Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 57 (1901)
- Issue
- 11 (1901)
- Date
- 1901-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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_86 Kirre wunderbare Gebelserhörmrg erlebte der kürzlich verstorbene chinesische Christ Schunmin. Derselbe litt seit seinem 10. Lebensjahr an einer Krankheit, die kein eingeborener Arzt und auch kein Götzenpriester heilen konnte. Einst gab ihm ein Nachbar ein Neues Testament, welches er von einem Missionar gekauft hatte. Schunmin las in diesem Buch mit immer größerer Freude, suchte selber den Missionar auf und wurde ein Anbeter des wahren Gottes. Jetzt wandte er sich mit der Bitte um Heilung an JEsum, und — sie wurde ihm gewährt. Das Gebet befreite ihn von dem Leiden, mit dem er 22 Jahre lang behaftet gewesen war. Nach seiner Genesung ließ er sich in der christlichen Religion weiter unterrichten pnd endlich taufen. Als in der Nähe seiner Heimat die Missionsstation Synpin errichtet wurde, erwies er sich als einen treuen Helfer und Zeugen des Evangeliums. Einmal bekannte er: „Ich bin seit meiner Taufe nie unglücklich gewesen. Fehlte mir etwas, so sagte ich es meinem lieben HErrn, und sofort half er mir." Seinem Leben entsprach sein Ende: wie jenes, so war dieses friedlich und selig. Die evangelische Mission in China hat viele derartige Segensfrüchte aufzuweisen, und bei manchem ihrer Zöglinge hat der Heiland die Verheißung Mark. 11, 24 erfüllt. Zu 1. Wose 9, 20. Nach einer talmudischen Sage gesellte sich der Satan zu Noah, als dieser einen Weinberg pflanzte. „Bist du damit zufrieden," fragte er ihn, „daß wir den Weinberg gemeinsam bepflanzen?" Noah gab seine Zustimmung. Da brachte der Satan vier Tiere herbei: ein Lamm, einen Löwen, ein Schwein und einen Affen hierauf schlachtete er dieselben nach einander über dem Weinstock. Dann wandt er sich an Noah mit den Worten: „Siehe da, die Zeichen der Kraft des Weines. Sanft wie ein Lamm ist der Mensch, der nur Linen Becher trinkt. Folgt ein zweiter Becher, so ist er stark und mutig wie ein Löwe. Ist er aber unmäßig, so wird er dem Schwein ähnlich, das sich im Koth wälzt, oder dem Affen, über den sich die Leute belustigen." Zu Keörcier 2,14 ff. Der französische König Ludwig XI. gab sich die größte Mühe, sein Leben zu verlängern. Die Dienste seines Leibarztes Locterius bezahlte er monatlich mit jo ooo Dukaten. Mft sandte er einen Eilboten an einen für heilig gehaltenen Einsiedler, um diesen aufzufordern, daß er durch seine Fürbitte den König am Leben erhalte. Zahlreiche Klosterfrauen, deren Frömmigkeit gerühmt wurde, ließ er nach Tours kommen, damit sie mit ihren Gebeten die Verlängerung seiner Lebenszeit bewirkten. Als man ihm berichtete, daß diese Jungfrauen sowohl seiner Seele die ewige Seligkeit, als auch seinem Leibe gute Gesundheit wünschten und eifrig erflehten, ließ er ihnen sagen: „Sorget nur für meinen Leib! Man darf Gott und seine heiligen nicht mit vielerlei Bitten überlaufen." An den Papst wandte er sich mit dem Ersuchen, ihm die Rute Aarons, die in Rom sein sollte, als Heilmittel gegen seine Krankheit znzuschicken. Sie konnte ihm ebenso wenig helfen wie das der Sage nach vom Fimmel gesandte Siegeskreuz Karls des Großen, welches Ludwig sich bringen ließ. Auch die heilige Amxulla von Rheims, in welcher sich das Salböl der französischen Könige befand, mußte man ihm holen, weil er durch Berührung derselben neue Kraft zu erlangen hoffte. Als sie anlangte, war er schon gestorben. Ludwigs Todesfurcht war, auch als er noch gesund war, so groß, daß er sogar das Wort „Tod" nicht leiden konnte. Seinen Räten, z. B. dem berühmten Lominäus, gebot er: „wenn Ihr einmal sehet, daß ich sterben muß, so sagt mir nichts vom Tode, sondern ermahnt mich nur zur Beichte und Aussöhnung!" — wie ganz anders sehen wir den Tod an, wenn wir uns an die Wurzel Jeffe halten, wenn wir JEsum, den Todesüberwinder, in Wahrheit kennen gelernt haben!