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Dibre Emeth · 1902-01-01 · Heft 3 · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
58 (1902)
Issue
Heft 3
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dibrc 6metb. ein VierteljaürsMatt für Israeliten und freunde Israels. 1902. 58. Iahvgctng. Wc>. 3. Intxrt't: Das Unglück auf Martinique im Lichte der Bibel. — Zur Abmehr jüdischer Angriffe auf die christliche Religion. — Raurat Dr. Roiirad Schick. — Lin Miener Missionsverein. — Zu Psalm qc), 105. — Zu Galater 3, 28. — Zu Hebräer 2, — Babel und Bibel. — Takije. — Die Fruchtbarkeit Palästinas. — Bei den Juden von Daghestan. — Die rechte Richtung — Simpsons größte Entdeckung. — Zum Nachdenken. — Jüdische Chronik. — Empfangsbescheinigung. Das Unglück auf $Stcittimc|ue im Lichte der Bibel. Bon Gberaintsrichter See baß in Helmstedt. Am Morgen des 8. Mai d. Jhatte der auf der Insel Martinique befindliche Mont pelue, ein vulkanischer Berg, der jedoch seit Jahrzehnten so ruhig sich verhalten hatte, daß sich ein Sec in seinem Arater bilden konnte, einen furchtbaren Ausbruch. Angeheure Mafien geschmolzener Lava und glühender Asche entströmten seinem Arater und vernichteten in ganz kurzer Zeit die etwa 8 km von dem Berge entfernt am Meere gelegene Stadt St. Pierre und \8 der im Hafen vor der Stadt liegenden Schiffe. Lin Dantpfer, dessen Aessel geheizt waren, und der sogleich die Anker schlippte und mit voller Dampfkraft das Weite suchte, geriet noch vorübergehend in Brand und verlor einen Teil seiner Besatzung. Im ganzen mögen bei diesen: verheerenden vulkanischen Ausbruche etwa ^0 000 Menschen ihr Leben verloren haben. Man nehme einmal an: Ls würden unter uns durch ein plötzliches Lreignis (00 Menschen aus den verschiedensten Ständen dahingerafft. Welch' einen gewaltigen, niederschmetternden Lindruck müßte ein solches Geschehnis machen! Hier aber find nicht hundert, sondern etwa vierhundertmal soviel Menschen in wenigen Augenblicken ums Leben gekommen. Ls ist möglich, das keiner von den Lesern dieser Zeilen auch nur einen der so plötzlich verstorbenen gekannt hat. Trotzdem gehörten auch sie zu unseren „Nächsten", denen wir herzliche Liebe entgegenzubringen hatten. Man hat nun gesagt: „Die Dahingeschiedenen sind gewiß nicht alle Gottesverächter gewesen. Gewiß haben sich unter ihnen auch treue und gewissenhafte Christen befunden. Wie kann aber der so schreckliche Tod der letztereil mit Gottes Liebe und Gerechtigkeit in Linklang gebracht werden?" Versuchen wir es, eine Antwort auf diese Frage, die, so oder ählllich gestellt, nlallche Gemüter bewegt haben mag, 511 geben! Nach einem in der Zeitschrift „Daheirn" (Nr. 36 vom 7. Juni (902) von lV(a$ Lklarek veröffentlichten Artikel scheinen allerdings die sittlichen Zustände unter der Bevölkerung Martiniques recht bedenklicher Art gewesen zu sein. Sklarek bemerkt: „Ich erinnere mich eines Asketen, eines frommen Mannes, der in der Nähe des Mont pelve, dicht am „Janlin botanique“, wohnte und der das furchtbare Anglück, das über die herrliche Insel hereingebrochen ist, vorausgesehen hat als ein Strafgericht Gottes, so wie es einstmals herniederging über Sodonr und Gomorrha!" Linen weiteren Beleg für die hochgradige sittliche Verkommenheit eines Teils der Bevölkerung bietet der Brief eines auf Trinidad befindlichen Priesters aus Aachen-Burtscheid an seine Lltern, in dem es heißt: „Geradezu unglaublich flingeu die Mitteilungen, die über die sittliche Verkommenheit der Bevölkerung dort (auf Martinique) zu uns herüber dringen; diese ist wohl eine Folge der lässigen Haltung, die die französische Regierung in Fragen der Religion einnimmt. Habt Ihr gehört, daß der gottlose Pöbel dort am Aarfreitag ein Schwein spottweise gekreuzigt uud ein anderes Schwein am Ostersonntag als „wieder auferstanden" durch die Straßen getrieben hat? Von den Wenigen, die den Schicksalsschlägen der letzten Wochen entkommen sind, hören wir, daß sich für den Himmelfahrtstag etwas Ähnliches vorbereitete, aber durch die graueuerregenden Naturerscheinungen verhindert wurde. Wo in aller Welt würde eine zivilisierte Regierung es geschehen lassen, daß einem Pferde eine Hostie zum Spotte gereicht werde!!" (Rhein. Merkur Nr. (30 vom (0. Juni (902.) — Wo dergleichen geschieht, da ist allerdings das Wort der heiligen Schrift sehr an: Platze: „Irret euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten." Dennoch dürfen wir uns in: Hinblick auf die Toten nicht überheben. Bedenken wir, welche Stellung der Herr Christus zu zwei Lreignifien der damaligen

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