Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 12 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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95 seinen Hausgenossen, verwandten und Nachbarn und allen Glaubensgenossen aufgethan und sucht deren zeitliches und ewiges Wohl zu befördern, wenn sie auch seine Feinde sind und seine Liebe nicht anerkennen. Ls ist aber auch noch Raum bei ihm für die Irrenden und verführten, für die Sünder und Gottlosen, für die Ungläubigen, Heiden, Türken, Juden, deren Bekehrung er herzlich verlangt und von seinem Gott erbittet, auch soviel an ihm liegt, zu befördern trachtet. (Christ. Scriver.) 3. Bei der Uhr ist die Feder die Hauptsache. Oer Glaube versieht die Seele mit einer mächtigen Triebfeder. Wenn der Mensch ILsum liebt, hat er in seiner Seele den Samen alles Guten. Er wird ein heiliges und besseres Wesen werden, denn er hat angefangen zu lieben, und Liebe ist die Mutter der Heiligkeit. Giebt es irgend einen Dienst in der Welt, der dem Dienst der Liebe gleicht? (<£. H. Spurgeon.) H. von Schleiermacher sagt Raumer, er habe nur einen flüchtigen Streifzug in das Land der Naturwissenschaften gemacht und deshalb wie einst die Kundschafter aus dem verheißenen Lande ein verzagtes Herz mitgebracht. So ist's! Die Ursache der Angst vor der Naturwissenschaft ist bei vielen Christen die Unkenntnis oder doch eine sehr mangelhafte Kenntnis der naturwissenschaftlichen Resultate. Die Christen sehen die große Verbreitung des Atheismus, sie hören, wie die Ungläubigen sich immer wieder auf die Naturwissenschaften berufen, sie erfahren es, daß die große Mehrzahl der Ärzte und Naturforscher dieser Weltanschauung huldigen. Da wird's ihnen unheimlich, die Furcht schleicht in ihr Herz, es könnte doch etwas wahres daran sein, daß der Glaube durch die Naturforschung für den Gebildeten unannehmbar gemacht sei. Aus dieser Unsicherheit kann der Christ nur dadurch herauskommen, daß er selbst sieht und prüft, wie es damit steht. (H. Freiensehner.) Zm SLeröen. Nimm mich zu dir, Herr ILsu Christ, Da meine Stund' nun kommen ist! Dein' Hand, die mich ins Leben bracht, Bring' mich auch durch des Todes Nacht! Durch dein Blut hast du mich erkauft, Durch Gnad' bin ich in dich getauft, All' meine Sünd' vergabst du mir, Dein Leib und Blut Hab' ich von dir. HErr, auf dein Werk und deinen Bund Trau' ich allein zu dieser Stund'. An mir ist nichts, dein' Gnad' ist's gar, Drauf ich getrost von hinnen fahr'. Erlös' mich, HErr, von meiner Pein, Laß meine Seele bei dir sein, Gieb mir ein fröhlich Auferstehn, Laß deine Herrlichkeit mich seh'n! (viktox v. Strauß und Torney.) Hveffende Antworten. Der Mann, der das Gas erfunden hat, hat für die Welt mehr gethan als IEsus von Nazareth. — Natürlich hat jeder das Recht, seine eigene Meinung zu haben, wer die eben ausgesprochene Ansicht vertritt, wird wohl in der Sterbestunde in die Gasanstalt schicken. Ich für meinen Teil würde mir in meiner Todesnot Ioh. jk vorlesen lassen. (N. Ref. K. Ztg.) 2. Man kann doch nicht mehr alles unterschreiben, was in der Bibel steht. — von Unterschreiben ist keine Rede. Die Bibel verlangt, daß wir uns unter sie stellen, nicht über sie: das ist alles. Ich will nicht anders stehen. Das ist ein Standpunkt, für den Ihr jungen Leute viel zu klug und zu stolz seid, will nicht sagen: zu hochmütig. Wenn aber erst einmal ein Bibelwort, d. h. ein Gotteswort, Gewalt über Luch bekommen hat, dann wird's anders werden. (D. Nachbar.) 3. wieviel geben Sie uns, wenn wir uns taufen lassen? — vierzig Streiche weniger einen. Diese Streiche verdient Ihr für die Verunehrung Eurer jüdischen Religion und für Eure Heuchelei, wir Missionare wollen die Juden nicht durch Bestechung zu Christen machen, sondern ihnen das Evangelium des Friedens predigen, wer die von Petrus Apg. 2, 38 ausgestellte Bedingung erfüllt, der erlangt die Gabe des heiligen Geistes. (The J. Herald.) Kleine MWonszeitung. Die Berliner Gesellschaft z. B. d. L. u. d. I. beschäftigt z. Zt. zwei Missionsprediger in Berlin, P. Bieling und P. Gelfert, je einen Missionar in Posen und Stanislau, Löwen und Gottlieb, sowie einen Reiseprediger für die Provinzen Posen und Westprenßen, Herzka. Im Jahre $00 wurden in Berlin 23 Israeliten