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Dibre Emeth · 1902-01-01 · 2 (1902) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
58 (1902)
Issue
2 (1902)
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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15 kam auch nicht, obgleich ihm eine schriftliche Einladung zurückgelassen war. Da machte sich der Besucher zmn drittenmal auf. Diesmal traf er den Gesellen an. Auf seine Frage, warum derselbe nicht gekommen sei, erhielt er die Antwort: „Für mich hat es keinen Zweck, in einen christlichen Verein zu gehen." Der Besucher ließ sich jedoch hierdurch nicht abweisen, sondern sagte zu dem andern, er solle nur gleich mit ihm kommen und sich selbst von dern Zweck des Vereins überzeugen. Darauf willigte der Schneider ein und kam mit. Er hat dann gefunden, daß der Verein für ihn und seine unsterbliche Seele einen großen Zweck hatte. Ja, er hat nach und nach den einzig wahren Zweck seines Lebens erkannt. Wie viele könnten gewonnen werden, sagen wir mit dem Erzähler, wenn wir ihnen nur treuer nachgingen — zweimal, dreimal und, wenn es sein muß, noch öfter I Betet ohne Unterlaß! 1. Thess. 5,17. Eine vortreffliche Auslegung dieser apostolischen Mahnung gab vor zwei Zähren eine christliche Aoreanerin einer anderen Frau, welche vorgab, daß sie wegen Mangels an Zeit nicht beten könne. Sie sagte: „Bin ich nicht ebenso sehr beschäftigt? Und ich kann dennoch beten. Wenn ich am Morgen aufstehe, sage ich: „Mein himmlischer Vater, Du hast mir diese Aleider gegeben, damit ich mich bedecken kann; ohne sie würde ich mich schämen müssen. £), nun kleide Du meine Seele, damit ich nie zu Schanden werde!" Wenn ich meine Hände und mein Gesicht wasche, bete ich, daß ich innerlich so rein gemacht werde, wie ich es nach außen bin. Wenn ich Feuer anmache und viel Holz auflege, daß es hell brennt, bitte ich den heiligen Geist, daß Er ein so Helles Feuer in meinem Kerzen anzünden möge. Dann kehre ich mein Zimmer und sage: „Aehre alles Böse und Schlechte aus, das in und an mir ist!" Wenn ich den Reis koche, bitte ich um himmlische Nahrung für meine Seele, damit sie vor dem Hungertode bewahrt bleibe. Wenn ich bei der Wäsche bin, bitte ich wieder um ein reines Herz. Wenn ich sie glätte und zurückgebliebene Flecke darin finde, bitte ich Gott, daß Er mir Sünderin gnädig sei und alle häßlichen und dunklen Flecke, die Er sieht, von meiner Seele hinweg nehme!" ganze Schacht in tiefe Finsternis gehüllt mar, da hielt er fetttc Lampe in die pöhe und rief die Leute an. so daß sie den weg zu ihm finden konnten." Ein anderer erzählte: ,,Ich bin nicht ohne Sorge eingefahren. Man sprach davon, daß d^r plan unruhig sei. Ich konnte ein Gefühl der Angst nicht los werden und glaubte das Brausen von strömendem Wasser zu hören. Ich schaute fortwährend die Strecke entlang, um den Weg mir einzuprägen. Im selben Augenblicke, als das Alarmsignal ertönte, verlöschte ein gewaltiger Luftdruck, der uns einige Schritte weit nach vorn schleuderte, unsere Lampen. Ich aber hatte mir den richtigen weg fest eingeprägt, und rannte nun in der Finsternis mit seitwärts ausgestreckten Armen, so schnell mich meine Füße trugen, vorwärts, mehr springend als laufend. Unaufhörlich hörte ich das brausende Wasser und glaubte, daß es mir schon auf den Fersen sei. plötzlich sah ich von weilem ein Flämmchen. Ls war die Lampe des Ingenieurs Binder, der mitten in der Strecke mit hocherbobenen pänden stand und immerfort rief: „hierher, hierher!" So erreichte ich den Ausgang und warf mich mit einigen Kollegen zu Tode erschöpft auf die Förderschale. Gleich hinter mir sprang Binder aus die Schale, und auf dessen Signal wurden wir sofort in di? pöhe gezogen." Im ganzen wurden durch den wackeren Ingenieur 73 Personen gerettet. — Wo sind die Christen, die mit der von ihrem Heiland ihnen geschenkten Leuchte unter ihre dem ewigen Tode preisgegebenen Mitmenschen treten, um sie aus der Finsternis zum Lichte zu rufen? PErr, rüste uns aus mit der Thatkraft und dem Opfermut des wahren Glaubens! MchterworLe über den Segen des Leides. Freude schweift in die weite hinaus, Bricht jede Frucht und kostet jeden Wein. Riefe dich nicht das Leid nach paus, Du kehrtest nimmer bei dir selber ein. Vater, diese harte Stunde, Deine Liebe gab sie mir. Auch für diese heiße Wunde, Guter Vater, dank' ich Dir. Daß zu Dir mein Perz sich wende, Aufwärts von der falschen Welt, Und das Leben mich nicht blende, wenn es seine Netze stellt, (Emanuel Geibel.) Daß kein trüglich irdisch Sehnen Mög' in meiner Brust ersteh'n, Darumsoll ich nurdurchThränen Dieser Erde Blumen seh'n. Rosen dieser Flur, erbleichet! Andre Freuden sucht mein perz. Dornen dieser Erde, weichet! Mich bewegt ein andrer Schmerz. (Luise pensel.) Es ist schon mancher, vom Glücke verdorben, Mit den Schrecken des Elends gestorben, Und mancher konnte, gestählt von Leiden, Mit dem Lächeln des Friedens scheiden. (Otto Promber.) Ich liebe die Wolken, die Wolken grau: Sie bringen der Erde den kühlen Tau. Ich liebe die Schmerzen mit allem Weh': Sie tragen die Perzen zur lichten pöh'. (Johanna Ambrosius.) Hin JLeLLer. Am Januar d. I. erfolgte ein Wassereinbruch in den Iupiterschacht bei Brüx in Böhmen. viele Menschen verloren bei diesein Grubenunglück das Leben. Aber noch viel größer wäre die Zahl der Toten gewesen, wenn nicht ein besonnener und tapferer Mann den plötzlich bedrohten Bergleuten zu pilfe gekommen wäre. Einer der Erretteten berichtete: ,,viele Leute haben ihr Leben denn Ingenieur Bi n der zu verdanken. Er ist mit brennender Lampe in die Strecke hinausgetreten. Als durch den Luftdruck alle anderen Lainxen erloschen! waren und der WLllek gegen Lrüöe Hedarrlren. Ein zu Schwerinut neigender Mann faßte den Entschluß sich durch Ertränken das Leben zu nehmen. Auf dem Wege zum Fluß begegnete ihm ein kleines Mädchen, welches ihn für ihre Mutter und Schwester um eine Gabe anfiehte. Er gab dein Kinde die paar Silberstücke, die er bei sich trug. Mit unaussprechlicher Freude empfing die Kleine das Geld. Sie dankte tausendmal und eilte nach Pause. Ganz hingenommen von der Dankbarkeit und dem Glück der kleinen Bettlerin, vergaß der Mann für den Augenblick seine Selbst,nordgedanken. Er folgte ihr nnd fand nun eine ebenso arme, wie über die Pilse

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