Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 58 (1902)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1902-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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18 Zeit, durch welche plötzlich eine Anzahl Alenschen dahingerafft wurden, eingenommen hat! Während der Lehrthätigkeit des Heilandes hatte der röniische Prokurator PoiltillS Pilatus eine Anzahl Galiläer, während sie beim Opfer beschäftigt waren, niedermetzeln lassen. Als dein HErrn dieser Vorfall nutgeteilt wurde, antwortete er: „Weinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Süubct gewesen sind, dieweil sie das erlitten haben? Ich sage: Nein, sondern, so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Oder meinet ihr, daß die achtzehn, auf welche der Turm bei Siloah siel und erschlug sie, seien schuldig gewesen vor allen Wenschen, die zu Jerusalem wohnen? Ich sage: Nein, sondern, so ihr euch nicht bessert, werdet ihr auch also umkommen." (Luk. \o, 2-5) Die Schlußfolgerung, daß solche, die durch ein plötzlich hereinbrechendes Unglück dahingerafft werden, vor allen andern als verworfene Wenfchen anzusehen seien, ist hiernach ungerecht und lieblos. (Vergl. auch Römer 2, tz) Aber als kräftige Warnungen vor einem gottvergessenen Leben stehen solche Ereignisse nach den Worteil des HErrn in der Geschichte der Völker da. Tr selbst hat seinen Jüngern oft die Ulahnung an das Herz gelegt: „Wachet!" und einmal zur Begründung hinzugefügt: „Denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Ulenfchen Sohn kommen wird." Der Thrist, der im Glauben an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes lebt und diesen Glauben im rechten Gehorsam gegen Gottes Willen zu bethätigen trachtet, hat keine Veranlassung, sich vor irgend einem Ereignisse zu fürchten. Kühn kann er mit dem Apostel Paulus sprechen: „Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentum noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur nma uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Thristo Jesu ist, unserm HErrn." Denn allen rechten Jüngern Ehrifti gilt das Wort des HErrn, das dieser als der gute Hirte von seinen Schafen, d. i. seinen Nachfolgern, gesprochen hat: „Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen." hiernach dürfen wir mit Fug und Recht sagen (denn der HErr Ehristus ist die Wahrheit): Diejenigen der bei dem Ausbruche des Ukont pelüe aus diesem Leben Abgerufenen, welche im Glauben an den eingeborenen Sohn Gottes standen, sind nicht umgekommen. Sie sind schnell zur ewigen Freude eingegangen. Aus einem solchen Ereignisse erhellt demnach mit besonderer Klarheit, wie unendlich wichtig und nötig für uns die Ulahnungen des HErrn Ehristus zu steter Wachsaiilkeit und zu stetem, treuem Verweilen in seiner Gemeinschaft )u\b. Wir erkennen aus diesen Ulahnungen seine innige, heiße Liebe zu uns Ulenschen, die uns vom Wege des Verderbens erretten imuns auf dein Wege des Lebens einführen will zu seineil ewigen Freudeil. Versetzell wir uns einmal in die letzten Augenblicke der bei deili gewaltigell Ausbruche Dahingeschiedenell! Gewiß werden diejenigen, welche zu mmnunftgemäßem handeln in dein Augenblicke des Eiltsetzeils noch fähig wareil, darnach getrachtet haben, inöglichst rasch der Verilichtullg zu eiltflieheil. Aber hier war feilt Entrinnen mehr möglich. 'Heiner koililte sich oder einen anderen vom Tode erretten. Sie mußten nun alle so, wie sie wareil, in die Ewigkeit hilleiilgehell. Ist jenes Ereignis nicht eine ganz gewaltige Ulahimng für uns, die wir dasselbe miterlebt uild Genaueres von ihm gehört haben? Hann Gott der HErr eine noch deutlichere Sprache in den Naturereignissen reden, um uns zu bewegen, das diesseitige Ceben im Vergleiche mit deili jenfeiti^en geringzuachten und vor allen Dingen dahin zu trachteil, daß wir jedeil Augeilblick gerüstet siild für die Ewigkeit? hat derjenige iloch irgeild eine Entschuldigung für sich anzuführen, der ein solches Ereignis sich ilicht zu herzeil ilehineil will uub dann vielleicht ganz plötzlich dahiilgerafft wird? And es bedarf doch wahrlich keiner lallgeil Ausführung dafür, daß jeder Rkensch, solaiige er auf dieser Erde weilt, voll steter Todesgefahr umgeben ist. Wall denke an die häufigeil Unglücksfälle in öen Fabrikeil, in den Bergwerksschachten, auf 5en Elsenbahileil! Wie bald kailil auch ein Schlagfluß unfenu Leben ein Ziel setzeil! Uköchte doch darum die ergreifeilde Ulahilung uild WarillUlg, die in jenem Ereignis voll Ukartinigue enthalten ist, voll keiilem unter uns uiibeachtet gelasseil werden! Als das Ergebnis unferer vorsteheilden Ausführllngen stellen wir folgeildes fest: \. Das furchtbare Naturereignis auf 2Hartinique mit all seinen zerstöreildeil Wirkuilgeii vermag unfern Glaubeil all Gottes Liebe lvld Gerechtigkeit nicht zu erschütteril. 2. Iil 2lnsehuilg der voll dein Unglück ilicht uumiltel bar Betroffelleil erblickeil wir iil öiefem Ereigllis insoferll cüueu Beweis der Liebe Gottes, als iil deiilsetbeil eine starke Wahnung ellthalteil ist, vor alleil Dingeil llach öem ewigeil Lebeil und ilach feinen Freudeil zu trachteil. Jur Abwehr jüdischer Angriffe auf die christliche Religion. Der Staildpililkt der jüdischeil Angreifer, mit denen wir es hier zu thun habeil, ist der des geiiläßigteil Reformjudentums, welchem das Alte Testament im großen und ganzen noch als eine Richtschnur für das religiöse Denkeil uild haildeln gilt, welches aber zuglach die iiloderne Bildung verherrlicht. I. 2lilgriffe auf die Religionsurkunden. \. Um die Glallbwürdigkeit der ueuteftamenb liehen Sehrifteil zu erschütteril, erklärt man sie für Fälschungen, die erst im vierteil Iahrhllndert lliiserer Zeitrechilllilg entftan6en seien.