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Dibre Emeth · 1902-01-01 · Heft 4 · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
58 (1902)
Issue
Heft 4
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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und ruhig sterben können, da stürzten dieFrau und die Kinder des Sterbenden herzu und rissen ihn förmlich vorn Bette weg. Ls half auch nichts, daß der Kranke selber bat: „Laßt ihn reden! Ich will ihn hören." Der Missionar mußte alsbald das paus verlassen. P. Klose gab durch einen Vortrag über den Zionismus, bei dein er (20—-(50 jüdische Zuhörer hatte, den Anstoß zur Begründung eines Zionistenvereius in Straßburg. — Die Missionshalle (Elim in Rotterdam wurde von vielen jüdischen Auswanderern besucht. Lin 72 jähriger Greis erschien täglich (3 Tage lang, las in dieser Zeit das Neue Testament zweimal durch und bekannte endlich vor 40 Juden, er sei überzeugt, daß Jesus als der wahre Messias angesehen lverden müsse, vor der Abreise erbat er sich eine mit Ioh. 3, (6 bedruckte Karte. Derselbe Mann hatte früher das Christentum so sehr gehaßt, daß er seine verheiratete Tochter bewog, ihren (Satten zu verlassen, weil dieser sich vom Evangelium angezogen fühlte. — Die Londoner Gesellschaft feierte ihr 94., die Britische (wie der Westdeutsche Verein) ihr 59. Iahresfest. Die erstere zählt (99 Missionare, die in drei Erdteilen arbeiten. Sie nahm 38 555 £ ein und gab 39973 .£ aus. Ihr Defizit beträgt 5763 £. Die Schriftenverbreitung war sehr bedeutend, von Bukarest aus wurden (2 000 Drucksachen (darunter 2000 heilige Schriften) an Juden verkauft, vielerorten fanden Taufen statt. Am Iahresfest der Britischen Gesellschaft, die ebenfalls unter Gottes Segen arbeitet, verglich ein Redner in geistvoller weise die Verfinsterung der Sonne durch den Mond mit der Verdunklung Christi durch schlechte Christen, wie bei einer Sonnenfinsternis die ferne Sonne ein Teil des uns nahen Mondes zu sein scheint, so erscheint den Juden das Evangelium als ein Teil des zwischen die Juden und das Evangelium tretenden, von uns zu bekämpfenden Namenschristentums. — In Palästina und Syrien sind 350 ausländische Protestanten als Missionsarbeiter thätig. Auf Palästina kommen 235 (72 Männer, (7( Frauen): (35 Engländer, 7t Deutsche, *6 Schotten, U Amerikaner; auf Syrien 207 (73 Männer, (33, Frauen): (00 Amerikaner, 57 Engländer, 32 Deutsche, (( Schotten, 7 Iren. Die Zahl der Arbeitsplätze beträgt dort 20, hier 28. In jedem der beide:: Länder arbeiten (7 Gesellschaften. Mit den Juden Palästinas beschäftigen sich 5t Angestellte von 3 Gesellschaften (35 von der L. I.-M ), mit denjenigen Syriens 23 Angestellte von 3 Gesellschaften. — In Kapstadt wirkt seit ^896 der Iudenmissionar E. Reitmann. Er stand zuerst mit der Mildmaymission in Verbindung, wird aber seit *899 von dortigen Evangelischen unterstützt. Die hübsche Missionshalle faßt 200 Personen. Die jüdische Gemeinde zählt etwa 6000 Mitglieder. während des letzten Krieges stieg die Zahl auf (5000. Es sind 3 Synagogen vorhanden, wie in Durban, so feiern die Juden auch in Kapstadt ihren Sabbäth am Sonntag, viele sind eifrige Zionisten. Aus der jüdischen Presse. Gegenwärtig führt unsere Wissenschaft ein elendes Dasein Sie bat die Fühlung mit der wirklichen Gelehrsamkeit und tni den Interessen und Aufgaben des Lebens verloren und zieht in ihre Verkümmerung das durch geistvolle, aber feindliche Werke heftig bedrohte Judentum täglich mehr hinein. (A. Z d. I. (9O(. S. 590.) — Ich wechsele meine Religion nicht, denn ich habe keine und fühle kein Bedürfnis nach einer neuen. Ich bin Jude, iveil ich es sein :nuß, ich bin es unbewußt und unwillkürlich, obgleich ich das Wesen meines Judentums, sein wahres Gepräge und seine echte Farbe, nicht kenne. 