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Dibre Emeth · 1903-01-01 · 3 (1903) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
59 (1903)
Issue
3 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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18 nielfach als “Keulen erweisen, welche die Aufstellungen der Gerächter des Alten Testamentes zertrümmern. Namentlich wird Wellhausens Angriff auf die Geschichte der israelitischen Erzväter immer mehr abgewehrt werden können, wie man schon jetzt weiß, daß seine Behauptung, das spätere Zeitalter spiegele sich im grauen Altertunr wie in einer Fata RIorgana ab, durch die Ausgrabungen widerlegt worden ist. Neben gleichlautenden Nachrichten, wie sie bisher besprochen wurden, finden sich aber bei den verschiedensten Schriftstellern auch gleichlaufende, d. h. solche, welche zwar nicht dieselben Vorgänge, aber Vorgänge derselben Art betreffen und insofern als Geschichtsbeweise für die Glaubwürdigkeit des A. T. dienen können. So verbürgt sich das N. T. mit feinen Pstngstgeschichten für die Wahrheit von UÜofe ((, 25. Ein Seitenstück zu dieser biblischen Angabe liefert auch die Geschichte des Eevennenaufstandes. Die Wunder des N. T. bestätigen die des A. T. Die Gebetserhörungen, welche Glieder der Kirche machen durften, erlauben nicht, daß man Erzählungen wie 2. NIose (5 ff. oder Kön. 5,9 ffins Gebiet der Dichtung verweist. Wenn Abdul Hamid IL in unfern Tagen gegen feine armenischen Untertanen wütete, so ist es nicht unglaublich, daß ^erxes nach Esther 3, \\ beschloß, alle Juden seines Reiches zu ermorden. Wenn Professor E. Sellin in Taannek unter vielen Häusern Tote fand, so hält es nicht mehr schwer, Sam. 25, \ zu verstehen. 2. Auch betreffs des Lehrgehalts des A. T. Übernehmen manche von den Schriftstellern, die sich für die Erzählungen des ersten Hauptteils der Bibel verbürgen, ein Zeugenamt. Wie nachdrücklich erklärt das N. T., daß das A. T. mit seinen Lehren von Gott, von dem Nkenschen und von der Versöhnung zwischen Gott und dem Wenschen recht habe! Wie bringt Jesus in der Bergpredigt das göttliche Gesetz zu Ehren! Wie entspricht sein ganzes Leben der messianischen Weissagung! Aber auch die Thronisten der Weltgeschichte bestärken unsern Glauben an die Lehren des A. T. Daniels Rede von den einander ablösenden Weltreichen hat sich erfüllt. Die Drohungen über Tyrus und andere heidnische Städte und Staaten sind längst eingetroffen. Und auch bei den Strafankündignngen, die Israel galten, hat es sich bis in die Gegenwart wieder unö wieder gezeigt, daß sie nicht leere Worte waren. Weil die Nachkommen Abrahams den allen Völkern verheißenen Abrahamssamen von sich stießen und den mit demselben erschienenen Segen verschmähten, wurden sie nach! 5. 2Uose 26 und 5. 2Nose 28 über die ganze Erde! zerstreut. Wer Augen hat, zu sehen, der kann sehen,! daß der Gott Israels tatsächlich die Weltherrschaft! ausübt. Er bedarf hierfür keiner weiteren Fingerzeige und Stichproben. — Die Glaubwürdigkeit des A. T. erhellt schon aus dessen feierlichem Selbstzeugnis. Wiederholentlich ' botonert es, daß Gott in ihm rede. Sodann verbürgen sich seine jüngeren Sd;rifton für die älteren. Iosna 8 und 8, 52 (,>19 weisen auf das Gesetzbuch Utoses hin. Amos 2,4 wird Juda bedroht, weil es des HErrn Gesetz verachtet. Auch Hosea 8, ( ff. wendet sich an Verächter des Bundes und des Gesetzes. 2. Kön. 22 lesen wir von der Wiederaufsindung des verlorenen Gesetz oder Bundesbuches unter dem Könige Iosia. Dan. 9 greift auf Ier. 25, \\ zurück. Ebeuso nehmen zahlreiche Psalmen auf früher ausgezeichnete göttliche Offenbarungen Bezug. Alle solche Stellen erhalten nun ihre Versiegelung durch die Zeugnisse, welche von außen her für die Glaubwürdigkeit des A. T. beigebracht werden. So halten wir denn auch an dem ersten Teil der Bibel als einer heiligen Schrift fest. Fröhlich sagen wir mit unserm Heiland (I<)h. (0,35): „Und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden." Mas der lySu* gesprochen Doller Gnad' und Gunst, Nimmer wird's gebrochen Durch der Menschen Ruust. Mas der HTrr verheißen Und uns zugedacht, Kann uns nie entreißen Menschenlist und -macht. Mas der HErr aedrobet, Ist kein flücht'ger Hauch. Hoch zum Himmel lohet Leines Zornes Rauch. Ungesühuten Frevel Straft Gr immerdar. Feuer fällt und Schwefel Auf der Sünder Schar. Horts, ihr Schwerbedrückten: Fest ist Gottes Mort! Tausende er q uüften Sief? an diesem Hort. Nehmt in euren Rümmer Gottes Trost hinein! Ris zum Todesschlummer Dürft ihr sein euch sreu'n. Höret es, ihr Toren. Die ihr Gott verlacht: Mas der HTrr geschworen, Mird dereinst vollbracht! Tut noch hellte Ruße! Fleht um Gottes Huld, Daß nicht auf dem Fuße Strafe folg' der Schuld! Verkündigung vom Reiche Gottes. Wo im Neuen Testament die Verkündigung Jesu zusammenfassend bezeichnet wird, da heißt sie ein Reden vorn Reiche Gottes oder vom Himmelreich. Jesus trat auf mit dem Rufe: Das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße! (Mk. (, (5), und das letzte, was er mit feinen Jüngern redete, war vom Reiche Gottes (Apg. f, 3). Es ist kein Wort der Verkündigung Jesu in den Evangelien, das nicht in einem Zusammenhang stünde mit diesem Reiche Gottes: es macht den ganzen Inhalt seiner predigt aus. Diese Beobachtung macht das Verlangen rege, das, was uns in den einzelnen Worten Jesu vom Reiche Gottes gesagt ist, zu einem Gesamtbilde zusammenzufügen, zu versuchen, ob sich ein einheitliches Bild von dem gewinnen läßt, was das Wesen des Gottesreiches oder des Himmelreiches in der Verkündigung Jesu ausmacht. War diese etwas Neues für die Welt, so lag das Neue jedenfalls nicht in dem Ausdruck: Reich Gottes oder Himmelreich. Der Gedanke einer Kölligsherrschaft Gottes ist in Israel so alt wie die Religion des Volkes überhaupt. Das Grundwort der Offeli-

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