Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 12 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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92 und freundlich über die Landesgrenzen zurückgesandt. Dasselbe Schicksal hatte kürzlich ein norwegischer Missionar. Als dieser von Menilek gefragt wurde, warum er nach Abessinien gekommen sei, antwortete er: „Um die abessinischen Juden zum Christentum zu bekehren." Darauf sagte Menilek: „Meine Juden zu unterrichten, habe ich Herrn Flads Kindern übertragen. Gehe zurück in Dein Land und bekehre erst die Juden in Deinem Lande und in den Ländern, durch welche Du gereist bist, bis Du zu mir kamst!" Der Arme hatte sofort seine Rückreise anzutreten. 7. Der Bischof Abuna Salama gestattete einst dem Missionar Stern und mir nur unter der Bedingung, Iudenmission zu treiben, wenn die proselyten in der abessinischen Kirche getauft würden. Sowohl Abuna Salama als auch König Theodoros sagten zu uns: „Ls wird Luch niemals gelingen, einen Falascha für Lhristum zu gewinnen." Ich hoffe, es kommt noch die Zeit (wenn ich sie auch nicht mehr erlebe), wo wir in Abessinien Religionsfreiheit erhalten. Dann wird sich alles zum Besten wenden. Indessen bin ich dafür dankbar, daß infolge der Arbeit der eingeborenen Missionare, wie unvollkommen sie auch sein mag, der Faden nicht abgerissen wird. Mohrenland wird seine Hände ausstrecken nach Gott, das steht fest. Lbenfo fest steht, was Zeph. 3, (0 geweiffagt wird. Aus Abessinien. Ls ist uns ein Anliegen, alle Leute, die uns besuchen, zur Anhörung des Mortes Gottes zu versammeln. Viele hören andächtig und aufmerksam zu, aber andere sind fleischlich gesinnt und verfinstert und bleiben taub gegen alle unsere Bestrebungen. Auch den in der Umgegend wohnenden Falascha verkündigen wir das Mort Gottes. Ls ist uns kein Gang und keine Lage zu schwer, den Namen ILsu den verlorenen Schafen aus dem Haufe Israel bekannt zu machen. In unserer Umgebung sind einige verstockte Falascha, mit denen wir sehr oft über das fjdl ihrer Seelen reden. Sooft wir zu ihnen gehen und ihnen das Mort Gottes vorlesen, ist ihre Antwort: „Mir wollen in dem Glauben unserer Väter sterben." Sie verachten und verschmähen das Mort Gottes und lieben die Finsternis mehr als das Licht. Dennoch wollen wir hoffen und beten, daß wir noch die Gnade erleben, diese verstockten Falascha dem HLrrn zuzuführen. Aus verschiedenen Gegenden kommen Falascha zu uns, um das Mort zu hören. Kürzlich kam ein Falascha aus Sakalt und erzählte uns, daß er vor 7 Jahren in Mogera die amharische Bibel in einer Hütte gefunden und aus den Propheten den HLiland der Melt kennen gelernt habe. Jetzt war er gekommen, um das Evangelium zu hören. Er bat uns, daß wir es ihm vorlesen möchten. Mir lasen Joh. 3,(6—$; s Joh. 3, (6; Röm. 5, 8 und Matth, ss, 28. Lr freute sich sehr und sagte uns, daß er noch in diesem Jahre die heilige Taufe empfangen werde. Ich sagte ihm aber, daß die Taufe ohne Miedergeburt nichts nütze, und daß er sich recht bekehren solle. Lr ging mit großer Freude wieder in sein Haus zurück. Lin anderer Falascha aus Mondige erzählte uns, daß