Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 12 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2554541-2555102-2555114--10198-2566431- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
96 getauft, darunter eine Familie von fünf Personen: eine Mutter und vier erwachsene Rinder. Der deutsche Kaiser unterstützt die Arbeit der Gesellschaft immer noch mit einem Jahresbeitrag von 900 Mk., während er der Londoner Mission die 500 Mk., die sie früher alljährlich be^og, nicht mehr auszahlen läßt. — Der in Gemeinschaft mit Dr. Moody in Budapest wirkende schottische Missionar P. Webster veröffentlichte eine ungarische Ausgabe des Matthäusevangeliums, in welcher die hebräischen 'Namen in „hebräischer Form und unzutreffende Ausdrücke der gewöhnlichen ungarischen Übersetzung berichtigt erschienen. Auch ließ er zwei deutsche Traktate („wer ist ein Jude?" und „Spaziergänge im Berliner Tiergarten") ins Ungarische übertragen. Auf seinen Missionsreisen fand er bei vielen Juden freundliches Entgegenkommen. — In Bukarest veranstaltete P. Adeney zu Pfingsten eine Judenmissionskonferenz. Die Londoner Gesellschaft war durch elf, die norwegische durch fünf Angestellte vertreten. Auch die Br. u. A. Bibelgesellschaft hatte fünf Teilnehmer entsandt. Eröffnet wurde das Zusammensein am 2. Juni nachmittags mit einer gemeinsamen Abendmahlsfeier. Dann fand eine öffentliche Versammlung statt, zu welcher die Juden von Bukarest eingeladen waren und in großer Anzahl erschienen. Die geschlossenen Zusammenkünfte begannen am 3. Juni nachmittags und dauerten drei Tage. Man verhandelte über Missionsmittel, Missionsschulen, Missionsreisen, Proselytenxflege und Schriftenverteilung. Nach der letzten Sitzung wurde ein Ausstug in den pantelimonwald unternommen. Bei einem am 4. Juni im Missions Hause abgehaltenen Missionsfest trug ein baptistischer Sängerchor geistliche Lieder vor. Ein Urteil über die Konferenztage, welche Mitglieder verschiedener evangelischer Bekenntnisgemeinschaften und verschiedener Völker vereinigten, lautet: „Wir haben in diesen Tagen das wehen des Pfingstgeistes verspürt und sind reich gesegnet worden." — Die jüdische Frau in Rotterdam, von welcher in Nr. q (S. 32) die Rede war, empfing später auf dem Krankenbette die hl^ Taufe. Bald darauf ließen sich auch ihr Gatte und ihre vier Kinder in die evangelische Kirche aufnehmen. — Die Britische Gesellschaft f. d. I. ernannte den Prediger und Professor Ravi zu ihrem Missionar in Rom, den Lehrer Kunert zu ihrem Vertreter in Königsberg. — Unter den Juden von Rom sucht, wie die Leser der D. E. wissen, Frau Burtchaell in Verbindung mit der L. J.-M. das Evangelium zu verbreiten. Sir findet jetzt mehr Entgegenkommen als früher. Die jüdischen Teilnehmer ihrer Versammlungen singen gerne christliche Lieder und haben auch nichts einzuwenden, wenn im Namen Christi gebetet wird. Kürzlich verlor die Frau eines Lumpensammlers, eine Mutter von fünf Kindern, infolge einer schweren Krankheit ihre Stimme. Als die Missionarin in Gegenwart von q-o Israeliten den Vorschlag machte: „Wir wollen mit einander Gott anrufen, daß er der Kranken, wenn es sein Wille, die Stimme wiedergeben möge," waren alle hiermit einverstanden, und das Gebet wurde in Christi Namen gesprochen. Line Woche später herrschte unter den Zöglingen der Missionarin große Freude. Die Kranke hatte ihre Stimme wiedererlängt. Frau Burtchaell veranstaltete eine Danksagungsfeier, für welche ein eigenes Lied eingeübt wurde. Sie erzählt von der Geheilten, die jetzt wieder spricht und fingt wie ehedem: „Ich sah nie eine größere Freude in dem Angesichte einer Frau."; Der heutige Synagogengefang wurde, vom Kirchengesang beeinflußt, geht aber mit diesem auf die altgriechische Tonkunst zurück. Als der Schöpfer der neueren Synagogenmusik gilt Salomon Sulzer. Außerdem förderten dieselbe Naumburg, Lewandowsky, . weintraub, Deutsch, Berggrim, Rosenhaupt, Kirschner, Birnbaum. Au gefälliger Beachtung. Mit herzlichem Dank für die aus Anlaß meiner Berufung nach Wien mir dargebrachten Segenswünsche bitte ich, bei weiteren Zusendungen von meinerneuen Adresse Gebrauch zu machen: Wien III., Hainburgerstr. 2\. So Gott will, werde ich die „Dibre.Lmeth" auch ferner herausgeben. Friedenau-Berlin, Ende September $<)(. w. Becker. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße *3. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Jahrespreis: 80 Pf. Druck von ). windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.