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Dibre Emeth · 1902-01-01 · Heft 4 · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
58 (1902)
Issue
Heft 4
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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für die Mission hatte er ein offenes Auge. Er kan: öfters in das Haus des englischen Missionsveteranen Muirhead in Shanghai und besuchte auch den Basler Missionar Rud. Lechler in Hongkong. {865 nach Basel zurückgekehrt, gründete er ein eigenes Rohseidengeschäft. Dasselbe gedieh unter seiner Leitung zu schöner Blüte. 21 tit besonderer Herzlichkeit nahm er sich seiner Lehrlinge an. {867 verehelichte er sich mit einer Tochter seines früheren Prinzipals. Die Gatten stimmten in den wichtigsten Dingen in seltener Meise zusammen. 3n seinen: Geschäft und seiner Familie ging Bischer aber nicht auf. Gr arbeitete eine Zeitlang am Ehegericht nnt. Ferner war er jahrelang Mitglied der gesetzgebenden Behörde, des Großen Rates. Als er einmal gegen das Theater ausgetreten war, ließ man ihn bei den nächsten Wahlen fallen. {870 wurde die „Internationale Agentur des roten und grünen Kreuzes für Verwundete und Kriegsgefangene" in Basel gebildet. Bischer ließ sich bereit finden, die Leitung zu übernehmen. Gr ging auch hierbei mit dem Beispiel unermüdlicher Gelbsthingabe voran. Am jene Zeit beteiligte er sich auch mit zwei Freunden an der Gründung der Arbeitersäle im Klingenthal. Als ihm von der italienischen Regierung das italienische Konsulat in Basel anvertraut worden war, benutzte er die einzigartige Gelegenheit, seinen lieben Italienern, den ansässigen wie den durchziehenden, nachzugehen und ihnen mit Rat und That beizustehen. Oft lud er sie in seinen Garten ein, bewirtete sie und suchte ihnen auch etwas fürs Herz zu geben. Als ihn: wegen Verteilung von Evangelien, die er den jDaffanten zur Erinnerung anbot, von Rom aus ein Vorhalt gemacht wurde, sah er sich veranlaßt, das Konsulat niederzulegen. Doch wirkte er fortan um so eifriger an der Evangelisation des Tessin mit, zu der er seit Vollendung des Gotthardtunnels den ersten Anstoß gegeben hatte. Vorher aber war ein Wendepunkt in seinem Leben eingetreten. {875 war unser Freund zur völligen Erkenntnis des Heils durchgedrungen. Da hieß es bei ihn:: „Rein ab der Welt und Ehrifto an, so ist die Sache recht gethan." Im Oktober {682 fing in Basel eine Erweckungszeit an, die einige Wochen andauerte. Der Heimgegangene, der nnt Leib und Seele dabei war, hegte nun den aufrichtigen Wunsch, die für den HErrn Gewonnenen zu pflegen. Zu diesen: Zweck gründete er in: Winter {685 einen Evangelisationsverein, dessen Leiter er wurde und bis {8Z7 blieb. Gr verstand es trefflich, andere zur Arbeit heranzuziehen. Seine Entschiedenheit wirkte kräftigend auf die Mitarbeiter. In: Frühjahr {885 verließ er sein schönes, neugebautes Haus und zog in eine Mietswohnung. Die Liebe Lhristi drang ihn, den: Armen und Kranken nachzugehen und den Verlorenen das Evangeliun: zu verkündigen, das ihn: selbst den: Frieden gebracht hatte. Diese rücksichtslose Gelbstverleugnung inachte auf viele einen tiefen, segensreichen: Eindruck. Gr gab dann sogar sein blühendes Geschäft auf, um ganz der Evangelisation zu leben. Unermüdlich machte er, unterstützt von seinen Evangelisten, bei hohen und Niedrigen, Gesunden und Kranken seelsorgerliche Besuche. Viele, die sein Zeugnis hörten, wurden durch Gottes Gnade erweckt und in ihrem Glauben gestärkt. Leine Redegabe, unterstützt durch ein kräftiges Organ, kam in den Versammlungen an den Gonntagnachmittagen und den Wochenabenden zur Geltung. Er lebte im Worte Gottes, dessen Grundsprachen, hebräisch und Griechisch, er mit großem Fleiß sich noch aneignete. Es war ihn: eine wahre Lust, als ein guter Hausvater Altes und Neues hervorzutragen. Streng hielt er sich an die Lehre der Apostel und Reformatoren. Alle Schwächung der Autorität der Schrift wies er mit Entrüstung zurück. Gab's da auch manchmal von seiner Seite heftige Worte, so mußte man doch immer wieder mit Hochachtung an diesem Eiferer für die Wahrheit hinaufschauen, der mit rücksichtslosem Mut gegen alles, was schlecht und faul war, seine Stimme erhob. Lebhaftes Interesse nahm er an der Ausbildung von Evangelisten auf St. Thrifchona. In den letzten zehn Jahren stand er auch an der Spitze des Komitees. {897 verließ er Basel, um einem Ruf an das Diakonissenhaus in Bern zu folgen, hier arbeitete er im Segen bis zum November {90{, wo ihn ein schweres Leberleiden befiel. Mit Ergebung in Gottes Willen trug er dasselbe. Gr dankte Gott für alle Freude, die ihm auch in dieser stillen Zeit des Ausreifens geschenkt wurde, so für die rechtzeitige Rückkehr seines ältesten Sohnes, der als Missionar in Westafrika gelebt hatte. Amgeben von seiner ganzen näheren Familie, entschlief er am {5. Maid.I., nachdem er in den letzten Stunden seines Lebens öfters gesagt hatte: „Der Herr ist mein Hirte" und: „Leben und volles Genügei" Der von ihn: selbst gewählte Leichentext steht ps. 59, {5. Ein seliger Tod war derjenige einer jungen Israelitin, von welchem Stromberger in seinen „Letzten Reden der Sterbenden" berichtet. Die Tochter der Synagoge hatte die Vergebung ihrer Sünden gesucht und im Blute ihres Messias gesunden. Sie war dann auf den Namen des dreieinigen Gottes getauft worden. Jetzt sah sie ihren: hinscheiden aus dieser Welt getrost entgegen. Als ihr Vater weinend an ihrem Lager stand, bat sie ihn: „Sei doch nicht so traurig! Versuche es, Dich nnt vollen: Vertrauen an Iesun: von Nazareth zu wenden!" Auf seine Frage, ob sie sich nicht selber betrüge, und ob sie sich bei ihrer neuen Religion wirklich von aller Todesangst frei fühle, antwortete sie: „Ja. Gott fei preis und Dank! Ob ich schon durch des Todes finsteres Thal wandern soll, so fürchte ich doch kein Unglück." Nach einer jDause wiederholte sie die Bitte an den Vater: „Wende Dich nnt vollen: Vertrauen an Iesun:!" Dann fuhr sie

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