesseln des Iudentuins gesprengt und der Welt einen neuen Geist von oben mitgeteilt hat.) — Nahe sollte uns, mindestens so sehr wie der Korall, die Literatur des Urchristentums liegen, wir kümmern uils kaum um das Abc ihrer Theolog'e, sei es in religionsgeschichtlicher oder apologetischer Abs.'cht. Soll der jüdische Theologe imstalide sein, seine Gemeilide aus der geistlichen Umstrickung des Christentums zu retten, dann hilft kein vocliehmes Ignorieren des letzteren; er muß Bescheid wissen. (Cbd. S. 570.) — Cs gibt wohl keineil deutschen Juden, der den Anspruch erhebt, als gebildet zu gelten, der liicht unbedingt die Notwendigkeit anerkennen wird, über die Lntstehulig des Christentums, über das Leben und wirken seines Stifters orientiert zu werden. (;903, S. Was weiter von dem Judentum als der Religion der Zukulift und von den Worten Christi gesagt wird, beruht auf völliger Verkennung des wirklichen Tatbestandes.) — wir verdammen jede Missionstätigkeit, weil sie ihre Erfolge auf unsittlichem Wege zu erreichen sucht. (Cbd. S. 69. Der Angreifer denkt an Mat. \o,o% ff. Cr erkennt nicht, daß der durch die Sünde hergestellte, falsche Friede bekämpft werden muß. Vgl.Ier.8,8—;;.) — Der Karren des Judentums ist arg verfahren. Starke Hände sind notwendig, ihn wieder ins richtige Geleise zu bringen. (Cbd. S. J9?. welche Hände, lehrt Röm. \\, 23.) —- Das Neue Testa ment besitzt keine originale Idee. (Cbd. S. *98. vgl. S. 28^ f. Gegen Mat. p, 27—50; Ioh. 6; js, 7; *6, y*. 23 f.; 49, 30. und a. St.) — Mit dem Christentum ist eine neue Macht in das Leben der Menschheit eingetreten. (Cbd.) — Stammesgefühl und Missionsgedanke sind die Stützen des modernen Judentums. (Cbd. S. 236.) — Jesus war durch und durch Jude, und wir hätten nicht das Recht, dem Urchristentum unsere volle wissenschaftliche Aufmerksamkeit zu widmen? (Cbd.) — Das Messiasbewußtsein Jesu bildet den schärfsten Gegensatz zmn Gottesreichsbegriff der Propheten. (Cbd. S. 285. Gegen die Wahrheit. (Vgl. Gehler, Theologie des Alten Testaments, 2. Auflage, S. 770 f.’| Auch im zweiten Teil des Aufsatzes, S. 296 fs, versündigt sich der verf. vielfach an der Wahrheit. Am meisten empört nns die Lüge, daß Paulus die Verwerflichkeit des Sittengesetzes gelehrt habe.) — Der jüdische Handelsmann in der Levante ist auch ein Spitzbube. Cr hat das Sprichwort: „wer von Gott wenig verlangt, ist ein Narr; wer beim Menschen so verfährt, ein noch größerer." (Cbd. S. 307.) — Nirgends ist die Zerfahrenheit, der Indifferentismus, die Taufwut größer als in oer offiziell konservativen Gemeinde Wien, in der alljährlich mehr als 500 Inden zum Taufbecken schreiten. (Cbd. S. 326.) ZSücherüericht. Evangelisch-lutherischer Zentralverein für Mission unter Israel, Leipzig: \) Ph. Gordon, Jom Kippur. Eine Erzählung aus dem jüdischen Volksleben. \6 S. 30 Pf.;oo Exemplare — 20 Mk. 2) I. H. Lichtenstein, Kommentar zum Neuen Testament mit besonderer Berücksichtigung von Midrasch und Talmud. Das Evangelium des Markus. Übersetzt von P. Fiebig. 