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Dibre Emeth · 1903-01-01 · 2 (1903) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
59 (1903)
Issue
2 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Million §opser. Zum §au'if der Erforschung des Nordpols wurden während des lg. Jahrhunderts etwa 500 lUinioncn Mark ausgegeben. hierbei gingen 200 Schiffe und 400 Illcuftbcii zu Grunde. Und doch wurde nicht viel erreicht. pat inan aber der Wissenschaft so große Opfer gebracht, wie sollte man nicht erst recht bereit sein, auch mit Opfern dew christlichen Glauben bei Nichtchristen Eingang zu verschaffen? bgier handelt es sich nin die Rettung unsterblicher Menjchenseelen. Rer Missionsansgaben, untren sie auch noch so groß, kann noch viel weniger als bei Geldaufwand zu wissenschaftlichen Zwecken von „hinausgeworfenen Beträgen" geredet werden. Hin verlorener und wiedergefnndener Sohn Abrahams. In der Zeitschrift des Berliner Oereins „Dienst au Arbeitsloser:" lesen wir: „Je und dann kamen irr rrnsere Iugendhilfe sowohl als auch in unsere Schrippenkirche Leute aus dem Indenttmr. Sie sind hier auch ganz anr Platze, denn wir üben nrrseren Dienst an aller:, die urrsere ksilfe begehren. So kam es derrn, daß eines Sonntags unter den Schrippenkirchgästen ein junger Mann rnosaischen Glaubens saß, wohin ihn der Leichtsinn und die Not getrieben hatten. Nach dem Gottesdienste rrreldete er sich zur Einzelbesprechung. Da er sehr hilfsbedürftig urrd reuig schien, Haber: wir ihn sofort in urrsere Obhut genornirren nrrd irr: Jugendheim untergebracht. Am ttlontag verfolgten wir seine Sache weiter, urrd da ergab es sieh, daß er wegerr einer geplanter! Unterschlagung flüchtig geworden war und sich mm nicht wieder nach Hause getraute, so leid ihn: die Sache jetzt auch war. Er schrieb endlich doch einen reuiger! Brief au den Vater und bat um Verzeihung. Wir unterstützter! die Bitte; und so traf schon am andern Tage durch telegraphische Anweisung das Geld zur Rückreise bei uns ein. Mit dankbaren! Herzen zog der junge Bursche heimwärts. Die Eltern aber zeigten uns durch folgenden Brief die Ankunft ihres Sohnes an: „An den löblichen Verein „Dienst an Arbeitslosen". Ich erachte es als heilige Pflicht, dem großartigen Institut und defferr geehrten Leitern rneinen innigsten Dank für das rrreinenr verirrten Sohne und uns, den Eltern, erwiese,re Wohlwollen auszusprecherr. Es muß auch für eirr Irrstitut und dessen Leiter urrd Vorstand ein seliges Gefühl sein, wenn rnan sieht, daß die Saat ans günstiger: Boden fällt und mit Gottes Hilfe gute Früchte trägt; denn durch Gottes Wort ist mein Sohr: zur Erkenntnis und Einsicht gekonrmeri, fein Ehef hat ihn auch wieder anfgenommer!, und wir natürlich (welche Eltern vergeben wohl ihren Rindern nicht?) haben das Vorgefallene verziehen." „Auch ich", so setzt die Mutter den Brief fort, „füge meinen innigsten, heißen Dank hinzu. Der liebe Gott bat das Gebet eines tiefbekümmerten Mntterherzens erhört und meinen Sohi! den richtigen weg finden lassen. Indern wir Ihnen, hochgeehrte Herren, für die liebevolle Fürsorge, die Sie unserem Sohn airgedeihen ließen, nochrrrals unser,! tiefgefühlten Dank übermitteln, zeichnen hochachtungsvoll PH. S. und Frau." Zürn Jahreswechsel schickte der aus den: Verderben Gerettete eine Karte, auf der er schreibt: „herzlichen Glückwurrsch zum neuen Jahre serrdet Ihr ewig dankbarer E. S." — Unter den 25405 Personen, welche sich in den zehn Jahren *693—*902 hilfesuchend an den Verein wandten, bekannten sich **9 zur jüdischen Religion. Manche Inden nannten sich ans selbstsüchtiger! Gründen evangelisch. Aus der jüdischen Presse. lUir geben zu, daß die Bergpredigt zu den herrlichsten und erhabensten Partieen religiöser Ethik überhaupt gehört, welcher Vorurteilslose könnte sich verschließen gegen den Herzenston der Menschenliebe und Gottinnigkeit, der mit seiner frohen Selbftgewißheit auch den. Ungläubigen und Andersgläubigen ins Herz dringt? Sie ist eine Perlenschnur, während die perlen der jüdischen Moral verstreut und oft unter Schutt und Scherbe,! vergraben sind. (A. Z. d. I. {902, 5. 