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Dibre Emeth · 1903-01-01 · 1 (1903) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
59 (1903)
Issue
1 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4 geht ruhig weiter. Der HErr segnet fi*. Zu Ihm steht unser Vertrauen für die Zukunft. Wir durften wieder JO erwachsene Falascha auf die Taufe vorbereitend so daß im ganzen im Jahre 26 Falascha getauft wurden. Alle machen uns Freude, und wir hoffen, sie machen Jesu Ehre und dienen ihren unbekehrten Verwandten als Lichter. Manche von ihnen hatten um ihres Glaubens und Bekenntnisses willen viel zu leiden. Sie ertrugen es aber stille. Aus verschiedenen Provinzen kommen die Falascha auf unsere Stationen, um mit uns das Wort Gottes zu lesen oder zu disputieren, d. h. uns aus dem Alten Testament zu beweisen, daß Jesus nicht der verheißene Messias sein könne. Wir benutzen solche Gelegenheiten, um durch die Weissagungen von Ehristo sie zu überzeugen, daß sie im Irrtum sind und der Messias kein anderer fein kann als Jesus. Im Juni machten wir eine predigtreise. Wir besuchten die in der Zerstreuung wohnenden proselyten und Falascha. Erstere nahmen uns mit Freuden auf, letztere dagegen waren öfters unfreundlich und gehässig, insbesondere die Falaschapriester in Sakalt und die Zauberer in Tata. Doch finden sich immer etliche Falascha, die für das Wort Gottes offen sind, und sich von dem, was ihre Priester ihnen bieten, nicht befriedigt fühlen. Sie schrieben mir einmal: „Was leicht ist, schwimmt oben, was schwer ist, inneren Gehalt hat, sinkt nach unten." Die edlen Seelen unter den Falascha sind nicht die Schreier und Disputierer, sondern die Stillen. Wenn diese zum Glauben und zur Taufe kommen, giebt es gehaltvolle Uberzeugungschristen, die für Iesum den Märtyrertod erleiden würden. Wir konnten auf dieser Reise viele Bibeln, Neue Testamente und andere Bücher verkaufen und Traktate verschenken. £), wie ist es zu bedauern, daß so wenige lesen können! Aus der Provinz Atschafer (4 Tagereisen von hier) besuchte uns ein proselyt, der vor \5 Jahren zum Glauben und jur Taufe kam. Er verweilte eine Woche bei uns und trank täglich in vollen Zügen das Wasser des Lebens. Er ist ein lebendiger Ehrist. Gottes Wort war ihm süßer als Honig und Honigseim. Aus der Provinz Schalt besuchte uns ein Debtera. Er wurde vor zehn Jahren, ohne Unterricht empfangen zu haben, von einem abessinischen Priester getauft. Wir fanden ihn in der christlichen Erkenntnis völlig unwissend. Zudem stellte es sich heraus, daß er ein Zauberer war und das große Zauberbuch „Aiula Negest;‘ (Aönig aller Zauberei) bei sich hatte. Wir predigten ihm Buße und zeigten ihm aus Offb. 22, \5 und anderen Stellen, daß die Zauberei vor Gott ein Greuel ist und alle, die sich der Zauberei schuldig machen, zur Hölle fahren. Eines Morgens kam er weinend zu mir, bekannte alle seine Sünden und verlangte, sein Zauberbuch solle verbrannt werden. Dies geschah sofort. Da wir unter den Priestern 11116 Debteras viele Feinde und Verleumder haben, war es notwendig, daß wir uns dem Aönige, dem Ras von Dembea, dem Abuna und dem Etschegie (dem Oberhaupt aller Mönche) vorstellten. Am September reisten wir von hier ab. Nach vierwöchentlicher, beschwerlicher Wanderung kamen wir in Adis Ababa (neue Blume), der Residenz des Aönigs Menilek, an. 32 Tage brauchten wir, bis wir vom Aönig, vom Ras, vom Abuna und vom Etschegie eine Audienz erlangt und ein Schreiben mit Siegel erhalten hatten, wobei jedem ein kostbares Geschenk gegeben wurde. Zuerst mußten wir uns die Balderabas (Einführer) durch Geschenke zu Freunden machen, daß sie uns meldeten. Es kostet viel Geld und Geduld, bis man zu diesen hohen Würdenträgern vorgelassen wird. Die Mission wurde uns gestattet, und wir wurden aufs neue aller Steuern und Abgaben enthoben. Man war uns freundlich. Als wir unsere Geschäfte erledigt hatten, traten wir die Rückreise an. Dankbaren Herzens kamen wir alle am 8. Januar in Djenda an. Beinahe vier Monate hatte die Reise gewährt. Von dem hungerleiden, den Strapazen und Gefahren bei Tag und Nacht will ich schweigen. Hierzuland ist das Reisen schwierig, mit vielen Entbehrungen und Gefahren verbunden. Die Lehrer waren auf den Stationen zurückgeblieben. In Djenda kommen \6, in Asseso lv8f in Maskala Arestor 20 Anaben regelmäßig zur Schule. Unsere Gottesdienste werden von den proselyten regelmäßig, von eingeborenen Ehristen mit Unterbrechung besucht. Die Eingeborenen fürchten sich vor ihren Priestern. Hiob Negusie reiste nach Tschelga, wo er an vielen Falaschaorten predigte. Die Brüder in Asseso machten eine Missionspredigtreise nach Sakalt. Da Asseso an der Heerstraße liegt und die Brüder von den eingeborenen Priestern und Debteras viel zu leiden hatten, auch als protestantische Aetzer mit dem Bann belegt wurden, so daß jedermann den Verkehr mit ihnen abbrach, verließen sie die Priesterstadt Asseso und erwählten Tscherekan als ihren Wohn- und Arbeitsort. In diesen Tagen begannen sie in Tscherekan sich Hütten zu bauen. Es ist sehrschwer, in unserem Lande Mission zu treiben. Nicht nur alle Falaschapriester und Debteras, sondern auch die Priester und Debteras der abessinischen Airche und durch deren Einsiuß die abessinischen Beamten sind gegen uns. Wir bedürfen deshalb recht treuer Fürbitte, daß uns Gott Araft und Mut geben möge, diesem unschlachtigen und verkehrten Geschlechte, unter dem wir wohnen, das reine Evangelium zu predigen, damit etliche aus dem großen Haufen der verlorenen und irregeleiteten Sünder für den Heiland gewonnen werden. Zum Schluß möchte ich Sie bitten, alle meine Freunde zu grüßen und zu bitten, daß sie auch ferner meiner und meiner Mitarbeiter gedenken. Für alle die Liebesgaben, mit denen ich bei Witwen, Waisen, Lahmen, Blinden, Aussätzigen, heimatlosen und Elenden aller Art manche Tränen trocknen durfte,

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