Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 59 (1903)
- Issue
- 3 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dibrc Gmetb. D>! Gin Vierteljahrsblatt für IFsraeliten und Freunde Israels. |£ 1903. 59. Jahrgang. Wo. 8. Inhalt: Die Glaubwürdigkeit des Alten Testamentes. — Jesu Verkündigung vom Reiche Gottes. — Ein guter Rat für Israel nach Apg. 3, *9 u. 20. — Zu Psalm 2, 6. — Zu UXat. 6, 33. - Zu Galater 2, 20. — Das Evangelium unter Muhammedanern.' — Ein frommer Ariegsmann. — Zum Nachdenken. — Jüdische Ehronik. — Zur Statistik. — Antworten. Die Glaubwürdigkeit des Alten Testamentes. Im Wiener Stadtpark steht ein prächtiges Denkmal von Franz Schubert. Das Haupt des großen Tonkünstlers ist erhoben. Er scheint süßen Alängen zu lauschen, die aus weiter Ferne ihm entgegentönen. Die rechte Hand ist bereit, diese Alänge in Notenschrift in das vor ihm liegende Buch einzutragen. Dies Denkmal kann auch die Eigenart der biblischen Schriftsteller veranschaulichen. In noch viel höherem Maße als ein Aünstler sind sie Offenbarungsempfänger. Sie hören Stimmen aus einer höheren Welt, und darum tragen ihre Schriften den Stempel einer solchen. Dem empfänglichen Sinne drängt sich diese Tatsache ohne weiteres auf. Deshalb schenkt er sowohl ihren Erzählungen als ihren Lehren Glauben. Aber außer dem Erfahrungsbeweise für die Wahrheit der Bibel gibt es auch einen Geschichtsbeweis. Was der letztere zu Gunsten unserer Auffassung von dem Wert der heiligen Schrift beibringen kann, ergibt sich aus den nachstehenden Andeutungen. Wir beschränken uns hierbei auf das Alte Testament. {. Manche geschichtliche Nachrichten des Alten Testamentes werden auch von andern alten Schriftstellern überliefert, herodot kennt den 2. Aön. j(9 erzählten Borfall, den plötzlichen Untergang von Sanheribs Heer, Tenophon weiß, daß Babel während eines Festmahls erobert wurde, und ergänzt hiermit Daniel 5. Berosus, der Babylonier, beschreibt den in Babel errichteten Prachtbau Nebukadnezars. Manetho, der Egypter, berichtet von der Ankunft und dem Aufenthalt der Israeliten, die er hyksos nennt, in feinem heimatlande. Strabo, der Aappadozier, und Tacitus reden von dem göttlichen Gericht, welches über Sodom und Gomorra erging. Auch die jüdischen Apokryphen, philo, Iosephus und der Talmud kommen hier in Betracht. Am meisten aber treten die Evangelisten und Apostel des N. T. als Gewährsmänner für das Alte Testament auf. Au diesen Bestätigungen der a. t. Erzählungen sind neuerdings infolge der teilweise bei Ausgrabungen gemachten Entdeckung alter Inschriften, die sich in den Ländern der Bibel auf Tafeln, Tonkrügen, Grabstätten und sonst fanden, noch manche andere hinzugekommen. Besonders wertvoll waren die Funde von Tell Loh in Babylonien (l88h und von Tell Amarna in Egypten (J887). Die Mühe, die man seit der Zeit Aarsten Niebuhrs auf die Entzifferung der Aeilinfchriften verwandt hatte, wurde herrlich belohnt. Desgleichen führte die durch den Stein von Rosette dem Scharfsinn Ehampollions und anderer ermöglichte Enthüllung der Geheimnisse der Hieroglyphenschrift zu schönen Ergebnissen. Z. B. fanden sich in Inschriften fünf von den Mose erwähnten neun Aönigsnamen. Helles Licht verbreiteten die Ausgrabungen namentlich über Amraphel-hammurabi. Auch von dern priesterstaat, der schon zu Abrahams Zeit in Ierusalem-Ürusalim, der Stadt des Friedensgottes, bestand, wissen wir jetzt Näheres. Beim Einzuge Israels in, Palästina lebte dort der Priesterkönig Ebedtob. Über jenen Einzug aber besitzen wir heute anschauliche Berichte egyptischer Statthalter. Daß schon zur Zeit Abrahams Philister in Palästina wohnten, wie Mose 26, \ behauptet, kann nicht mehr bezweifelt werden, seitdem Maspero festgestellt hat, daß in jener Zeit eine Flotte der Philister von Askalon aufbrach, die der Sidonier vernichtete und Sidon selbst eroberte. Auch die Nachricht 2. Aön. 7, 6, daß es trotz Aön. 9,20 noch zu Elisas Zeit mächtige Hethiterkönige gab, wurde durch die Trümmer ihrer Hauptstadt Dscherabis- Aarchemifch bestätigt. Und noch manche wichtige Aunde dürfen wir uns von der weiteren Durchforschung der alten Inschriften versprechen. Wievieles werden uns noch die 22 000 Tontafeln der von Affurbanipal (Sardanapal) ums Jahr 650 v. Ehr. in Aujundschik angelegten Bibliothek zu sagen haben! Gewiß werden sich auch in Zukunft die Aeile der Aeilinfchriften