Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 58 (1902)
- Issue
- 2 (1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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12 2. t 2,2\ ff.). Zur Ausübung dieser Pflicht ^egeer Israeliten sind noch besondere Beweg- (rünvorhanden. Ln wir zuerst die Bibel! Sie lehrt uns: Aus )srüst unser Heiland hervorgegangen. Auf einen: brusiübungsplatz bei Warschau ließ sich kürzlich in jeher Artillerist von einer Bombe zerschmettern, oeil:ur so einem General das Leben retten konnte, lasichenbegängnis des Getöteten war ein Liberias ^artiges. Der gerettete General, der mit einemzen Familie zugegen war, hielt unter Thränen ine reifende Rede. Steht nickt zu erwarten, daß »er h russische Offizier um seines jüdischen Lebensettevillen dem ganzen jüdischen Volke Teilnahme ntgebringen werde? Jedenfalls sollte es uns ^hri um Thristi willen besonders leicht fallen, )srcmit teilnehmender Liebe zu begegnen. So- »amimuntert uns auch die diesem Volk in der Zibeegebene Verheißung zur pflege des Missions- »erke mit demselben. Die heil. Schrift verbürgt ich!r, daß nicht nur vorläufig ein Teil, sondern ndllalle Teile des Volksganzen zum Glauben an >en fsias Jesus und zur Seligkeit gelangen werden, ne digt uns auch an, daß das erneuerte Volk ein )egeür die gesamte Menschheit sein werde. (Vgl. löw\ u. Ioh. 7, 38). A)ie eifrig sollten wir da ein/se Segenszeit herbeizuführenl 2en wir aber von der Bibel zur Geschichte nnü so sagt uns die letztere, daß jener für das )eil ffängliche Teil Israels in allen Jahrhunderten »er che zu finden, in den Besitz des Heils gelangt ind Ausbreitung des Heils Lhätig gewesen ist. Tixi seinem Aber- und Unglauben hat Israel s dcnicht vermocht, jedes einzelne Glied beständig m )n der Blindheit zu halten. Manche Blinde ind nd und Augenärzte anderer Blinder geworden. Äich möchte ich noch eine eigentümliche Ercheig der Gegenwart zur Sprache bringen, die ben^ die allgemeine Missionspflicht inbetreff der )srcen verschärft. Ich meine den Zionismus: iie Rgung innerhalb des Judentums, die auf die Vieirlangung des heil. Landes und die Herstellung ineszenen jüdischen Staates gerichtet ist. Schon vor (00 hren wollte ein Thrist, der Marschall von ^ach die Juden sammeln und sich zu ihrem Aönig uaä Später (^770) trug sich, wie wir von Moses Uensohn erfahren, ein anderer Thrist, ebenfalls in nehmer Herr, mit demselben Gedanken der Vieiufricktung des jüdischen Staates. In: c). Ihundert aber haben sowohl Thristen als luchsraeliten derartige Pläne geschmiedet: in (lma z. B. der Major Mordechai Noach und »er isul Warden Tresson, in Europa vor allen )r. zl und Dr. Nordau. Ich kann mir nicht »enk, daß der religionslose Zionismus der Letzl- ^enwn sein Ziel erreichen wird. Eine gründliche Außuß vorangehen, wenn Israel das Land seiner?äte>ieder einnehmen will. Vor allem muß es sich vor IEsu, um dessentwillen es in alle Lande zerstreut wurde, demütigen. In IEsu Hand liegt, wie auch der verstorbene judenchristliche Advokat Rabinowitsch bekannte, der Schlüssel zürn heil. Land. Iemehr aber bei Israel die Sehnsucht nach der Rückkehr in die alte Heinrat hervorbricht, desto eifriger sollte!: wir auf den einzigen Weg zu ihrer Befriedigung Hinweisen. Wohlan denn, so stellet Eure Zunge auch im Umgang mit Juden, ja, dann ganz besonders gern in den Dienst der pflichttreue, d. h. in den Dienst dessen, der Israel erlösen will, wie er uns erlöset hat! Redet mit den Aindern Jakobs nicht immer nur über Dinge des alltäglichen Lebens, über Wetter, Handel und Politik, sondern auch über die Angelegenheiten der unsterblichen Seele I Unterhaltet Euch mit ihnen nicht nur über den Aurszettel, sondern auch über das Neue Testament, ohne welches das Alte ein Bruchstück geblieben wäre! Achtet die Hemmungen gering, die sich Euch bei der Erfüllung der Missionspflicht in den Weg stellen! Du aber, Herr, unser Heiland, Du großer Prediger der freimachenden Gnade, rüste uns mit dem Geist aus, n:it dem Dein Vater Dich gesalbt und in die Welt gesandt hat, damit auch wir es lernen, den Elenden zu predigen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, alle Traurigen zu trösten, namentlich aber dem geistlich notleidenden Israel den Balsam zu reichen, der allein imstande ist, Leelenwunden zu heilen! Amen. Der Zionismus ein Zeichen der Zeit. Am \0. November \ty0\ hielt der Stuttgarter Prälat Dr. Burk eine predigt über Mat. \6, \—3, welche „die Zeichen der Zeit im Lichte des Wortes Gottes" behandelte. Diese predigt erschien später im Druck. Sie ist für die Leser der „D. E." von Bedeutung und soll daher hier besprochen werden. Wie in der Heidenwelt und in der Lhristenheit, so findet Dr. Burk auf dem Boden des Judentums Hinweise auf das, was nach Gottes Ratschluß die Zukunft bringen soll. „Es ist merkwürdig," sagt er, „welche Bewegung unter diesen: Volke herrscht. Seit langen: Iahrh:u:derten seufzte es unter den: Fluch, den es sich selber durch Verwerfung des Segens, den: der HErr ihn: bringen wollte, zugezogen hat. Noch vor einen: halben: Jahrhundert ging die Benveg:n:g hauptsächlich auf das äußere Leben: Geld zu erwerben, eine einflußreiche Stellung zu gewinnen: unter den Völkern. Es ist nicht zu verwundern, daß darauf die Gedanken: vor allen: gerichtet waren, ist doch dieses Volk Jahrhunderte lang hein:atlos umhergeirrt, gedrückt von allen Seiten. Da ist ihn: das irdische Wohlergehen, der Besitz zur ersten Angelegenheit geworden. Und es ist ihnen gelungen. Es ist wunderbar, was aus den: Iudenvolk geworden ist. Wie ganz anders ist jetzt seine Stellung! Es hat