36 S. 60 Pf.;oo Exemplare 45 Mk. 3) H. C. Leitner, Die da tot sind, siehe, sie leben!;8 S. 20 Pf.;oo Exemplare —;o Mk. H) M. Leitner, Das jüdische Mädchen. Line Erzählung. Aus dem Englischen. 6 S.;o Pf.;oo Exemplare —5 Mk. — Buchhandlung des Ostpr. Provinzialvereins für Innere Mission, Königsberg i. Pr.: 0 K. Kunert, was lernen Juden und Christen von Dr. perlcs? C. Beitrag zur Harnack-Literatur.;6 S. 30 Pf. 2) Ders., Rabb. Dr. H. Vogelsteins Vortrag „Die Anfänge des Talmuds u. die Entstehung des Christentums" beleuchtet. 20 S. 40 Pf. 3) Ders., Offener Brief an Hrn. Rabb. Dr. F. perles. 8 S. \o Pf. — Westdeutscher Verein f. Israel: F. puaux, Ein ernstes Wort an den verstand u. das Gewissen der Israeliten. A. d. Französischen übers, von K. Kun ert. 20 5. \5 Pf. — Verl, der Rettungsanstalten, Diesdorf b. Striegau (Schief.): w. Becker, Christ!. Reden an jüd. Festu. Fasttagen. VI u. 66 S. 30, mit Porto 55 Pf. _ Antwort. wie das rabbinische Gesetz vielfach mit Gottes Gesetz streitet und Betrüger erzieht, schilderte einst der Luxemburger Rabbiner Sam. Hirsch, einer der Begründer des Reformjudentums, zunächst mit Bezug auf das Sabbathgebot in folgenden Worten (D. L. M5, S. 5^): „wir sollen an diesem Tage nicht arbeiten. Nun muß aber das Licht geputzt, der Ofen geheizt, das Essen herbeigeschafft werden. Das geschieht durch einen Christen. Allein wir dürfen ja auch nicht für uns arbeiten lassen. Der Christ muß sich also beim Ofen wärmen, bei Licht etwas arbeiten, vom Essen etwas bekommen, damit er diese Arbeit nicht für uns, sondern für sich tue. Ich soll nichts auf öffentlicher Straße tragen. Ohne Taschentuch aber kann ich nicht sein. Ich binde es um um den Leib, und Gott hat das Zusehen. Ich soll nur 2000 Ellen gehen. Nun muß ich aber ^000 gehen. Ich weiß mir zu helfen. Ich verberge auf der Hälfte des Weges ein Stück Brot und sage: Ich wohne hier. So geht es fort in Spitzbübereien gegen Gott. Gegen die Menschen waren die Juden nur Betrüger, wenn sie durch verschließen einer rechtlichen Nahrungsquelle dazu gezwungen wurden; gegen Gott aber waren sie wirkliche Betrüger." Zu dem letzten dieser Sätze bemerken wir, daß wahrhaft fromme Menschen durch nichts gezwungen werden können, einen Betrug zu verüben. Cmpfangsöescheinittttntt. In deutscher Währung: Hr. P. Fl.-K. 0,60. — Hr. O. A. R. S.-H.;,20 -st- 6. — Hr. L. H.-Fried. 2. — Frl. C. u. M. I.-B. jo. — Frl. L. D.-Fellb. 36,20. — 2. In österr. Währung: Hr. Sup. H.-L. u. Hr. P. Fl.-K. 3,5;. — Hr. Hauptm. S.-S. 4,;5. — Hr. Sup. D.-I.;o,56 Herzlichen Dank! Bitte. Die noch rückständigen Iahresgelder wolle man baldigst an die Windolffsche Buchdruckerei in Berlin einsenden. Herausgeber: Prediger w. Becker, Wien III/;, Hainburgerstr. 2{. — Schriftleitung und Verlag: I. windolff, Berlin SW, \2. Charlottenstr. 88. — Iahrespreis: 60 Pf. oder 72 H. ö. w. Druck von I. windolff in Berlin SW., Charlottenstr. 88.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.