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Dibre Emeth · 1903-01-01 · 3 (1903) · page 4

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Journal
Dibre Emeth
Volume
59 (1903)
Issue
3 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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20 Erwartung seines Volkes stand, besonders hervortritt, und die auch die Scheidung Jesu von der Wenge, die ihm zuerst anhing, herbeigeführt haben. Das ist einmal die Entschiedenheit, mit der Jesus jedes politische Eingreifen, um das Reich zu gründen, abgewiesen hat. Als eine Versuchung des Satans hat er diesen Gedanken, noch ehe er seine Stimme vor dem Volke erhob, von sich gewiesen (Wat. H,8ff.), und als man ihn zum König machen wollte, entzog er sich dem Volke (Ioh. 6, (5). Das Reich Gottes war ihm ein Werk und eine Gabe Gottes, die erbeten, aber nicht durch Wenschentun erzwungen sein wollte. Eng damit zusanmren hangt das andre, daß er nie das römische Reich als den Feind betrachtet hat, der zu überwinden sei. Er gebietet: Gebet den: Kaiser was des Kaisers ist (Wat. 22, 2()I Des Kaisers Herrschaft streitet also an sich nicht wider Gottes Herrschaft. Das Reich, das für Jesus der Feind war, mit dem er es zu tun hatte, war das Reich des Bösen. Dagegen zu streiten mit ©ebet und glaubensvollem Wirken, sah er sich berufen (Wat. 6,(3; (2, 25 ff. Luk. 22, 3( f.). Und dazu kommt noch ein drittes. So gewiß auch das Volk den Heiden einen gewissen Anteil an dem kommenden Reiche zugestand, und so gewiß Jesus sich bei seinem Wirken mit voller Klarheit auf Israel beschränkte, so lag doch gerade darin ein ganz neuer Gedanke, daß Jesus den Heiden das Reich gleicherweise verhieß. Als er bei ihnen einen Glauben fand, wie er in Israel nicht vorkam, hat er es ausgesprochen, daß viele, die jetzt fern scheinen, ins Reich kommen werden (Wat. 8,(0 ff.); ja, wir hören das Wort, das den Juden wie eine Lästerung klingen mußte: Das Reich Gottes wird von euch genommen und den Heiden gegeben werden (Wat. 2(, ^3). Nun ist aber klar, daß diese Unterschiede nicht äußerlich, zufällig sind, sondern daß in ihnen nur zum Ausdruck kommt, daß das Reich Gottes, von dem Jesus redete, in seinem Kern und Wesen doch ein andres war, als das Volk es meinte. Wenn das Reich allein durch Gottes Wacht und Güte bereitet wird, wenn der einzige Feind im Grunde die Wacht des Bösen ist, wenn jeder nach denn Heil Verlangende ins Reich eingehen kann, so ergibt sich daraus: Das Entscheidende für das Wesen des Reiches Gottes liegt allein im Wesen ©ottes und im Verhältnis der Wenschenseele zu ihn:. Das versuchen wir uns deutlich zu machen an den drei Hauptfragen, die sich hier erheben: Wer kann eingehen in Gottes Reich? was ist es für ein Gott, der das Reich aufrichtet? was sind die Güter, die in ihul gegeben werden? (Schluß folgt.) Gin guter Rat für Israel nach Äjig. 3,19 u. 20. Im Tempel zu Jerusalem ist ein Wunder geschehen. Petrus, von seinen: Witapostel Johannes begleitet, hat im Namen ihres hohen Meisters einen Lahmen geheilt. Der Geheilte folgt nun den beiden Aposteln in die Halle Salomos. Hier sammelt sich ein großer Volkshaufe um die drei Wänner. Die Tempelhalle verwandelt sich bald in einen predigtsaal. Petrus nimmt das Wort zu einer Beleuchtung der Wundertat und verbindet hiermit einen Weckruf an die Gewissen seiner Zuhörer. Er hält ihnen vor, daß sie in Jesu den Fürsten des Lebens getötet haben, und ermahnt sie, ihren verkehrten Sinn zu ändern. Nur dann, wenn sie sich vor dem von Gott auferweckten Heiland beugen, wird dieser bei seiner Wiederkunft sie nicht verdammen, sondern seligsprechen, sie nicht vertilgen, sondern erquicken. Der Weg zur Bergeshöhe des ewigen Lebens führt immer durch den Engpaß der Sinnesänderung. Wer Iesum verwirft, dem droht der ewige Tod. Dem wohlverdienten Strafgericht entgeht man nur durch Umwandlung des Herzens. Was hindert Luch, Ihr Kinder Jakobs, heutzutage eine freundliche Stellung zu Jesu einzunehmen oder vielmehr ihm, dem himmlischen Könige, zu huldigen? Könnt Ihr mit gutem Gewissen in das Verwerfungsurteil einftimmen, welches Eure Vorfahren fällten? Die Weltgeschichte hat nicht für sie, sondern wider sie entschieden. Jesus hat schon Williarden unsterblicher Wenschenseelen an sich gefesselt. Kann er nicht auch Euch das Herz abgewinnen? Ihr öffnet Euren Sinn den verschiedenartigsten Geistern. Von manchen seid Ihr dann schon gar sehr betrogen worden. Manche haben Euer Vertrauen in der schändlichsten Weise getäuscht. Aber hier, bei Jesu, habt ihr eine solche Täuschung nicht zu besorgen. In Basel, behauptete i. I. (Y0( I)r. Herzl, weite Kreise seien schon zu der Einsicht gekommen, daß das jüdische Volk nur dadurch erlöst werden könne, daß sein Proletariat in jpaläftiua angesiedelt werde. In Wahrheit kann Israels Erlösung nur durch den großen^ Erlöser bewirkt werden, welcher zu eben der Zeit, als die Frommen Israels aufgrund alter Weissagungen mit Recht ihn erwarteten, in Menschengestalt auf Erden erschien und den neuen Bund stiftete. Vor ^00 Jahren, vom Herbst (50( bis zum Herbst (502, feierte Israel ein Bußjahr, uni die Erscheinung des Wessias herbeizuführen. Wir erfahren dies von Sebastian Münster, dem Franziskanermönch, der sich (529 der Reformation zuwandte und dann in Heidelberg und Basel Professor der hebräischen Sprache war. Münster, der die hebräische Grammatik von Elia Levita ins Lateinische übersetzte und als der erste Deutsche eine hebräische Bibel herausgab, gedenkt jenes bedeutungsvollen, einzigartigen Jahres, des Jahres 5262 der jüdischen Zeitrechnung, in seinen: Buch

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