0 Brüder, sagt mir, was und wer ich bin! Erweist nur die Gnade und gebt mir ein positives Iudetltum, positive Ideale, und ihr werdet meine Seele retten. (Ebd. (902, S. (80.) — Die jahrhundertelange physische Depravation durch das Ghettoleben und die von jeher bei uns heimische geistige Überlastung haben das Ihrige gethan, uin der jetzt lebenden Iudengeneration den Stempel nervöser Entartung unverkennbar aufzuprägen. Bezeichnend dafür ist die ungeheure Zahl der schlechthin'Nervösen! und der eigentlich Nervenkranken unter uns, ferner die das Bevölkerungsverhältnis weit übertreffende Zahl jüdischer Taubstummer und Blinder. Das markanteste und traurigste Moment aber ist die außerordentliche Zahl von Geisteskranken.(Ebd. S. 257.) — wir wollen uns nicht zu einer politischen Einheit organisieren, aber wir können nickt behaupten, daß in der Jetztzeit uns nichts als die Religion verbindet, und daß wir alle Kräfte nur für dies eine Ziel zusammenfassen müssen. (Ebd. S. 326.) — Unser ist er, der Rabbi von Nazareth, nicht bloß Fleisch von unserm Fleische,, sondern Geist von unserm Geiste. Das Wesen des Christentums ist das Judentum! (Ebd. S. 33(. Zur Bestätigung, aber auch zur Berichtigung bient pebr. (—3.)—Die Reform besteht darin, daß sie von denr pharisäischen oder talnmdischen Zuviel zurückkehrt zu der Einfachheit des prophetischen Judentums, zu der Kraft und Schlichtheit der psalmistischen Religiosität. Diese Rückkehr ist ein Fortschritt, während wir die talmudsiche Entwicklungsphase für einen Abfall halten von der Hoheit und Tiefe der Prophetie. (Ebd. S. 333.) Jur Statistik. In die preußische Landeskirche wurden i. I. (899 538, i. I. (900 346 Juden ausgenommen. In Wien traten i. I. (899 455, t. I. 190* 6(8 Personen ans dem Judentum aus. Im Jahre (900 schloffen sich ebendaselbst (70, i. I. $0( (59 Juden der lutherischen Kirche an, während in denselben beiden Jahren 33+32 der reformierten Kirche beitraten. — Deutschland wurde am (. Dezember (900 von 586938 Juden bewohnt. Seit (890 betrug die Zunahme (9 O63 (5.3 pCt.), während sich die Evangelischen in derselben Zeit um 3203293 ((3,6), die Katholiken um 2652992 ((5 xCt.) vermehrten und die Zahlen 3523((03 und 203279(3 aufwiesen. Die Gesamtbevölkerung belief sich auf 56 567"(78 gegen 39 328 370 i. I. (890. (Zunahme (3 pCt.). In Ungarn waren im'Jahre (900 von (9253559 Einwohnern 85(578 Juden (30/10 pCt. der Gesamtbevölkerung), von (890 bis (900 vermehrten sich die dortigen Israeliten um (26 (56 ((3,83 pCt., gegenüber der verinshrten volkszahl 0,2 pCt.). Rußland hatte bei der letzten Volkszählung 5 (89 000 Juden unter (25668O0O Einwohnern (3,(5 pCt. der Gesamtbevölkerung). Auf die zehn polnischen Gouvernements kamen hiervon ( 5(6 567 Juden ((5,92 pCt. der Gesamtbevölkerung). ZLücherverichL. Gebr. Lüdeking, Hamburg: M. Glage, Quousqiie tamlem? Die moderne Wissenschaft und das Christentuin. (6 S. 20 Pf. — Agentur des Rauhen pauses, pambnrg: W. Becker. Der einige Trost im Sterben. Geschichtliche Zeugnisse über die richtige Beantwortung der Frage: wie kann man des Todes Bitterkeit vertreiben? 5. Aust. 56 S. 20 Pf. — Buchdrnckerei der Rettungsanstalten, Diesdorf bei Gäbersdorf (Schlesien): () Beweise aus den alten Propheten dafür, daß der Messias schon gekommen sein muß, und daß Jesus von Nazareth der Messias ist. 52 S. (5 Pf. 2) I. L. L. Po ff, Die Mosaischen Opfer nach ihrer sinnbildlichen und vorbildlichen Bedeutung. VI u. 66 5. 30 Pf. 3) I. R. p. Biese uthal, Die liebe Zeit oder Die Iamim Noraim und der Jom Pakippurim, nach ihrer liturgischen, rituellen und historischen Bedeutung aus ' der: (Quellen dargestellt. VI u. 60 S. 50 Pf. (Alle drei Schriften erschienen in neuer Bearbeitung.) 3) W. Becker, Das Menschenopfer bei den Israeliten. 2. Aust. (5. bis (0. Taufend). (6 S. 5 Pf. — The Society\s House, 10, Liiicoln’s Inn Pichls, London, W. C.: The 91 lh Jieport of the L. S. 117 und 108 p. 2 s. — A. Polder, Wien: A. Büchler, Das Syuedriou in Jerusalem und das großeBeih-Diu in der Ouaderkannnecdes Ierttsalemischen Tempels. 252 S. Schrsitleituug: Prediger w. Becker, Wien Tll/i, painburgerftr. 2(. - Selbstverlag der Schrislleituug. — Kommissions-Verlag: Buchha ndlnng der Goßnerfchen Mission, Friedenau-Berlin, paudjerystr. (9/20. — Iahrespreis: 60 Pf. oder 72 p. ö. w. Druck von I. windolff in Berlin SW., Charlottenstr. 88,

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