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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 12 (1901) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
12 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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93 er während der Hungerszeit vor acht Jahren mit den Christen in einer Hütte gewohnt, mit ihnen gegessen und getrunken, jetzt aber darüber Buße gethan habe; er faste jeden Montag und Donnerstag und sei seit zwei Jahren ein rechter Falascha geworden, deshalb habe er eine große Hoffnung, in den Himmel zu kommen. Wir erklärten ihm aus der Bibel, daß der Mensch durch den Glauben an JEsum Christum, die Wiedergeburt und die heilige Taufe ins Reich Gottes komme, nicht aber durch viele Zeremonieen. Unsere Rede machte aus ihn einen tiefen Eindruck und das Wort Gottes fand Eingang in sein verfinstertes Herz. Er sagte uns, daß er eine solche biblische Erklärung und Ermahnung noch nie gehört habe; er wolle das Gehörte beherzigen. Er erzählte uns auch, daß er vor einem Jahre sehr krank gewesen sei und während der Rrankheit den HErrn gebeten habe, daß er ihn wieder gesund mache; am folgenden Tage sei er ganz gesund geworden. Ich sagte ihm, der HErr habe ihn wieder gesund gemacht, damit er sich recht bekehre und ein Rind Gottes werde. Nachdem er sich einige Tage bei uns verweilt hatte, ging er mit Freuden in sein Haus zurück. Dschenda, den 28. Oktober $00. M. Argawi. August Herrmann war ebenso wie Joseph Hirschberg, von dem wir in der Beilage der D. E. berichten, ein Zögling des Londoner Missionspredigers Di'. Ewald. Er weilte seit seinem $. Jahre in England. Im Alter von 22 Jahren wurde er Christ. Dr. Ewald taufte ihn am 25. März $60. Nachdem er eine Zeitlang im Arbeitshaus der Mission ausgebildet worden war, eröffnete er ein Geschäft. Das letztere dehnte sich immer mehr aus. Aber der sieißige Arbeiter fand Zeit, auch der Rirche zu dienen, der er beigetreten war. In den Gemeinden, denen er angehörte, unterstützte er eifrig die verschiedenen kirchlichen Werke. Biele Jahre lang war er sogar Rirchenvorsteher. Auch sonstige Wohlthätigkeitsbestrebungen förderte er nach Rräften. Zum Beispiel ließ er zwei Rrankenhäusern gerne seine Hilfe angedeihen. Raum verging ein Tag, an dem er nicht die Insassen des einen besuchte und mit seinem Zuspruch erfreute. Besonders aber lag ihm das Werk der Gesellschaft am Herzen, deren Missionar Dr. Ewald war. Sie empfing von ihm manchen schönen Beitrag. Er bekannte sich zu dem Grundsatz: „Wahrhaft glücklich ist, wer andere glücklich macht." Biele gewannen den stets fröhlichen und freundlichen Mann lieb. Namentlich fühlten sich die Rinder von ihm angezogen. Der Geist Christi durchdrang auch fein häusliches Leben. Er hatte sich mit einer Iudenchristin, die wie er selbst von Dr. Ewald getauft worden war, verheiratet. Aus dieser Ehe gingen mehrere Rinder hervor. Nach des Tages Last und Hitze pflegte der Vater abends an den harmlosen Spielen der Rleinen teilzunehmen. Über den Wohlthaten, die er Fremden erwies, vergaß er also nicht die Erfüllung der Pflichten, die ihm als dem Oberhaupt der Familie oblagen. Nach seinem Tode konnte von ihm gesagt werden, daß er ein leuchtendes Beispiel für alle

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