Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 59 (1903)
- Issue
- 1 (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Cicero 1× ep/1024888
- Niger 1× ep/1824046
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In flecke>!loser Reinheit i Du heiliger, Du Reiner, Erstrahlst Pu, Wnnderstern. Pich bet' ich staunend an. Pn lebst in sel'ger Einheit In dieser Welt ist keiner, Mit Deinem Gott und PErrn. Per Pir je gleichen kann. Nie trübt die Macht der Sünde; Pu bist so hocherhaben Pein edles Angesicht. Und doch voll pnld zugleich. In ihre tiefen Schlünde; Pu machst mit Deinen Gaben Perirrt Pein Friß sich nicht. ■ Die Bettler froh und reich. Nie lasch ihr Wort sich Horen; Pit bist der Gottgebor'ne, von Deinem süßen Ulnnd. Der zu den Sündern kam, Nichts kann den Frieden stören | Unglückliche Perlor'ne In Deines perzens Grund. Auf feine Arme nahm. Es wird Dein himmlisch MX sen, i Du leitetest die perde M PErr, zn keiner Zeit Zurück ans Nacht und Grans. Don der Gewalt des Rosen! Du öffnetest der Erde Geschändet und entweiht. | Des Pimmels gold'nes paus. Ju Matth. 6, 30. Als der schottische Arzt Mungo j)ark i. I. H7Z6 das Innere Afrikas durchforschte, geriet er in große Bedrängnis. Fieberkrank und fast von allen Mitteln entblößt, sank er einst inmitten eines rauhen Gebirges zu Boden. Da bemerkte er ein grünes Moosbüschelchen, welches an dem dürren Gestein hing und seine zierlichen Blättchen und Fruchtköpfchen zur 5omie erhob. Dieser Anblick flößte ihm neuen Mut ein. „Dies unbedeutende kleine Gewächs," dachte er, „ist so wunderbar gebaut und mit allem versorgt, was es gebraucht. Wie konnte ich vergessen, daß der große Bater aller Wesen auch hier bei mir ist? Gr wird mir beistehen." Gr drang jetzt weiter und erreichte am 20. Juli s7Z6 das Ziel seiner Reise, den Niger. Mit Recht singt Tieck: „wider alle Munden giebt's ein kräftig Kraut. Der hat Heilung funden, der dies Kräutlein baut. In des Glaubens Garten ist es nur zu schau'n. Lern' das Kräutlein warten! Es heißt: Gottvertrau'n." Ju Hebr. 4,18. In Wien soll es einst ein wundersames Ghristusbild gegeben haben. Die Lage behauptet, dasselbe sei immer einen Zoll größer gewesen als der Beschauer. Btand ein Riese vor ihm, so wuchs das Bild so, daß er zu ihm emporschauen mußte. Trat ein Zwerg herzu, so ließ das Bild sich zu ihm herunter, aber auch ihn überragte es. — Diese 5age bezeugt die Tatsache, daß der Sohn Gottes uns zwar nahe, aber doch nicht ein sündiger Mensch ist, vielmehr als der Sündlose stets über uns steht. Gr soll von uns nicht nur angeschaut, sondern angebetet werden. Wissen und Klauben. Es giebt Männer der Wissenschaft, welche zwischen den Regriffen Missen und Glauben eine tiefe Kluft befestigen. Sie sagen: „Mer weiß, der glaubt nicht, und wer glaubt, der weiß nicht." Aber diese Unterscheidung macht ihren Urhebern keine Ehre: sie ist ganz unwissenschaftlich. Einerseits hängt alles Wissen mit Glauben zusammen. Ich weiß, daß ich mich in diesem Augenblick in meinem Arbeitszimmer befinde, daß ich keine Luftspiegelung, keinen Traum, sondern die Wirklichkeit erlebe. Meine Gewißheit aber beruht darauf, daß ich mich genötigt suhle, dem Zeugnis meiner Augen zu glauben. Ich rveiß, daß es einmal einen Alexander den Großen, einen Täsar, einen Karl den Großen und