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Dibre Emeth · 1902-01-01 · 2 (1902) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
58 (1902)
Issue
2 (1902)
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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16 dankbare Familie. Als er das Haus verließ, waren alle seine Selbstmordgedanken fort. „wie? sagte er zu sich selbst. „(Line einzelne wohlthat kann das Leben mit solcher Freude erfüllen? M Gott, vergieb mir meinen sündlichen Vorsatz! Ich will in Zukunft andere glücklich zu machen suchen, wenn ich mich selbst nicht glücklich fühle." — Genuß kann man mit wohlthun die Schwermut vertreiben und selbst ein glücklicher Mensch werden. Aber Christi Jünger kennen noch wirksamere Mittel gegen den Trübsinn als das wohlthun. In: Leiden sagen sie: „Selig ist der M-nn, der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewähret ist, wird er die Krone des Lebens empfangen! Freuet euch, die ihr mit Christo leidet, auf daß ihr zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget!" Angesichts des Todes rufen sie: „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch JEsum Christum, unfern HErrn'." Zum Aachdenken. \. wenn einem Menschen das erst aufgegangen ist, worauf es im Leben eigentlich ankommt, daß man nämlich die kurze Spanne Zeit dazu anwende, selbst ein grüner Baum im Garten Gottes zu werden, behängen mit den edlen Früchten, welche Paulus die Früchte des Geistes nennt, als da sind: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit, — ich sage: wenn einem das aufgegangen ist, da findet inan in allen Lagen des Lebens einen edlen Wirkungskreis. wie erkennt man dann aber auch, nachdem einem durch göttliche Gnade das aufgegangen, überall in seinem Leben plan und Zweck, und zwar in jedem neuen Abschnitt des Lebens um so deutlicher! <Ls ist mit dem Leben, als ob man eine Terrasse hinaussteige; von jedem Absatz aus wird der Blick umfassender, gewinnt alles mehr Zusammenhang, und was wird das erst für ein Blick fein, wenn man auf dem Gipfel angelangt ist und den weg in: Ganzen überschaut!. (Professor Tholuck.) 2. Man wandert nur einmal durchs Leben, was mir auf diesem Wege möglich ist, ein herzliches Wort hier, ein freundliches Thun dort, ich will es nicht unterlassen, denn ich werde nie wieder dieses Weges kommen. (Der Nachbar.) Kleine WissionszeiLung. Das Amt der L. I.-M. (Londoner Iudenmission) in Berlin wurde am 50. September aufgehoben, nachdem es nahezu 70 Jahre laug (seit $32) bestanden hatte. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden \\22 Hausbesuche gemacht, 80 Beden gehalten, 760 Schriften verbreitet und drei Glieder der Synagoge getauft. Die Bibelfrau des Brandenburgischen Vereins von Freunden Israels verkaufte in derselben Zeit \5{<\ Bücher, darunter 252 Bibeln und 899 Neue Testamente. Die Leitung des soeben genannten Vereins übernahm an: Oktober Prediger Schneider, Berlin SW., wilhelmstr. \56. — Beim letzten Baseler Zioniftenkongreß halten Missionar Sternberg und Frau von der Br. G. (Britischen Gesellschaft) Gelegenheit, Neue Testamente und Bibelteile unter den Besuchern zu verbreiten. — Ein junger Israelit in Amsterdam wurde durch den Eindruck, den der Tod seines Vaters hinterließ, in dem Entschluß bestärkt, der Kirche beizutreten. Er hatte wahrgenommen, daß sein Vater in: Sterben keinen Trost, keine Heilsgewißheit besaß, utib erkannte, daß das Judentum überhaupt solche Gewißheit nicht zu verleihen vermag. — In London erweiterte sich der „Iudenchristliche Gebetsbund" zu einer „Iudenchristlichen Allianz". Zum Vorsitzenden wurde I.