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Dibre Emeth · 1902-01-01 · Heft 4 · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
58 (1902)
Issue
Heft 4
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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28 sogenannten Christen ausgingen, nicht verantwortlich gemacht werden. Sein Richterspruch über solche Kämpfer lautet: „Ich habe euch noch nie erkannt. Weichet alle von mir, ihr Übelthäterl" (Mat. 7, 23.) b) Die Friedensstörung, die Jesus bewirkt, ist aber nur ein Mittelzweck, nicht der Endzweck seiner Regierung. Diese verschafft uns den wahren Seelenfrieden (Ies. 9,6; 53.5; Hag. 2, JO; Luk. 2, {^; Ioh. W,27; {6, 33; Rom. 5, {), indem sie uns zur Gemeinschaft des heiligen Geistes verhilft (Joel 3, {f; hes. 56,26 f.; Röm. {7; Gal. 5,22). Sie stellt auch den Frieden zwischen den Menschen wieder her. ^Ihr verdankt das Weib die höhere, würdigere Stellung, die es im Verlauf der letzten {800 Jahre in einem großen Teil der Welt erlangt hat. Auch die Jüdin verspürt diesen Segen. Wie ganz anders steht sie in christlichen Ländern da als in muhammedanischen, wo die verkehrten Grundsätze des Talmuds noch ungehindert ausgeübt werden können! Die Regierung Jesu unterdrückt ferner die Sklaverei und überbrückt alle Verschiedenheiten des Standes und der Bildung. In der Religion, die Jesus gestiftet hat, besitzt die Menschheit ein Einheitsband, welches dazu bestimmt und befähigt ist, alle ihre einzelnen Teile zusammenzuhalten. Also vereinigt Jesus nicht nur die Glieder eines Volkes miteinander, sondern auch ein Volk mit dem andern. Fragt man, warum der Volks- und der Völkerfriede oft so wenig zutage trete, ja, wohl ganz zu fehlen scheine, so ist daran zu erinnern, daß die beste Arzenei dem Kranken nicht helfen kann, wenn er sie nicht gebraucht. Und noch eine andere Antwort giebt uns das Neue Testament an die Hand (Röm {{, {(- {5). Israel hat immer noch nicht das ihm von seinem und unserm Könige zugedachte Missionsamt übernommen. Die Kirche des HErrn kann erst, wenn dies der Fall ist, zur Blüte gelangen und alle ihre Lebenskräfte entfalten, also auch ein Friedensreich im vollen Sinne des Wortes werden (Ies. 9,7). Wir (Christen sollten fleißig beten, daß Israel bald verchristllcht und dann das Missionsvolk werden möge, welches innerhalb der Menschheit eine geistliche Auferweckung herbeiführt. Wir sollten aber auch nicht müde werden, den Söhnen und Töchtern Jakobs mit Wort und Wandel zu bezeugen, daß sie nur dann des göttlichen Wohlgefallens gewiß sein können, wenn sie Iesum nicht länger verwerfen, sondern sich ihm unterwerfen, seine Verzeihung für ihren Ungehorsam erflehen, sein Szepter küssen, seinem Namen huldigen. Lin solches Zeugnis an die israelitischen Leser, mit dem wir alles Gesagte kurz zusammenfassen, beende auch diese Abwehr jüdischer Angriffe auf die christliche Religion. Rem ist die Quelle, aus welcher die Lehren der letzteren geschöpft siiid. Wohlbegründet sind diese Lehren selbst. Jesus durfte sich Gott gleich machen (Ioh. 5, (8). Seine Stirn me war Gottes und nicht eines Menschen Stimme (Apg. {2,22: Ioh. 5, 25—27). [ In ihm war Gott den Menschen gleich gewordeit! und zu uns herniedergekommen (Apg. b{,{{: Ioh.{,{^). i Darum konnte er der von Mose verheißene Prophet (5. Mose (8, (5), der von David und Iesaia geweissagte Priester (ps. {{0, H; Ies. 53), der von David und Daniel angekündigte König (ps. {{0, {—3. 5 7; Dan. 7, (5 f.) sein und in dieser dreifachen Eigenschaft das von Iehovah ihm übertragene Werk der Wiederherstellung des Menschengeschlechts vollbringen. Wer dies Werk verachtet, setzt sich in Widerspruch mit der ausdrücklichen Willenserklärung des allmächtigen Gottes (Mat. {7,5; hebr. 2, {—H). Wer es demütig und dankbar annimmt, wird überschwänglich reich gesegnet, auch dadurch, daß von ihm Ströme des Segens auf andere sich ergießen ({. Kor. {, 5; Lph. {, 3; Ioh. 7, 38). Das ist die Wahrheit, ihr Kinder Israels, die wir euch auf euer Gewissen legen. Ihr steht hier am Scheidewege. Gott lasse euch alle die rechte Wahl treffen I Jur Erinnerung an Adolf Vischer-Zarasin bieten wir hier einen Auszug aus der Lebensgeschichte dieses thatkräftigen und kampfesfreudigen Thristen dar, welche der „Glaubensbote" nach seinem Tode veröffentlichte. Möge die Skizze zugleich zur Nacheiferung anregen! Männer wie der Dahingeschiedene thun auch der Iudenmission dringend not. Adolf Eberhard Bischer wurde zu Basel am 29. April {839 geboren. Seine Familie stammte aus Eolmar im Elsaß, von wo sie einst um ihres evangelischen Glaubens willen hatte auswandern müssen. Sein Vater wirkte als Professor der griechischen Sprache. Seine Mutter war eine Württembergerin. In seiner Kindheit hatte er eine schwache Gesundheit, so daß er oft am Besuch der Schule verhindert war und den Konsirrnationsunterricht zu Hause empfangen mußte. Dieser Unterricht, den Pfarrer Ed. Bernoulli erteilte, hinterließ bei ihm tiefe Eindrücke. Frühe schon offenbarte sich sein warmes Herz für die leidenden Mitmenschen. Er ruhte nicht, bis er aus erspartem und erbetenem Gelde den armen Leuten, die in der Stadt den Fegsand in Kübeln auf dem Kopf trugen und dadurch zu Zwergen wurden, kleine Wagen anschaffen konnte. Auch stiftete er für öffentliche Brunnen Trinkbecher. Nach einein Aufenthalt in Lausanne machte Bischer in Basel seine dreijährige Lehrzeit im „Schöneck" durch, denl Baumwollspinnereigeschäft, an dessen Spitze Bürgermeister Felix Sarasin stand. Von Basel wandte er sich nach Norditalien, um sein Augenmerk auf die Seidenzucht und Seidenspinnerei zu richten, hier gewann er ein Herz für die Italiener. Dann ging's nach London und weiter nach Ehina, dem Hauptproduktionsland der edlen Seide. In Ehina war er drei Jahre lang als Seideninspektor in einem Handelshanse thätig. Er beobachtete zugleich mit großem Interesse Land und Leute. Auch

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