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Dibre Emeth · 1903-01-01 · 2 (1903) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
59 (1903)
Issue
2 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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10 besonders wertvoll sein, da es die vor $00 Jahren stattgehabte Erfüllung alltestameutlicher Weissagungen betrifft. — So genau weiß man doch nicht, was sich vor $00 Jahren zugetragen hat. — O ja! Im I^euen Testament reden Augen- und Ohrenzeugen von den: großen Wendepunkt der Zeiten. Wir erhalten jetzt zuverlässige Nachrichten über den Burenkrieg von zurückgekehrten Aämpfern und Arankenpflegern. So bietet uns das Neue Testament genaue Angaben von Zeitgenossen Jesu über diesen größten Lohn Israels, den Begründer des von Ieremia verheißenen neuen Bundes. — Ich kenne die christlichen Lehren. Ich verkehre viel mit Christen. — Der Umgang mit Leuten, die sich Christen nennen, ist nicht immer dazu geeignet, mit den: wahren Christus und dem echten Christentum bekannt zu machen. Sie müssen an die Quelle gehen, um die christliche Religion kennen zu lernen, d. h. dies Buch studieren. — Nun, da lassen Sie es hier! Es ist ja auch ungemein billig. — Sie werden die kleine Ausgabe nicht bereuen. 2. Es fehlt mir an Zeit, solche Schriften zu lesen. Außerdem bin ich Atheist. — Vielleicht sind Sie infolge von Zeitmangel Atheist. Wenn Sie Zeit gehabt hätten, über Gott nachzudenken, so würden Sie sich vielleicht hüten, sein Dasein zu leugnen. Aber ich rate Ihnen, daß Sie sich hierzu sobald als möglich Zeit nehmen. — Das ist eine Aufgabe für spätere Jahre. — Nein, die Lösung dieser Ausgabe soll uns durch unser ganzes Leben begleiten. Je früher man anfängt, sich mit Gott zu beschäftigen, desto leichter ist es, und desto mehr Segen hat man davon. — Vorläufig kann ich mich noch nicht ändern. — Ein IHatni, welcher die Änderung seines Sinnes immer wieder hinausschob, sah im Traum einen Greis, welcher Holz fällte. Als derselbe einen Haufen Aste beisammen hatte, bückte er sich, um ihn aufzuheben und fortzutragen. Aber die Last war ihm zu schwer. Nun hieb er noch mehr Äste ab und legte sie auf das Bündel. Natürlich vermehrte er hierdurch nur dessen Schwere. Trotzdem fuhr er fort, immer mehr Aste auf den Haufen zu werfen. Dann versuchte er immer wieder, ob er die Last tragen könnte. Aber je länger er zögerte, sie sich aufzuladen, desto weniger war er hierzu imstande. Gott befohlen! 3 Ja, ich bin ein Jude. Leider, oder Gott sei Dank! Was soll ich sagen? Aber um religiöse Fragen bekünnnere ich mich nicht. — Da entziehen Sie Ihreni Leben den reichsten Inhalt. — Ich bin mit dem Inhalt meines Lebens ganz zufrieden. Aber Gott kann mit Ihnen nicht zufrieden sein, wenn Sie ihn bei all Ihrem Denken und handeln beiseite lassen. — höchstens beschäftige ich mich mit der Ethik oder Moral. Dagegen mag ich von Dogmen nichts wissen. Es sollte heutzutage nur Moral gepredigt werden. — Das erinnert mich an einen Ausspruch des badischen Pfarrers henhöfer. Dieser meinte, wenn einer nur Moral predige, so sei das, wie wenn man einen: Holzbirnbaum zuriefe: „Du mußt Bergamottbirnen bringen." Der Baum könnte dann antworten: „Ach, bist Du dumm! Ich bin ja ein Holzbirnbaum. Wie kann ich Bergamottbirnen bringen?" Der Baum, sagte henhöfer mit Recht, muß erst gezweigt werden: ein neues Reis bekommen. Sonst hilft alles predigen nichts. So muß auch der Mensch gezweigt werden, d. h. ein neues Leben von oben bekommen und anwachsen lassen, wenn er gute Früchte geben soll. — Und dies neue Leben sollte von Dogmen ausgehen? — Nein, bloße Lehrsätze können es nicht schaffen. Wohl aber entsteht es, wenn der Mensch dem Worte Gottes sein Herz öffnet, wenn er den biblischen Zeugnissen Glauben entgegenbringt, insonderheit wenn er dem im Neuen Testament auftretenden Messias nachfolgt. Dieser Messias ist das edle Pfropfreis, welches die alte Natur schon bei Unzähligen umgewandelt hat. H. Es ist eine Beleidigung für uns, wenn Sie unter Juden missionieren. Gehen Sie zu Heiden! — Den Heiden wird von vielen Missionaren das Evangelium gepredigt. Gottes Gnade ladet aber alle Völker ins Himmelreich ein. Darum gibt es auch eine Iudenmission. — Wir leben schon im Reiche Gottes. — Das Neue Testament lehrt uns die Sache anders ansehen. Vielleicht lesen Sie einmal Mat. 8, \2\ 2\, qß, auch^2, ^3—^5. — Ls ist unbestritten, daß die Propheten Israels lange vor der Begründung der christlichen Airche den Gottesglauben erdacht haben. — Ich bestreite dies sehr. Nicht erdacht wurde von den Propheten der Gottesglaube, sondern auf Grund außerordentlicher Offenbarungen als ein Himmelsgeschenk empfangen. Alles menschliche Verdienst fällt hierbei weg. — An eine solche Offenbarung glaube ich nicht. Jedenfalls ist aber Israel bis auf diese Stunde dem Glauben seiner Propheten treu geblieben. — Wissen Sie nichts von den vielen Äußerungen der Untreue? Wie groß war namentlich der Abfall zur Zeit Jesu! —: Inwiefern? — Sofern die Waffe des Volkes dem von Gott angekündigten und beglaubigten Messias den Rücken kehrte, da er ihre Hoffnung auf die Aufrichtung eines irdischen Reiches nicht erfüllte. Gott hatte genau angegeben, zu welchem Zwecke der Messias zuerst auf Erdeil erscheinen sollte. Aber Israel wollte die himmlischen Güter, die er darbot, nicht haben, sondern streckte seine Hände nur nach irdischen aus. — Jesu Tod entschied gegen seine Messianität. — Im Gegenteil war sein Tod das stärkste Zeugnis für dieselbe. — Womit wollen Sie das beweisen? — Mit Iesaia 53. — Demnach sind die, welche seinen Tod herbeiführten, nicht anzuklagen, sondern zu preisen. — Nein, ihre Schuld bleibt ebenso bestehen, wie die der Brüder Josephs, obwohl Gott hier wie dort das Böse zum Guten wandte. — Die Hauptschuld an der Tötung Jesu trifft die Römer. ~- Nein, die Juden. Und weil die furchtbare Blut-

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