Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 12 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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91 IEfus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Ioh. {%, 6). Die obige Ansprache, die zuerst im Hamburger „Zionsfreund" erschien (i960, Nr. 8) mag zugleich als Antwort auf die Fragen mancher Missionsfreunde nach der jetzigen Stellung des Verfassers zum Christentum dienen. _ Ein verlassener Bru-erstamm. Zu dem mit der obigen Überschrift versehenen Leitartikel der Nr. 35 der „A. Z. d. I." von Ms sandte uns der sachkundigste Beurteiler, Herr Missionar Flad in Aornthal, folgende Bemerkungen: s. <£s ist wohl ein Druckfehler, wenn es in dem Artikel heißt, daß die Falascha „Hamiten mit einer Beimischung von Negerblut" seien. <£s sollte heißen: „Semiten". Die Neger sind ja Hamiten. 2. Unrichtig ist die Angabe, daß Aönig Theodor in seinem Heere viele Falascha gehabt habe. Tr hatte keinen einzigen. Solange ich Abessinien kenne, ist nie ein Falascha Soldat gewesen. Ihrer religiösen Gebräuche halber können sie dem Heere nicht angehören. 3. Bei dem Religionsgespräch von (862, zu dem ich von Aönig Theodor mit zwölf getauften Falascha befohlen war, und dem der abessinische Bischof Abuna Salama als Leiter beiwohnte, gebot der Aönig nach zweistündiger Disputation und nachdem die 300 anwesenden Falaschapriester aus dem Alten Testament von der Wahrheit der Lehre, daß IEsus der verheißene Messias ist, überführt worden waren und nichts mehr zu antworten wußten, alle anwesenden Falascha, es mögen 7—800 gewesen sein, sofort im nahen Fluß Aaha zu taufen. Da war es Missionar Flad, der den Aönig bat, solches zu unterlassen, da es unbiblisch sein würde. Ich sagte ihm, Thristi Missionsbefehl laute: „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Areatur!" Bischof Salama unterstützte meine Bitte, und der Aönig änderte seinen Befehl dahin, daß er den versammelten Falascha sagte: „Lernet und lasset euch lehren und sprecht keinen Bannfluch mehr aus über diejenigen, welche zum Thristentum übertreten wollen, sonst bin ich euer Feind." Das, was die „A. Z. d. I." über diesen Vorfall sagt, ist reine Erfindung.,, Ebenso ist es Übertreibung, wenn gesagt wird, daß jährlich (00 Falascha zum Thristentum übertreten. Nur einmal (es war Ende der 70er Jahre) kamen 9^ Taufen vor. 5. Professor Halevy machte schlechte Geschäfte. Die Falascha erkannten ihn, den Reformjuden, garnicht als Juden an. Mehreren von unfern getauften Falaschajünglingen bot er Geldsummen an, wenn sie zum Judentum zurückkehren würden, allein es gelang ihm trotz aller Versprechungen auch nicht mit Einem I 6. Eine Gegenmission haben wir in Abessinien nicht zu fürchten. Aönig Menilek würde auch keine gestatten. Wenn ich recht unterrichtet bin, kam der von der A. Z. d. I. genannte Rappaport nicht nur bis nach Aairo, sondern an den Hof Menileks, wurde aber abgewiesen