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Dibre Emeth · 1902-01-01 · Heft 4 · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
58 (1902)
Issue
Heft 4
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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trifft, erzählte. Seine Worte gingen den Wegelagerern durchs Herz. Der Hanptmann der Bande sagte: „Bruder, Du hast den Schlüssel zu unfern Herzen gesunden. Aber Du mußt mit uns gehn." Wan gab dem Beraubten alle feine Habe zurück und brachte ihn dann in ein entferntes Dorf, in welchem der Anführer wohnte. Im Haufe des letzteren blieb Ifai Das als wertgeschätzter Gast 20 Tage. Nach Verlauf dieser Zeit sagte der Hauptmann zu ihm: „Jetzt kannst Du wieder gehen. Du hast uns viel Gutes gethan und verdienst einen großen Lohn. Wir wollen Dir 20 Rupien (HO Ulf.) geben." Ifai Das aber, der seinen Namen (Jesu Diener) mit Recht führte, entgegnete: „Der schönste Lohn würde darin bestehen, wenn Ihr Eure Herzen Jesu, dem Heiland der Sünder, einräumtet." Die Räuber begleiteten ihn noch eine weite Strecke bis nach Ihansi, wo er zu Haufe war. Ganz! Die Treue steht zuerst, zuletzt Im Himmel und auf Erden. Mer ganz die Seele dreingesetzt, Dein soll die Krone werden. Drum mutig drein und nimmer bleich! Denn Gott ist allenthalben. Die Freiheit und das Fimmelreich Gewinnen keine halben. (L. XU. Arndt.) Die neuste deutsche Äöersehung des Akten Hestameuts rührt non dem jüdischen Gelehrten Di'. 5. Berufeld her. Sie wurde von der Firma S. Calvary u. Co. in Berlin veröffentlicht. Du. B. schließt sich streng an den masorethischen Text an. Sein Lehrmeister in der Art der Übertragung ist Samuel David Luzzatto. Desletzteren italienische Wiedergabe der Bücher Moses und Iesaias diente ihm als Vorbild, wie Luzzatto sucht B. den Wortsinn besonders durch Vergleichung des hebräischen mit dem Aramäischen und Assyrischen (nicht mit dem Arabischen) zu ermitteln, wie jener berücksichtigt er sorgfältig die Accente. Auf Luzzatto kann er sich auch für die auffallende Übersetzung von j. Mose j, 2 („ein mächtiger sgöttlicherj wind") berufen (vgl. Ps. 80, jj; jo^, jö). Natürlich weist seine mit Einleitungen und Anmerkungen versehene Arbeit wie jede frühere (von M. Mendelssohn, Zuuz, Wohlgemuth und Bleichrode) mancherlei Mängel auf. Immerhin ist sie als ein tüchtiger Versuch, das Alte Testament deutsch reden zu lassen, willkommen zu heißen. Strauß und Wenau. „Ich danke Dir, Strauß, Du hast mir zum heil gedient," rief ein junger Mann, nachdem er „Das Leben Jesu" voll Strauß gelesen hatte. Bei der Beschäftigullg mit diesem Machwerk des Unglaubens war es ihlll klar geworden, daß es viel einfacher ist, die neuteftamentlichen Berichte so zu nehmen, wie sie dastehen, als ungeschickten Beweisen für ihreangebliche Unwahrheit zu vertrauen. — Als Renan sein ebenso falsches „Leben Jesu" geschrieben hatte, malte Peter von Cornelius in Berlin den vor dem Auferstandenen knieenden Apostel Tholnas. Das Bild hat die Ullterschrift: „Meill HErr und mein Gott!" Rach dein letzten Pinselstrich sagte der achtzigjährige Künstler: „Das ist meine Antwort an Renan." — Das Evangelium verliert auch inmitten der Welt des Unglaubens ilicht seine Kraft. Die voll Gottes Wort Erfaßtell sind ein herrlicher Beweis für die Wahrheit dieses Wortes. Kitt merirrimidifler KriedYaf in Akiona ist derjeliige der dortigeil porlugiesisch-jüdischen Gemeillde. Er liegt all der Königsstraße. J6U erwalben ihn Hamburger Israeliten voll dein Grafen Erlist von Schauenburg. Bis J877 blieb er im Gebrauch. Nach dein Urteil eines Kenners ist er in lnancher Hinsicht bedeutellder als