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Dibre Emeth · 1902-01-01 · Heft 3 · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
58 (1902)
Issue
Heft 3
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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21 Apostelstraße mit \2 Stationen sollte den Anfang machen. Später trafen noch zwei weitere Mitschülerin Jerusalem ein. Aber Spittlers schöne Pläne ließen sich leider nicht verwirklichen. Das Brüderhaus löste sich auf. Schick, der zuerst eine Art Gewerbeschule geleitet hatte, schloß sich J(850 der londoner Indenmissionsgesellschaft an. Ihr diente er 5\ Jahre lang als Vorsteher ihrer Jerusalemer Handwerkerschule. Für diesen Posten eignete er sich ganz besonders, da er außer dem in Aornthal erlernten Handwerk vor feinem Abgang nach Palästina zu St. Georgen im Schwarzwald auch die Ahrmacherei erlernt hatte. Gr leistete aber auch sowohl der englischen als der deutschen Mission als Architekt hervorragende Dienste. Dadurch, daß ihm die städtische Behörde das Baumeisteramt übertrug, wurde er befähigt, sich eine so gründliche Kenntnis der Jerusalemer Ortsverhältnisse zu erwerben, wie sie noch kein Europäer vor ihm besessen hatte. Auf diesem Gebiet wurde er allmählich der größte Sachverständige. Von seinem hervorragenden Missen zeugten die Modelle der Grabeskirche, der Stiftshütte und der Heiligtümer auf dem Moria, die er anfertigte, desgleichen zahlreiche Abhandlungen in englischen und deutschen Zeitschriften, sowie selbständige Merke (vgl. D. L. \S^7, S. 22 f.). Seine wissenschaftlichen Verdienste wurden auf mancherlei Meise anerkannt. ^869 ernannte ihn der König von Mürttemberg zum Baurat. Verschiedene Herrscher schmückten ihn mit Orden. Als er auf einen fünfzigjährigen Aufenthalt in Jerusalem zurückblickte, machte ihn die Universität Tübingen zum Doktor der Philosophie. Aber bei allen Ehrungen blieb er ein schlichter, demütiger, ernster Lhrist. In sein innerstes Wesen läßt ein Selbstzeugnis Hineinblicken, welches er niederschrieb. Gr sagt hier: „Von Kindheit an habe ich es in meinem ganzen Leben als das größte Glück betrachtet, einen Heiland zu haben und zu kennen, und als die wichtigste Aufgabe, stets in Seinem Umgang und in Seinem Dienst zu stehen." Gr bekennt, daß sein Herz „ein durch und durch verdorbenes war und immer wieder durch das Blut des Heilands gewaschen werden mußte." Aber er rühmt dankbar auch das f)etl, welches ihm immer aufs neue widerfuhr: „Für diese große, unverdiente Gnade kann ich Ihm auf Grden nicht genug danken und freue mich, es einst mit verklärten Zügen in der Ewigkeit zu thun, wohin Gr mich aus Gnaden bringen wolle." Der Heimruf, auf den er schon damals täglich wartete, erging an ihn erst am 25. Dezember MH also nicht lange vor der Vollendung seines 80. Lebensjahres. Nachdem er sich noch wenige Stunden vor seinem Gnde mit einem seiner Schwiegersöhne über wichtige Fragen unterhalten hatte, entschlief er sanft und schmerzlos infolge von Herzschwäche. An seiner Beerdigung, die am 25. Dezember stattfand, beteiligten sich Lhristen, Juden und Muhammedaner. Auch der deutsche, der britische und der amerikanische Aonsul folgten „seinem Sarge. Das Grab liegt unter einem alten Ölbaum auf dem Zionsfriedhof neben den Gräbern der evangelischen Bischöfe Alexander, Gobat und Barclay und der Missionare Nicolayson und Burtchaell. Schon am Januar folgte dem Entschlafenen seine Witwe im Tode nach. Sie erreichte ein Alter von 76 Jahren und war mit Schick ^<8 Jahre lang ehelich verbunden gewesen. Auf beide Gatten, die drei verheiratete Töchter und (7 Enkelkinder hinterließen, durfte man ps. 92, f. anwenden. Beide ruhen jetzt von ihren Arbeiten, und ihre Merke folgen ihnen nach. Ciu Wiener Missionsverein. Das lVort „Mission" ist zwar ein Fremdwort in unserer Sprache, aber die Sache, die es bezeichnet, ist keinem evangelischen Lhristen fremd. N)ir alle kennen und rühmen die Mission, die Sendung, mit welcher die heilige Schrift den Sohn Gottes in Verbindung bringt. <£v erschien auf der fluchbeladenen Erde als der Gesandte des Allmächtigen und Allbarmherzigen. Tausendfacher Segen folgte seinen Fußtapfen. Aber dieser göttliche Missionar begründete nun auch seinerseits eine Mission. Gr sandte seine Vertrauten zuerst zu den Gliedern des Dauses Israel, später zu allen Völkern. Als Mitarbeiter und dann als Vertreter Jesu haben die ersten Lhristen dazu geholfen, daß der Zweck der Menschwerdung des Sohnes Gottes an immer mehr Seelen erfüllt wurde. Gottlob ist die Geschichte der christlichen Missionsthätigkeit hiermit nicht an ihrem Ende angelangt. Vielmehr zieht sich die Verkündigung des Evangeliums durch alle Jahrhunderte hindurch. Es hat nie an Lhristen gefehlt, die sich vom heiligen Geist, dem Statthalter des Erlösers, getrieben fühlten, den Beruf eines Missionars auszuüben. So ist die frohe Aunde von der göttlichen Liebe, die den Fluch in Segen verwandelt, auch zu unfern Vorfahren gedrungen, und sie erobert immer neue Gebiete unter Juden, Heiden und Muhammedanern. In lVien ist schon bisher mancherlei geschehen, um zur Teilnahme an der Mission anzuregen. Jetzt hat sich hier ein eigener Verein gebildet, welcher zunächst der Heidenmission dienen will. In seiner ersten Versannnlung, die aufgrund der von der Behörde genehmigten Satzungen am 20. Juni d. I. stattfand, wurde Hr. Oberkirchenrat V. lvitz-Oberlin (Wien I/t, Dorotheergasse J6) zun: Obmann gewählt. An ihn wolle sich jeder wenden, der dem neugegründeten Vereine beizutreten wünscht, oder sich von demselben bei der Veranstaltung von Missionsvorträgen und bei der Verbreitung von Missionsschriften helfen lassen will. Das Schatzmeisteramt übernahm der Geschäftsführer der Bibelgesellschaft, £}t. Th. Hofer, das Schriftführeramt der Herausgeber der „Dibre Emeth."

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