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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 11 (1901) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
11 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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88 können.) — wer sich vor einem recht schrecklichen Juden entsetzt, mag in ihm ein Zeugnis dafür sehen, was die christliche Nächstenliebe, nachdem sie ein Jahrtausend gewirkt, aus einem alten Volke machen konnte. (S. „39. Ein Wort von Gg. Brandes, welches eine berechtigte Anklage mit maßloser Übertreibung vorbringt.) — Unsere Jugend ist es ja, welche gerade im Judentum wie auf einem steuerlosen Schiffe von Rlixpe zu Klippe geschleudert wird. (S. 67.) — wir sind tief gesunken, und kein Stern leuchtet uns. wann wird sie kommen, die starke Hand, welche uns aus dem Sumpfe hebt, in den uns falsche Freunde noch mehr als grausame Feinde gestoßen? (S. 403.) — wer sich allein auf den Standpunkt des Tierschutzes stellt, der wird unbedingt zugeben muffen, daß das Schächten keine ideale Tötungsart ist, und daß sicher viele Juden in ihrem tierfreundlichen Gewissen sich erleichtert fühlen würden, wenn die vorherige Betäubung gestattet wäre. (S. 269. Vgl. S. 372.) — was die Predigten anlangt, so ist man über deren Inhalt, Form und Tendenz nicht ganz im Klaren. Die einen wünschen Philosophie, den andern gefallen die schönen Worte und verblüffenden Gegensätze, wieder andere ziehen liebliche Midraschim der Philosophie und Politik vor, der liebt Pfeffer, der andere Zuckerwasser. (S. 309.) — wohin, ihr Herrn Vertreter des Judentums, habt ihr dieses gebracht? Line versteinerte, verknöcherte Mumie ist es geworden; das Volk, die Masse steht ihm kalt gegenüber. Man hat das Judentum zu einer Komödie entarten lassen. Unsere Heranwachsende Jugend ist vollständig religionslos. (S. 58O.) — Das Abhalten von Probepredigten macht die Synagoge zu einer Arena, in welcher sich die Athleten ablösen. Es fehlt in manchem Falle nicht viel daran, daß der eine oder der andere fast an den Paragraphen vom unlauter« Wettbewerb streift. So sinkt der erhabene Beruf zur gewöhnlichen Ware einer unwürdigen Konkurrenz herab. (S. 366.) — weil die Wahrheit von dem Menschengeist nicht gefunden ward, so blieb Israel noch lange der Paria unter den Menschenklaffen, der ewig wandernde Jude, ein trauernder Zeuge des geistigen Verfalls, ein trauriges Opfer der sittlichen Zerrüttung der Völker. (S. 434. Nach 3. Mose 26, 33 und 5 Mose 28,25 ist Israels Zerstreuung eine Strafe für Israels Sünden.) — Wie oft haben wir das Judentum „gerettet"! Das Resultat unserer Rettungen war die tiefe Überzeugung, daß Hilfe und Rettung nicht von Menschen, sondern nur von Dem kommen könne, der der Meereswoge gebietet und ihr Brausen stillt. „Du wirst dich wieder unser erbarmen und alle Fehle in des Meeres Tiefen versenken." (S. 444.) Iur Statistik. Bei der letzten Volkszählung lebten in Wien 446926 Juden unter 4674957 Einwohnern, in Galizien 840845 unter 7347033 Einwohnern. Das österreichische Heer zählte am 34. Dezember v. I. 7574 Juden neben 7683 Protestanten, 24304 Griechischkatholischen und 464249 Römischkatholischen. In Budapest waren von 703448 Einwohnern 466498 Juden. Warschau hatte zuletzt unter 744968 Einwohnern 254742 Juden (36 pLt. der Bevölkerung). In der Schweiz wurden 42399, in Irland nur 3769 Juden gezählt. —. In Berlin traten im Jahre 4900 460 Juden zur evangelischen Landeskirche über, während 46 Glieder der letzteren Juden wurden. Hin alter jüdischer Spruch. An drei Dingen erkennt man den Menschen: an seinem Geldbeutel, seinem Glase und seinem Zorne, also an der Art, wie er Geld ausgiebt, wie er trinkt und wie er seinen Unmut ausläßt. Herausgeber: Prediger w. Becker, Friedenau-Berlin, Hauffstraße 43. Verlag: Goßnersche Missionsbuchhandlung, Friedenau-Berlin. Jahrespreis: 80 Pf. Druck von ). windolff, Berlin S.W., Lharlottenstraße 88.

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