Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 59 (1903)
- Issue
- 3 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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19 barung an IHofc: Ich bin Iehovah, dein Gott, bedeutet: Ich bin Herr, König, Richter über mein Volk. Die irdischen Könige Israels empfangen ihr Amt von Gott; von Gottesmännern werden sie gesalbt; die Kriege, die sie führen, sind Iehovahs Kriege; das Recht, das sie sprechen, muß nach den Geboten Gottes gesprochen werden. Es kam die Zeit, wo Jerusalem in Trümmern lag, das Volk in Babylon wohnte. Der Thron Davids war gestürzt, aber der Thron Gottes nicht. Gerade diese Gewißheit war nun des Volkes Trost: Mir haben doch einen König, den Herrn, und er wird sein Reich wieder aufrichten. In: Gegensatz zu den gewaltigen Weltreichen der Assyrer, Babylonier, Perser erwartete man auch das Reich Iehovahs als ein Weltreich, als das letzte, das alle die gewaltigen Völkerkatastrophen mit dem Gerichte Gottes über alle Völker abschließen werde. Das Volk kehrte zurück; aber die Hoffnungen erfüllten sich nicht sofort. Zwar schienen, die Tage der Makkabäer die Erfüllung zu bringen, aber auch sie gingen vorüber, ohne daß das Gottesreich aufgerichtet wurde. Der letzte und mächtigste Tyrann trat seine Herrschaft an, das römische Weltreich. Doch je härter der Druck, desto glühender die Sehnsucht, und desto lebendiger die Gewißheit: ein Wunder Gottes wird doch das Reich aufrichten. In phantastischen Dichtungen wird der große Tag des HErrn geschildert. Die politisch erregten Pharisäer warten darauf, aber auch viele Stille im Lande, verschieden hat sich wohl die Erwartung in den einzelnen Gemütern gestaltet, aber in den Grundzügen war sie überall dieselbe. Das Kommen Gottes oder seines Messias, Befreiung von den Römern, Herstellung des Königtums Israels, Jerusalem Mitte und Haupt der Welt, Erweckung der Gerechten und ewiges Freudenleben irn heiligen Lande mit Erfüllung aller Hoffnungen und Verheißungen: das war es, woran man bei dem Worte „Gottesreich" dachte, viele dachten Tag für Tag daran, beteten darum und fragten: Wann kommt das Reich? Sprach inan dabei statt von einem Reiche Gottes auch von eittem Himmelreich, so meinte ttian datnit natürlich nichts andres; man dachte nicht an ein Reich in einer ganz andern hittuttlischen Welt, sondert: Gottes Reich sollte ein Reich von himmlischer Art seit: uttd vom hitntttel her durch ein Wunder Gottes auf dieser Erde Wirklichkeit werdeti. Da erging der Ruf an Israel: Das hittttttelreich ist ttahe herbeigekotntnett. Aber Jesus war nickt der erste, der so sprach. Johannes der Täufer ging ihttl voraus mit diesem Rufe, vom Messias sprach Johannes, der 511m Gericht kommen werde. Aber wie die großetl Propheten der vergangettheit rief er detn Volke, das auf das Gericht über die heidetl wartete, zu: Das Gericht ergeht über dich. Tue ernstlich Buße, sottst kannst du nid)t darin bestehen! Diese Predigt war vielen überraschend und erschreckend, weil sie ihre Gerechtigkeit schon für genügend gehalten hatten, aber im ganzen war doch das Bild des Reiches bei diesetn Propheten nicht anders, als sie es sich gedacht halten. Und nun trat Jesus in Galiläa mit derselben verküttdigung auf: Tut Buße, das Himmelreich ist herbeigekommen! War es wirklich dieselbe Verkündigung, oder war es eine andre? Etwas völlig atidres konnte Jesus nicht meinen. Wie hätte er dies Wort in 6eu Mittelpunkt seiner Verkündigung stellen können, wenn nicht das, was die Hoffnung des Volkes ausmachte, irgendwie der Wahrheit entsprochen hätte, die er den Menschen bringen wollte, und die er eben in dem Worte himtnelreich zusammenfaßte? Nun ntachen uns ja auch eine ganze Anzahl der Worte Jesu, gleichviel ob wir sie buchstäblich oder zum Teil bildlich fassen, den Zusammenhang mit jenetn im Volke lebendigen Bilde vom Reiche Gottes deutlich. Jesus hat auch von Völkerkatastrophen und großen Naturereignissen gesprochen, die mit dem Kommen des Reiches im Zusammenhang stehen (Mat. 2^). Er hat den Seinen verheißen, was sie jetzt um seinetwillen aufgäben, sollten sie im Reich, im ewigen Leben, hundertfältig empfangen (Mat. \9, 29). Er hat sich selbst geschildert als den König, der alle Völker richtet (Mat. 25). Er hat seinen Jüngern gesagt, daß sie in seinem Reiche auf zwölf Thronen die Geschlechter Israels richten (Mat. 19,28) und mit ihm vom Gewächs des Weinstocks trinken würden (Mat. 26,29), aber auch daß viele vom Morgen uttd vom Abend mit den Vätern Israels zu Tische sitzen würdet: (Mat. 8, K). Das sind gewiß wichtige Züge, in denen sich das Reichsbild Jesu mit dem der Volkshoffnung berührt. Und doch ntacht sich schott in diesen: Gemeinsamen der verschiedene Geist geltend. An einer Stelle (Mat. 22, 23 ff.), wo Jesus geradezu von der Art des himmlischen Lebens der Auferstandenen redet, sagt er, daß es dort kein Freiet: geben werde, sondern sie würdet: gleichwie die Engel Gottes in: himtttel seit:. Er hat mit diesem Worte das himmlische Lebet: als eit: diesen: gegettwärtiget: nicht vergleichbares bezeichnet. Dazu ist noch eins zu bemerken: Wie sehr treten doch diese Züge, die die Herrlichkeit des Reiches mit irdischen Färbet: schildern, in der Verkündigung Jesu zurück! Noch erstaunlicher fast ist, daß it: der Predigt der Apostel eit: solches Austnalet: des hittutckischen Lebens nach det: Bildern irdischer Freudet: fehlt. Woher anders aber habet: sie diese Keuschheit uttd Zurückhaltuttg, mit der sie von dem himmlischen Erbe redet:, als aus det: Worte:: und der Macht des Geistes Ehristi? Danebet: sind nun ttod) einige Punkte zu stelle::, it: det:et: der Gegettsatz, in dem Jesu Predigt zu der