andere berühnite Männer gegeben hat, denn ich glaube den Angaben der Geschichtsschreiber. Ich weiß, daß die c^rde 20 Millionen Meilen von der Sonne und nahezu 52000 Meilen vom Mond entfernt ist, denn ich schenke den Rerechnnngen der Astronomen Glauben. Rei dein Geschichtsforscher und dem Astronomen aber, ja, bei jedem Denker gründet sich das Missen zuletzt auf den Glauben an den Perstand. Der Gelehrte wagt es, den Urteilen, welche fein Perstand fällt, zu glauben. Cr hält dafür, daß die Werkstatt in seinem Innern aufs Reste eingerichtet ist, und daß die Arbeiten, die dort geliefert werden, auf allgemeine Anerkennung rechnen dürfen. Er zweifelt nicht daran, daß fein Denkvermögen dasjenige eines geistig gefunden Menschen ist. Andererseits hat der begründete Glaube das Bedürfnis und das Recht, sich als ein Missen hinzustellen. Ein Wissen ist des Glaubens Frucht. Das gilt auch von dem echten, reinen religiösen Glauben. Derselbe hat keine Freude am Dämmerlicht: er sehnt sich nach dem Sonnenglanz des Mittags. So entsteht das geordnete, zusammenhängende Glaubenswiffen. Der Glaubende weiß, was, an wen, warum er glaubt, welche Guter ihm der Glaube schenkt, welche pflichten er ihm auferlegt. Sein Wissen ist aber nicht ein bloß kopfmäßiges, sondern ein herzmäßiges. Die Erkenntnis der vom Glauben erfaßten Wahrheiten, die Bekanntschaft mit dem herrlichen Bau des geistlichen Lebens und mit den starken Säulen, auf denen dieser Rau sich erhebt, verschafft eine beseligende Glaubensgewißheit. Welche fröhliche Stimmung äußert sich in dem paulinischen pohenlied des christlichen Glaubens (Röm. 8, a{ ff.)! Der Apostel des Messias ist davon^iiberzeugt, das ihn keine Gewalt von der in seinem perrn und Meister geoffenbarten göttlichen Liebe trennen kann. Auch dem Tode vermag er Trutz zu bieten, wer dieselbe Siegeskraft erlangen will, muß denselben Weg betreten, auf dem Paulus einherging. In der Gemeinschaft mit dem von Gott gesandten Erlöser findet man das religiöse wissen, welches von den festesten Gründen getragen wird, und daher auch die religiöse Gewißheit, die allen Widerwärtigkeiten gegenüber stand- und stichhält. Der Schlangentreter, der vor ^00 Jahren im jüdischen Lande lebte, ist bereit und fähig, jedem, der an ihn glaubt, zum Siege über Unwissenheit und Ungewißheit zu verhelfen. Wer vin ich? wer bin ich, wenn es mich betrifft? Lin Abgrund voller Sündengift, wer bin ich, Lamm, in Deiner Pracht? Ein Mensch, der Engel weichen macht: So rein, so weiß, so schön, so auserwählt, Daß mir's an Worten zur Beschreibung fehlt. (E. G. Woltersdorf, Gründer des Bunzlaner Waisenhauses.) Zum Nachdenken. \. Den Pirgil in seinen Hirtengedichten kann niemand verstehen, er sei denn fünf Jahre lang pirte gewesen. Den Cicero in seinen Briefen kann niemand recht verstehen, er sei denn 25 Jahre lang in einem fürtrefflichen Regiment gestanden. Pon der heiligen Schrift meine niemand einen genügsamen Perstand erlangt zu haben, er habe denn joo Jahre lang mit Propheten, mit Elia und Elisa, Johannes dem Täufer, mit Christo und den Aposteln die Genieinden regiert. (Luther am \6. Febr. ^6.) 2. wer nicht liest, der lebt nicht. Er ist nicht mit in der Welt, und ob er in den Pimmel kommt, ist eine Frage. Ein Buch ist eine Brücke, über den Strom der Zeit gebaut, da wir