356 ff. Die Möglichkeit, daß rnanche jüdische Perlen im Talmud und Midrasch der Perlenschnur der Bergpredigt entnommen sind, übersieht der Verfasser dieses Artikels.) — wenn man auf Schritt und Tritt bedacht sein muß, nicht mit irgendeinen: der zahllosen rabbinischen Ge- oder Verbote in Konflikt zu kommen. dann ist es mit dem höchsten Gute des Lebens, der persönlichen Freiheit, vorbei. (Ebd. S. 365 ) — Wir leben der festen Überzeugung, daß wir kraft unseres Glaubens das Ferment für alle Kultur und Gesittung dargeboten, wir wissen, daß die Zerstörung von Jerusalem ein Mittel der göttlichen Vorsehung gewesen, urn die Bekenner des Einig-Einzigen in den großen Garten der Menschheit als Saatenkeime alles Guten und Edlen hineinzupflanzen. Zion mußte fallen, auf daß der welterlösende Gedanke von Einem Gotte mit seinen Trägern unter die Menschen verpflanzt wurde. (Ebd. S. 374. vgl. S. 582. Dem stolzen Wahn tritt Rom. **, U ff-, Mat. 28, 1(9 und 5. Mose 28, 58 ff. (bes. 64) die Wahrheit entgegen.) — Der Monotheismus in Israel stellt nicht das mühelose Geschenk einer einmaligen Offenbarung, sondern das herangereifte Produkt gewaltiger Eigenkräfte dar. (Ebd. S. 582. Was Mose, der Prophet der jedes eigene Verdienst aufhebenden übernatürlichen Offenbarung, hierzu sagen würde, kann der Verfasser 5. Mose 32, 6 lesen.) — Gewisse Dogmen muß jede Religion haben, und es ist falsch, daß die unserige nur Lerenronieen, aber keine Dogmen kenne. (Ebd. S. 385.) — Die Orthodoxen vergessen, daß die talmudischen Berichte als objektive Geschichtsquellen wertlos sind. (S. 45h) — Der Antisemitismus ist uns ein harter, aber glücklicher Erzieher, . . ein Teil jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. (S. 542.) Zur Statistik. Jur Jahre 1(900 wohnten von den *2639 Inden des Königreichs württenrberg (0,62 pEt. der Gesamtbevölkerung) in Stuttgart 30*5, in Heilbronn 9*5, in Ulm 6O9, in Lannstatt 434, in Göppingen 325, in Ludwigsburg 243, in Tübingen *00, in Ravensburg 44. — von den 54926 jüdischen Bewohnern des Königreichs Bayern hatte an, *. Dezember *900 Oberbayern 9076, Niederbayern 294, die Pfalz *0*08, die Oberpfalz *472, Oberfranken 3322, Mittelfranken *3***. Unterfranken *564*, Schwaben 3904. In Oberbayern zählte München unter 499952 Seelen 8739 Juden (*,75 xLt.). — Prag hat 26820 Inden unter 47869* Einwohnern. — In Italien leben jetzt 43550 Juden. Ronr zählt 7600, Turin 4300, Livorno 4050, Venedig 5800, Florenz 2*00, Ferrara *740, Ancona *700, Mailand *660, Padua *050, Mantua, Modena und Neapel je *000. ZLüchervericht. Berg. Bibelgesellschaft, Elberfeld: Das Leben Jesu von Nazareth nach St. Matthäus. 64 S. 5 Pf. — Gebr. Lüdeking, Hamburg: M. Gl a ge, Christus war nicht Ja und Nein. 2. Aust. 28 S. 40 Pf. — Zions Freund, Hamburg, Eimsbnttelerstr. 3*: A. Frank, Zeugen aus Israel. 80 5. *0 (nt. P. *5) Pf. — | I. windolff, Berlin SW.: w. Becker, Zur Abwehr jüdischer! Angriffe auf die christliche Religion. (Sonderabdruck aus den D. E.) 6 S. 40 5 Pf. Antwort. Aus Nr. 9 der Allgemeinen Zeitung des Judentums von! *896 (S. *0*) ist zu ersehen, daß bei den persischen Juden im allj gemeinen die Einehe besteht, aber im Fall der Kinderlosigkeit j dem Manne gestattet wird, auch eine zweite Frau zu nehmen. Herausgeber: Prediger w. Becker, wie,! III/i, Hainbnrgerstr. 2(. — Schriftleitung und Verlag: I. windolff, Berlin SW. \2f Eharlottenstr. 88. — Iahrespreis: 60 Pf. oder 72 H. ö. w. Druck von I. windolff in Berlin SW., Eharlottenstr. 68.

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