Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 59 (1903)
- Issue
- 2 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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15 von der Versöhnung, das teure Evangelium, uns nicht bekanntgemacht und das Amt, das die Versöhnung predigt, nicht unter uns aufgerichtet hätte. Dies sehen wir an den Heiden, die Gottes Wort nicht haben. Sie wissen kein Mittel zu finden, wodurch sie ihr Gewissen beruhigen können. Wir selbst können nichts aufbringen, Gott zu versöhnen, denn unser Bücken und alle Brandopfer könnnen nichts dazu helfen, der beleidigten Gerechtigkeit Gottes ein Genüge zu leisten. Möchte dies dazu dienen, uns demütiger, kleiner und Iesum teurer und wichtiger in unfern Augen zu machen I (M. Arall.) Welche Mrücke führt von der Erde zum Kimmek? Bei dem sagenhaften Sängerkrieg auf der Wartburg stellte die Landgräfin von Thüringen den Sängern die letzte Aufgabe. Sie sollten ihr sagen, wie die Brücke zwischen hier und dort heiße. Der eine Meister nannte als die beste Brücke die Buße, der andere die Liebe, der dritte die Tat. Wolfram von Eschenbach aber erklärte: „Nicht Liebe, Tat noch Buße wird dir die Brücke bauen, die dich gen Fimmel führt. Lin innig Gottvertrauen, der Glaube nur vennag's, der Berge rührt." Ja, der von Gottes Wort geweckte, auf Gottes Wort sich gründende Glaube öffnet uns den Zutritt zu den himmlischen Auen, verbindet Erde und Fimmel miteinander, wer diese Brücke zerstört, nachdem Gottes Gnade sie ihm gebaut hat, der wird nimmermehr hinüberkommen. Zefus meine Lieöe. Im siebzehnten Jahrhundert wurde gleich vielen andern ein frommer Edelmann, Gallus von Rägnitz, um seines Glaubens willen aus Österreich vertrieben. Er nahm seinen Wohnsitz in der Stadt Nürnberg, wo er \658 sanft und selig starb. „Jesus meine Liebe" war sein Losungswort. In fehlem Testament verordnete er, daß man dies Wort auf einen Zettel schreiben, ihm denselben, wenn er im Sarge läge, in die Hand geben und ihn so in die Gruft senken sollte. An seinem Grabe sollte man das Lied singen: „herzlich lieb Hab' ich Dich, o HErr rc." Als Text zur Leichenpredigt sollte das Wort Ioh. 24,47 dienen: „HErr, Du weißt alle Dinge, Du weißt, daß ich Dich lieb habe." Zum Wachdenken. wenn die armen sündigen Menschen Gottes Herrlichkeit und Heiligkeit erkennen und dagegen ihre Nichtigkeit, Schwachheit und Unreinigkeit empfinden, so scheuen sie sich vor dem herrlichen Angesicht Gottes und dürfen als Unwürdige nicht davor erscheinen. Daher erwählen sie sich Mittler, Unterhändler, Fürsprecher, Fürbitter oder Schutzherren, durch welche Gott ihnen gnädig werde, und so erwählt sich dieser einen Apostel, jener einen heiligen Märtyrer usw. Das alles aber tun sie nicht nach Anleitung des göttlichen Wortes, sondern aus sich selbst, d. i. aus eigenem Gutdünken. Darum mißfällt dieses Tun Gott, dem Allmächtigen. Gott, unser treuer und gnädiger Vater, der unsere Mängel und Gebrechen wohl kennt, auch das, was uns von ihm notwendig ist, hat dem menschlichen Geschlecht einen Mittler, Unterhändler, Fürsprecher, Fürbitter und Schutzpatron vor seinem Angesicht im Fimmel bestimmt, nämlich Iesum Lhristum, seinen Sohn, unfern Herrn, und er will auch, daß wir durch diesen allein zu ihm kommen und mit ihm verkehren. Unangenehm, widerwärtig und verhaßt ist bei Gott (Ioh. 5), was man wagt außer Lhristo ihm vorzubringen. Denn er will, daß wir auf diesem einigen Altar alle unsere Opfer darbringen und nur durch diesen einigen, ewigen Hohenpriester zu ihm kommen; ja, wer diesen einigen Priester nicht hat, kommt nimmermehr zu Gott, wer aber einen andern an seine Statt stellt, der bricht Gottes Ordnung und versündigt sich schwer. Daß wir aber durch den Fürbitter Lhristum und durch seine Fürbitte allein vor Gott kommen, Gott angenehm werden und für unser Gebet Erbarmnng finden, mag ein jeder