Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 59 (1903)
- Issue
- 2 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Missionar, der ihn Lhristo zugeführt hatte. Später wurde eine kleine Stube oberhalb seines Ladens für ihn hergerichtet. Als jener Missionar Kairwan für einige Zeit verließ, übernahm unser Uhrmacher dessen Arbeit, soweit er dazu imstande war. Um Christi willen hat er große Opfer gebracht, sich von seinen Angehörigen getrennt und auf sein Vermögen Verzicht geleistet. (Lhristo dient er in einem einsamen Leben. Aber (Lhristus hat ihm seine Treue auch reichlich vergolten und segnet ihn Tag für Tag. Durch Thristum ist er eine neue Kreatur geworden: ein wahrhaft bekehrter Mann. Christus erhalte ihn in seiner beseligenden Gemeinschaft und lasse ihn endlich die Krone des ewigen Lebens erlangen! Die Astrologie bei den Babyloniern und bei den Hebräern behandelt ein Aufsatz von Ed. König im „Reichsboten" voni 8. Januar d. I. Ls wird zuerst nachgewiesen, daß die Babylonier und Assyrer wie in mancherlei Erscheinungen des täglichen Lebens so auch in der Ordnung der Gestirne An- und Vorzeichen der menschlichen Schicksale zu finden glaubten. Man erkennt dies u. a. aus zwei Werken der von Layard entdeckten Bibliothek von Kujundschik. Der zweite Teil der Abhandlung zeigt, wie die Weltanschauung Israels von derartigen Vorstellungen weit entfernt war. Bezüglich der Sterndeuterei wird im Alten Testament tiefes Stillschweigen beobachtet. König schreibt: „Kennst du die Satzungen des Himmels?" lautet eine von den beschämenden Fragen, durch die im Hiobgedicht (38, 33) dem gern übermütigen Menschen die Enge seines Horizonts zum Bewußtsein gebracht werden soll. Ausdrücklich wird ferner gesagt, daß die Anhänger der wahren Religion nicht nach der Methode der Heiden Untersuchungen, nämlich betreffs der Zeichen des Himmels, anstellen und vor diesen erschrecken sollen (Ier. JO, 2). Fernerhin werden die babylonischen Autoritäten verspottet (Ier. ^7, J3), welche zu astrologischen Zwecken den Himmel in bestimmte Felder zerteilten und so „nach den Sternen schauten." Ebendieselben Sterndeuter Babyloniens sind, wie alle Weisen dieses Landes, von Daniel überwunden worden (Dan. 2,27 rc.). Wenn wir sehen, wie die großen Kulturnationen des Altertums voll Sterndeuterei und Gestirnkultus waren, so müssen wir über die Zurückhaltung, welche in der israelitischen Religion gegenüber diesen Theorieen und Neigungen beobachtet wird, uns aufs höchste verwundern. Auch bei den Aegyptern machten die Astrologen eine eigene Klasse der höheren Priesterschaft aus. Bei den Prozessionen erkannte man die Sterndeuter an dem von ihnen getragenen palmzweig, dem Symbol der Zeit. Der Pharao ließ jedes Geschäft nur zur angeblich günstigen Stunde beginnen. Sogar bei den in manchen Dingen so hoch stehenden Griechen erklärte ein Plato die Sterne für Götter (Timaios 38 E), und ein Aristoteles neigte .vor den Gestirnen als lebenden Wesen sein Haupt („Über den Himmel" 2, J2). Müssen wir da nicht von der höchsten Bewunderung erfüllt werden, wenn wir wahrnehmen, daß die Religionsbücher Israels sich von solcher Betrachtung der Gestirne fernhielten? Diese Bücher lassen sogar im Gedicht über Hiob, worin doch auch sehr kühne Reden über Gottes Weltregiment laut werden, den Haupthelden seine Erhabenheit über den Gestirnkultus in folgenden Fragen aussprechen (3J, 26 f.): „Sah ich etwa das Licht (die Sonne) in anbetendem Staunen an, wenn es hell leuchtete, und den Mond, wenn er prächtig daherwallte, und betörte sich heimlich mein Herz,, und legte sich meine Hand zum Küssen an meinen Mund?" Also er weiß sich frei von der Verirrung, den Gestirnen durch Kußhändchen seine Huldigung dargebracht zu haben. Derselbe Himmel leuchtete über Babylonien und Palästina. Aber in dem einen Lande schaut man bis an den Himmel, um durch dessen äußerliche Veränderungen die Beschlüsse der Götter zu erforschen, und in dem andern Lande war das Auge über die Himmel hinaus und hinein in „aller Himmel Himmel" (J. Kön. 8,27) gelenkt, d. h. in die innerste Sphäre des Weltalls, dahin, wo Gott ist, „der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht". In diesem Lande rief der Prophet (Ies. ^0,26): „Hebet eure Augen auf und sehet I Wer hat solche Dinge geschaffen? Er, der ihr Heer (sogar) nach der Zahl herausführt und ihnen allen auch Namen zuruft. Vor dem, der groß an Macht und stark an Kraft ist, fehlt keiner in Reih und Glied." Gedanken eines Juristen über Luk. 17, 5. Der ^Evangelist Lukas berichtet uns hier, daß einst die Jünger des HErrn ihm die Bitte vorgetragen haben: »Herr, stärke uns den Glauben!" Diese Bitte tut auch uns not. Sie tut uns not, wenn wir an uns und unsere Lieben denken mit unserenHmannigfachen Nöten, Mühen und Kämpfen; sie tut uns not im Hinblick auf unser Volk, in dem noch so viel Unglaube und böses, widergöttliches Wesen^cherrscht, aber auch im Blick auf die ganze Christenheit und die weite christentumslose Völkerwelt. Wie groß mögen namentlich die Nöte draußen in der Heidenwelt sein, wo die Todesschatten noch durch keinen Strahl des Evangeliums erhellt sind! Da gilt es zu bitten: „HErr stärke uns den Glauben, daß Du trotz alles Jammers und aller Ungerechtigkeit hienieden doch im Regimente sitzest, daß Du das Schiff Deiner Kirche durch alle Klippen und gefahrvollen Strömungen dieser Zeit hindurchführst in den Hafen des ewigen Friedens! Gieb uns allen den lebendigen, durch die Liebe tätigen Glauben, damit durch unser Wort und durch unfern Wandel die uns umgebende christuslose Welt immer mehr ge-