Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 12 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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94 Thristen gegeben habe, und daß man an ihm sehen könne, was das Christentum auszurichten vermöge. Als er am 27. März d. 3s. von hinnen schied, erquickte ihn der 5atz, dessen Wahrheit er in seinem Leben reichlich erfahren hatte: „Der HErr ist mein Helfer." Seine Freunde trösteten sich an seinem Sarge mit der Gewißheit, daß er zu seinem HEiland gegangen sei. August Herrmann war einer von den vielen Christen aus Israel, welche für ihre Umgebung ein Segen wurden, nachdem sie durch Thristum den Segen Gottes empfangen hatten. Luther über die Reformation. Wir haben diese predigt nicht neu gemacht, sondern die alte bestätigte Lehre der Apostel wieder hervorgebracht, wie wir auch keine neue Taufe, Sakrament, Vaterunser, Glauben gemacht, ja, nichts Neues in der Thristenheit wissen noch haben wollen, sondern allein ob dem Alten, so Thristus und die Apostel hinter sich gelassen und uns gegeben, streiten und halten. Aber das haben wir gethan, da wir solches alles gefunden durch den Papst mit seiner Menschenlehre verdunkelt, ja, mit dickem Staube und Spinnweben und allerlei Ungeziefers Geschmeiß behängt, dazu in Aoth geworfen und vertreten, haben wir es durch Gottes Gnade wieder hervorgezogen, von solchem Geschmeiß gereinigt, den Staub abgewischt, gefegt und ans Licht gebracht, daß es wieder rein glänzt und jedermann sehen kann, was das Evangelium, Taufe, Sakrament, Schlüssel, Gebet und alles sei, was uns Thristus gegeben hat, und wie man das seliglich brauchen soll. Zu solchem bedarf man keiner neuen Zeichen noch Wunder, weil es am Anfang bestätigt, jetzt aber wieder leuchtet und scheint, daß es ebendieselbige erste Lehre der Apostel ist. Doch ist es nicht ohne des heiligen Geistes Offenbarung wieder hervorgebracht. (Luthers Trostbuch, Leipzig (850, S. ^9 f.) Zum Nachdenken. Die Juden haben nach Christi Himmelfahrt keine Entschuldigung mehr und hilft sie nichts, daß sie ihren Moses und Gottesdienst haben, viel leiden und thun, beten und Gott dienen auf falschen wahn des zukünftigen Messias. Denn es ist ihnen und aller weit öffentlich genug verkündigt, daß er gekommen fei, und dazu ihre eigene Schrift sie dessen überweist, und ihre eigene Erfahrung sie ja sollte lehren, daß sie vergeblich auf einen andern hoffen. Ihre Vorväter haben mit guten Ehren und rechtem Glauben können sein, als des Zukünftigen, warten und auf solche Zukunft beten u»d ihren Gottesdienst des Gesetzes halten, weil noch die Schrift nicht konnte erfüllt fein und keine neue öffentliche predigt in die Welt ausgegangen war. Nun aber sie selbst müssen sagen, daß alle die Zeit, von den Propheten gedeutet und gestimmt, längst aus ist, dazu das Evangelium von demselben Christo, durch die Propheten verheißen, in alle Welt erschollen und derselbe Messias Vorhallen Heiden angenommen ist, und sie doch denselben, so doch ihr Blut und Fleisch, verleugnen und lästern und also Gott in seinem Wort und Erfüllung muß ihr Lügner sein, so werden sie billig mit all ihrem Glauben und Gottesdienst endlich verstoßen, daß sie ewiglich nimmermehr keinen HLiland kriegen, wo sie sich nicht zu diesem bekehren, und alles, was sie beten in eines zukünftigen Christi Namen, verloren, verdammt und eitel Greuel vor Gott ist. (Luther zu Joh. tß,2q.) 2. Ein rechtschaffener Christ hat in dem Innersten seines Herzens, als dem Allerheiligsten, seinen JEsum nebst dem Vater und dem heiligen Geist, welchen er auch im Glauben zu dienen sich besieißigt. Darnach hat er sein Herz den Seinigen,