vornehmlich daraus erkennen, daß wir ein klares Gebot haben, in dem Namen Lhristi zu bitten, dazu auch eine klare Verheißung, Gott werde uns erhören. Rein Gebot aber und keine Verheißung haben wir, wenn wir andere anrufen. Der Gläubige setzt deshalb den Grund seiner Anrufung und seines Gebetes auf Gottes Wort, Geheiß und Verheißung. Und weil er im Worte Gottes nur dann ein Geheiß und eine Verheißung hat, wenn er im Namen Jesu Lhristi betet, so betet er auch allein in dessen Namen. Siehe darüber Ioh. 6. Zudem ist kein anderer weg noch Zugang zum Vater, als allein durch den Sohn; darum geht auch der Gläubige keinen andern weg denn durch den Sohn zum Vater. Siehe darüber Ioh. 40 und 4/4 und Paulus an die Epheser Hebr. 5 stellt er Lhristum als den Gnadenthron mitten in der Kirche allen Menschen vor und ermahnt sie, zu ihm zu kommen, da werde man Gnade und Hilfe finden. So zeigt er im 7. und 9. Rap., wie Lhristus allein vor Gottes Angesicht zu erscheinen würdig sei und auch allein treulich für uns im Fimmel bitte. (Heinrich Bullinger.) Jer reichste Mann der Wett soll Hr. John D. Rockefeller in New-Hork sein. Sein vermögen besteht aus 250—300 Millionen Dollars. Aber er ist krank und deshalb genötigt, das Leben eines Tagelöhners zu führen, während des Sommers pflegt er täglich 40 Stunden lang E70I3 zu hacken und Steine zu fahren. Seine Speise bildet saure Milch mit Brotrinden. Abgestandenes Syphonwaffer ist sein Getränk. Um 8 Uhr abends begibt er sich zur Ruhe. Kleine WisstorrszeiLung. Die Leitung des Brandenburgischen Vereins von Freunden Israels ging von Prediger Schneider, der von Berlin nach Gnadenfeld berufen wurde, an Prediger Bourquin über. Die Bibelfrau des Vereins, Frau A. de Montfumat, hatte lange unter den Folgen eines Unfalls zu leiden. Trotzdem verkaufte sie im Jahre *902 25t Bibeln und 4202 xteue Testamente. In den drei letzten Monaten des Jahres *90* setzte sie 75 Bibeln und 404 Nene Testamente ab. Auch wurden in den s/4 Jahren 244 Gesangbücher verkauft und etwa 4500 Drucksachen verschenkt. — Das am \2. November 4904 wiederbesetzte Predigtamt der L. I.-M. in Wien verzeichnet für das Jahr $02 82 Reden und Ansprachen. Die Zahl der Hausbesuche betrug 2350. Unter den 404^ Schriften, die zur Verbreitung gelangten, waren 38t Neue Testamente und \27 Teile des N. T. von 4^ Taufbewerbern wurden 5 unterrichtet, vier und außerdem ein kleines Rind einer Taufbewerberin getauft, aber nur drei Taufen wurden durch den Missionar selbst vollzogen. — In Bukarest konnte P. Adeney die zweite Mädchenschule der L. I.-M. eröffnen. — Der bei der 44. Jahresversammlung des französischen Iudenmissionsvereins erstattete Bericht beklagt den Mangel einer kräftigen Unterstützung der Mission seitens der evangelischen Gemeinden. Der für Paris ernannte Missionar, I. L. Rreyts, trat sein Amt am 45. Dezember $0* an. In Oran arbeitet immer noch mit geschwächter Rörperkraft,. aber großem Eifer P. Borloz. In Algier steht die Religions-und Nähschule der Fräulein Barbieux und villeaumoras mit dem Verein in Verbindung. — In London trat Dr. Lhaplin nach ^2-jährigem Missionsdienst in den Ruhestand. Als Missions - arzt erhielt er Dr. Bell zum Nachfolger. Das von ihm zugleich verwaltete Missionsinspektorat der L. I.-M. übernahmen die beiden Sekretäre der Gesellschaft. — Der vor wenigen Jahren gegründete schwedische Ierusalemsverein entsandte P. Steen nach Jerusalem. Derselbe soll dort eine Volksschule eröffnen und leiten. Steen ist aus Littauen gebürtig und ein Sohn jüdischer Eltern. Er wurde als Student mit dem Evangelium bekannt und J893 in Stockholm getauft. *902 empfing er die Ordination. — Die von der L. I.-M. in Jerusalem errichtete neue Mädchenschule wurde ihrer Bestimmung übergeben. — Eine neue Missionsstation eröffnete dieselbe Gesellschaft in Montreal (Lanada). Der erste dortige Missionar heißt Trebitsch.