der berühlllte Friedhof zu Oudekerk bei Amsterdam. Die der Bibel und den rabbinischen Schriften, aber auch der Reilaiffailce entnommenell Bilder auf beit Grabsteinen haben einen kunstgeschichtlicheli wert, während das Zeichen des Levitentums, die Kallne oder der Becher, auf diesem Friedhof nicht vorkommt, ist dagegen das Priestertum mit der Krone mld den segnenden Händen vertreten. Einzelne Bilder deuten auf den Beruf oder den Familiennamen des Verstorbenen hin. Auch die Familiellwappell verdienen Beachtung. Unter beit Beerdigten sind hervorzuheben: Rodrigo de Castro, Abrahaln Teixeira, Elia Aboab, Mose Gideon Abudiente und David Cohen de Lara. Teixeira war zuerst spanischer Schatzmeister, dann schwedischer Konsul (unter der Königin Christine). Er spendete zuin Bau der Hamburger Michaeliskirche das gesamte Kupfer, welches nach einer alten Urkunde jo ooo THaler wert war. Abudiente und de Lara sind als Gelehrte, der erstere gleich de Castro auch als Dichter, bekannt. Von de Laras Beziehungen zu dem christlichen Theologen Edzard ist in den „Dibre Emeth" von J896 (S. 62) die Rede. Kefr-Mirim bei Ain-Zeitün (auf dem Wege von Safed nach Tyrus) wurde viele Jahrhunderte lang von jüdischen Pilgern besucht, die hier das purimfest feierten. Einer Überlieferung nach soll hier wie der Prophet Vbadja, so die Königin Esther begraben worden sein. Der Ort besaß einst zahlreiche Synagogen, wie die vorhandenen Ruinen beweisen. Auf den zerbrochenen Säulen findet man hebräische Inschriften, die aber jetzt nicht mehr zu entziffern sind. Die eine der letzteren lautete nach der Angabe eines jüdischen Schriftstellellers: „Gott wird an diesem Ort und an allen Orten Israels Frieden geben, wundert euch nicht über Schnee, der im Nisan kommt! wir haben ihn im Siwan gesehen." Der Anfang dieser Worte bezieht sich offenbar auf die messianische Weissagung haggai 2, 9. Der Schluß erinnert an Geibels Frühlingslied: „Ünd dräut der Winter noch so sehr" usw., aber auch an 2. Chron. J5,7 und Hab. 2, 3. Kleine MMonszeitung. Nach dem 79. Bericht der Berliner Gesellschaft verhalf dieselbe in Berlin 25 Israeliten zur Taufe. Missionar Löwen wurde von Posen nach Wien versetzt. Ein Flugblatt, welches zum jo. Trinitatissonntag erschien, wurde in 50 000 Exemplaren verbreitet. Seit Ostern J90J giebt P. Bieling dreimal jährlich ein volkstümliches Beiblatt zum ,,Nathanael" heraus. — Auch in Wandsbek wurde eine neue Zeitschrift der Iudenmission begründet. Sie heißt: ,,Israels Hoffnung" und erscheint monatlich. Ihr Herausgeber ist P. Dolman. — Der 59. Jahresbericht des Westdeutschen Vereins erzählt von vielen Missionsreisen. Mehr als 6000 Schriften im Wert von 550 Mk. wurden verbreitet. Unter den jo in Köln von P. Stolle Getauften befand sich ein Oesterreicher, der in Transvaal aufseiten der Buren gekämpft, hierbei in Haus- und Feldgottesdiensten vielfach das Wort Gottes gehört und beten gelernt hatte, durch die schwere Erkrankung seines Vaters nach Europa zurnckgerufen worden war, aber wieder nach Transvaal ziehen wollte. Missionar Goldstern besuchte einen alten, frommen Israeliten, der dem Tode entgegensah und ausrief: „Der Tod ist so furchtbar, so schrecklich." Goldstern erwiderte: ,,Ia, der Tod ist der König der Schrecken, aber nicht für das Volk Gottes, nicht für die, die der Vergebung ihrer Sunden gewiß geworden sind, die in der Gemeinschaft mit Gott leben und Frieden mit Gott haben." Als Goldstern dann aber von dem einen sprach, auf den Gott alle unsere Sünden gelegt hat, der für dieselben gestorben ist, damit wir Frieden mit Gott haben

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