Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1901-01-01 · 11 (1901) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
11 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2555102-2555113--10188-2566420
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

87 Aus dem cteöeu. Er war ein armer, geringer Mann, aber er hatte einen reichen Gott und Herrn, der ihm von seiner reichen Gnade einen großen Schatz von Liebe und Opferfreudigkeit ins Herz gab. Darum hatte der arme Mann immer etwas Übrigwenn es galt, wohlzuthun und mitzu teilen. Darum bedurfte er für sich wenig und war glücklich, wenn er anderen helfen und beistehen konnte! Gott schenkte dem armen Mann einen lernbegierigen braven Sohn, der sein Stolz und seine Freude war. Fü^ den arbeitete und sparte und darbte er, daß dem Sohne der Lebensweg möchte geebnet werden. Für seinen lieben Sohn betete er im Kämmerlein und in der Kirche. Des Vaters Gebete umgaben den Sohn wie Mauern in dem versuchungsreichen Leben; des Vaters Hände standen ihm immer offen. So ward aus dem Knaben ein Schüler, aus dem Schüler ein angehender Lehrer und lernender Musiker. „Ach, nur einmal meinen Sohn die Orgel spielen zu hören und zu wissen, daß er mit seinem Spiel die Gemeinde erbaue!" Das war das Ziel der Sehnsucht des alten Vaters. Tage und Wochen hindurch übte der Sohn auf diesen Tag die Choräle und Vorspiele, und der Vater betete: „HLrr, hilf, laß wohl gelingen!" Unten im Kirchlein saß die Gemeinde und merkte an dem unsicheren Anschlag, an dem langsamen Tempo, in dem gespielt und der Gemeindegesang begleitet ward, daß ein Neuling an der Orgel war. wer wollte es ihr verdenken, daß sie seufzete wider den unfertigen Organisten! Oben auf der Empore saß in einem Eckchen versteckt der Vater des jungen Mannes, und seine Seufzer für den Sohn wurden zu Gebeten, die dem Sohne Kraft und Freudigkeit von oben zutrugen. Je inniger der Vater betete, desto fester wurde des Sohnes Spiel, bis daß es ausklang in vollen Harmonieen. Oben endete der Gottesdienst mit Dank gegen den gnädigen Gott, der es dem Aufrichtigen gelingen läßt, und dessen Kraft in dem Schwachen mächtig ist. Unten ging dies und jenes unbefriedigt von dannen, denn es hatte keine liebende Teilnahme für den jungen Anfänger gehabt und vergessen, daß unser aller Singen, Spielen, Beten, Loben und Danken vor Gott oft viel erbärmlicher und stümperhafter ist, als es das Spiel des jungen Anfängers, als es das frohe Dankgebet des opferfreudigen Vaters war. Und doch ist vor Gott oft Kinderstammeln und zitterndes Klagen und Seufzen armer Sünder mehr wert als eine ganze Legion von großen heiligen, die an allen alles vollkommen haben möchten und darüber zu leicht vergessen, daß nur die Liebe das Band der Vollkommenheit ist und daß Gott mit ihrer Unvollkommenheit täglich nach seiner unbegreiflichen Geduld und Langmut handelt. Der junge Anfänger ist längst ein tüchtiger Organist geworden, wenn er am Platze ist, dann lauscht eine andächtige Gemeinde seinem seelenvollen Spiel. (Blätter a. d. Diakonissenhause zu Halle a. S.) Zum Nachdenken. Ein edler, neulich getaufter ungarischer Rabbiner bekannte mir: er habe den Strom des A. T. im Geiste sich teilen sehen an dem köstlichen Lcksteiü von Zion. Der Strom rechts lief mit freudigen Wogen dahin in die Christenheit, das echte Israel Gottes, — der linke Arm versumpfte in den Lachen des Talmuds und erzeugt die giftigen Nebel, von welchen das arme Israel noch heute verdüstert ist. (A. Knapp.) 2. Die Menschen haben eine traurige Neigung, Christum selber aus dem Evangelium wegzulaffeu. Sie könnten ebensowohl das Mehl aus dem Brot weglassen. (L. £3. Sxurgeon.) Ans der jüdischen Presse. Den jüd. Theologen ist das N. T. an und für sich kein versiegeltes Buch, und zudem ist ihm sein wesentlichster Inhalt auch schon aus andern Tuellen, aus unserer Bibel und der talmudischen Litteratur, bekannt. (A. Z. d. I. *900, £>. 57. Diese und andere Behauptungen des die Mission behandelnden Artikels zeigen, wieviel sein Verfasser aus den ihm zugesandten Missionsschriften hätte lernen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.