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Dibre Emeth · 1903-01-01 · 1 (1903) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
59 (1903)
Issue
1 (1903)
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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verfolgt. Endlich ging er nach Jerusalem. Die traurigen Erfahrungen, die er genmcht hatte, hielten ihn nicht davon ab, um Aufnahme in die christliche Kirche zu bitten. In dcm abessinischen Dorf Guramba bekannte ein alter jüdischer Priester nach langen Verhandlungen mit Missionsarbeitern, daß 2Hofc und die Propheten nicht auf der jüdischen, sondern auf der christlichen Leite ständen. Aber er bat die Christen: „Erweiset uns die Gunst und laßt uns in Frieden! Wir wünschen als Falascha zu sterben. Wer Euch folgen will, der folge Ench. Ich würde ihm kein böses Wort sagen. iair laßt uns Priester allein!" Mit Recht wurde den Priestern, welche die Boten des Evangeliums Abtrünnige nannten, von denselben entgegengehalten, daß diese Bezeichnung vielmehr auf sie selbst passe: „Wenn Gottes Wort auf unserer Leite ist, so seid Ihr die Abtrünnigen. Ihr glaubt dein Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs nicht." In Mogador rühmte eine Jüdin den guten Einfluß, den der Missionar auf ihren Mann ausübte: „Er ist ganz verändert. Er trinkt nicht mehr und schlägt mich nicht mehr. Er liest die Bibel." Sie wünschte, der Gott Israels möge den Prediger für das Gute, das er hiermit ihr und ihren Rindern erwiesen habe, belohnen. Ebendaselbst sagte ein Israelit: „Je mehr ich das Neue Testament studiere, desto mehr sehe ich ein, daß wir nicht auf dem wahren Wege unserer Schriften wandeln. Wäre ich jünger, so würde ich die Synagoge verlassen." Ein anderer bemerkte: „Ich weiß nicht, warum unsere Rabbiner uns am Ltudium der Propheten und des Neuen Testaments hindern. Diese Bücher reden ja nur von Gott." Auch jüdische Rinder werden durch die Mission heilsam beeinflußt. Einige Lchülerinnen der pariser Missionsschule überraschten oft durch ihre verständigen Antworten. Z. B. gab ein kleines Mädchen auf die Frage nach dem Zeichen der Vergebung der Lünde die Antwort: „Das Zeichen ist die Freude." Offenbar hatte sie die richtige Vorstellung von der Bedeutung der Lündenvergebung. Was die Rinder in den Missionsschulen lernen, bringen sie ihren Eltern mit. Lo erzählte ein zehnjähriger Rnabe in Ronstantinopel seiner Lehrerin: „Ich habe meinen Vater das Gebet des HErrn gelehrt und jetzt bin ich dabei, iha die Gebote zu lehren." Unter den Getauften, von welchen der Bericht spricht, ist ein junges Mädchen in London. Dasselbe hatte sich eingehend mit bcm Alten und dem Neuen Testament beschäftigt und sich dann entschlossen, seinen Glauben an Christum z'a bekennen und sich taufen zu lassen. Nach Empfang der Taufe offenbarte sich die junge Dame ihren Eltern. Diese beantworteten ihre Mitteilung damit, daß sie die Tochter aus dem Pause stießen. Line christliche Freundin nahm sie bei sich ailf. Beide sülchten ihre Zuflllcht bei Gott, und der HErr erhörte ihre Gebete. Nach zwei Monaten luden die Eltern ihr Rind ein, nach Pause zurückzukehren. So lebt die Getaufte jetzt wieder bei den Ihrigen. Sie darf zwar nicht von Christo reden, zeugt aber mit ihrem Wandel voll ihln. In Belfast wurde eill irischer Jude getauft, der auf einer Reise durch einen proselyten zu Iohanllesburg in Südafrika tiefere Eindrücke vom Christerltllln ellipfallgen hatte. Nach feiner Heimkehr erwachten diese Eindrücke wieder, als er mit einem Missionar verkehrte. Er führt jetzt ein ehrenhaftes Leben der Lelbstverleugllung. Drei persische Juden, die in Ispahan übertraten, hatten seither llianche schwere Prüfung zu bestehen. (Einer ließ sich dazu bewegen, die Christel! eine Zeitlang zu meiden. Aber dann kehrte er zu feinen Freunden zurück. Diese sahen hierill eine Erhörlllig ihrer Gebete. Alle drei halten sich jetzt treu zu der Gemeinde des HErrn, an Öen sie aufrichtig glauben. Von einem Iudellchristen, der ill Smyrna zu Pause war, lesen wir im Bericht: „Er entschlief ill Jesu, reich an poffnung und Frieden." Aus Teheran wird der Tod eines proselyten mit den Worten gemeldet: „Er war fest ini Glauberl unö dankte Gott bis zuletzt dafür, daß er ihn: die Wahrheit gezeigt hatte." „Warulll. komlllen Sie in unsere päuser, um uns Ihr Evallgeliunr zu predigen?" fragte eill Jude ill Mogador öen Missionar. „Wir gehen doch nicht zu Ihllell, unl Ihnen öen Talmud zu predigen." Die Antwort lautete: „Dies beweist einfach, daß Schas (der Tallnud) der Tod ist, aber das Evangelium ist das Leben " Leider nlacht das Evangeliuln nicht alle feine Bekenner zu Evangelisten, weil viele sich dagegen! sträuben. Ein Hamburger Jude sagte: „Ich verkehre mit vielen Christen, aber noch keiner hat mit mir über das Christentum geredet." Um so mehr tut es not, daß ein eigenes Missionsamt besteht. Aut besonderen Lchwierigkeitell hatten die Missiollare in Persieil zu kämpfen. Die Diener des einen wllrden auf einer Reise voll Räuberll überfallen und ausgeplülldert. Der Missionar schätzt feinen Verlust auf etwa (600 Mark. Die Zahl der ill der Londoner Missioll tätigen Personen stieg auf 2\\f mit Hinzurechnung der Missionarsfrauen auf 2^5. Ein Brief aus Abessinien an Miss. Flab. Der Herr, der die Gebete seiner Rinder erhört lllld tut, was die Gottesfürchtigell begehren, hat unfern Boten Gabru wohlbehalten zu uns gebracht. Ihre Briefe, das Geld, die alllharischell „Bibeln, Testanlente imö andere Bücher samt denn Nbrigeli, was Sie uns fanöten, haben wir richtig erhalten. Wir alle öanPen Ihnen, unferni väterlichen Freullde, sowie allen unfern Gönnern für alle die vielell Gaben. Nach Allkullft ullseres Botell nevfammelte sich unsere ganze (Semeinöe samt den Schülern zu eitlem Dankgottesdienst. Für die alllharischen Bücher haben wir ilnnler dallkbare Abllehlller unter Falascba, Proselyten und Christel!. Unsere Missionstätigkeit

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