\ Maxwell ITT. Ben-Oliel gewählt. — Der Missionsarzt p. d'Erf wheeler in Jerusalem nennt ttt „3. Miss. Int." (^o\, S. z?o) unter den verderblichen Gewohnheiten, die er zu unterdrücken sucht, die Zauberkünste der dortigen Juden. Er meint, die Thatsache, daß solche Künste von Juden getrieben werden, sei schon ausreichend, inn zu zeigen, wie notwendig die Iudenmission ist. Das Aussätzigen- Asyl Jesushilfe beherbergte in: letzten Jahr 50 Kranke: 54 Muhammedaner, \ö Christen und j Juden. — Der Iudenmissionar Joseph in Haifa wurde durch Krankheit genötigt, sein Amt niederzulegen. Er machte das von ihm daselbst erworbene Grundstück der L. I.-M. zum Geschenk. — Vor etwa p/4 Jahren entdeckte man bei Ausgrabungen neben dein Franziskanerkloster voll Ke fr Ken na (Kana in Galiläa) ein Mosaikpflaster mit zwei Reihen Inschriften in hebräischen Ouadratbuchstaben: eine Gedenktafel, zu Ehrell eines Joseh oder Joseph, des Sohnes von Tanhum. Der ganze Platz scheint ehedem voll den Mauern einer christlichen Kirche eingeschlossen gewesen zu sein. Ein Sachverständiger, Llermoilt Ganneau, äußerte jüngst die Vermutung, daß das Denkmal eillem Iudenchristen, und zwar dem Joseph von Tiberias gelte, der nach feinem Übertritt von Kaiser Konstantin zuin Grafen von Tiberias ernannt wurde, in Galiläa verschiedene Kirchen baute und mit Epiphanius, der selbst von Israel abstalnmte, bekannt war. — Die L. I.-M. in Ispahan hatte von seiten der dortigen Israeliten heftige Verfolgungen zu erleiden. Auf eiiler Reise nach Teheran wurden Missionar Garlands Diener von Räubern überfallen, die ihnen sein Gepäck entrissen. — Im Bibelhaus zu Algier stellten sich viele Juden als Käufer ein. Dieselben erwarben teils hebräische, teils französische heilige Schriften. — Eine Missionarin in Tunis, Frl. Muth, unterrichtete ^8 jüdische Mädchen im Lesen und wurde durch bert Ernst, mit welchem ihre Schülerinnen versuchten, die Bibel kennen zu lernen, sehr erfreut. Sie besitzt eine Bibel- Leihbibliothek. Bei ihreil Hausbesuchen leiht sie zuerst ein Evangelium aus. Wenn dies gelesen ist, nimmt sie es zurück und giebt sie dafür ein Neues Testament. Endlich tauscht sie das letztere gegen eine ganze Bibel ein. Antworten. Der preußische Kriegsminifter v. Goßler sagte am \{. Januar M2 im deutschen Reichstage: „Die Zahl der von den Boxern: ermordeten chinesischen Christen wird auf mehr als 60 000 geschätzt. Nur p/2 Prozent der chinesischen Christen haben ihren: Glaube:: abgesagt, während die andern mit den: martervollsten Tode ihren Glauben besiegelt haben." — Als Zeugnisse des A. T. von der dereinstigen Wiederannahme Israels werden besonders angeführt: Jes. 43,5 f.; Jer. 3 z, 55—40; Hes. 37, *5—28; Joel 3, 2^—23; Am. 9, *5; Zeph. 3, zo—20; Sach. 8, 7—23. In Gehlers „Theologie des A. T." findet sich eine ausführliche Behandlung dieses Gegenstandes (2. Aust. s. 766 ff.). Für Christen ist schon Rom. u, 26 entscheidend. — Anfangs wies JEsus seinen Jüngern ein beschränktes Arbeitsfeld an. Sie sollten nicht zu Heiden und Samaritern, sondern nur zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel gehen (Mat. \o, 5 f.). Nach seiner Auferstehung aber begehrte der HLrr eine Zeugenthätigkeit in Jerusalem, in ganz Judäa und Samaria und bis ans Ende der Erde (Apg. \: Mat. 28). Daß andere Völker an die Stelle des zuerst geladenen treten würden, war ihm von vornherein bekannt (Mat. 6, \\ f/; 2\, 43). Er wußte, daß bei Israel auf die durch ihn herbeigeführie Freiheit eine neue, furchtbare Knechtschaft folgen sollte (Mat. \2. 43—45). Aber er weissagte auch von einer Sinnesänderung des ungläubigen und darum unglücklichen Volkes (Mat. 23, 59). Für die Zwischenzeit gilt die Verheißung Joh. 6,37. Einzelne Israeliten werden schon jetzt vom Vater dem Sohne gegeben und von diesen: in Gnaden ange::ommen Schriftleitung: Prediger w. Becker, Wien III., Hainburgerftr. 2\. — Selbstverlag der Schriftleitung. — Kommissions-Verlag: Goßnersche Buchhandlung, Friedenau-Berlin, Handjerystr. ^9/20. — Jahr es preis: 60 Pf. oder 72 H. ö. w. Druck von J. windolff in Berlin 81V., Lharlottenftr. 68.

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