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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 11 (1901) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
11 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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84 Rotterdam seine Geschichte etwa folgendermaßen erzählte: „Ich wohnte früher in einem Dorfe bei Lublin. Einst hörte ich bei einem Aufenthalt in dieser Stadt die wunderbare Neuigkeit, daß der Messias gekommen sei. Einige Fremde (Missionare) hatten diese Nachricht verbreitet. Ich suchte sie auf und hörte sie predigen. Nach der predigt erhielt ich ein hebräisches N. T. Voll Freude über das Gehörte und über den Besitz des Buches, aus welchem ich mich über den Messias genau unterrichten wollte, kehrte ich nach Haufe zurück. Ich zeigte meinem Schwiegervater, bei dem ich wohnte, den mitgebrachten Schatz. Aber er betrachtete das N. T. als etwas Unreines und beschwerte sich darüber, daß ich es ihm ins Haus gebracht hatte. Als feine Rlagen und Verleumdungen nichts halfen und ich seinem Befehl, das Buch zu beseitigen, nicht gehorchte, wurde ich von dem fanatischen Mann und seinen Söhnen dermaßen geschlagen, daß ich wochenlang mein Lager nicht verlassen konnte." Als dem Erzähler, der über Rotterdam auswanderte, auf seine Bitte von dem Missionar ein Neues Testament eingehändigt wurde, rief er: „Das ist das Buch, um deffentwillen ich so grausam geschlagen wurde. Gott sei Dank, daß ich jetzt frei bin! Ich werde von dem Vorrecht, das Buch zu lesen, guten Gebrauch machen." Ein Marokkaner wollte zuerst das N. T. als ein christliches Buch nicht lesen, nahm es aber dann aus Neugierde doch zur Hand, wobei er sich unter feine Feigenbäume in die Einsamkeit zurückzog. „A)ie erstaunt war ich," sagte er später, „als ich fand, daß dies liebe kleine Buch nur von der Sünde und dem ewigen Leben redet! Dieser Jesus muß der Messias fein, denn seine Morte sind noch gewichtiger als die der Propheten." Ein anderer Marokkaner sagte: „Wenn meine Glaubensgenossen das N. T. lesen wollten, dann würde es keine Ungerechtigkeit mehr geben. 5ie würden Gott kennen und lieben, wie man ihn kennen und lieben muß." Ein dritter erklärte: „Ich habe das N. T. wieder und wieder gelesen und bin davon überzeugt, daß der Messias, der Sohn Davids, schon gekommen ist, und daß die Ehristen die Wahrheit lehren. Uns allen thut cs not, daß wir die Wahrheit erkennen." Ein vierter, dem einige Stellen des N. T. vorgelesen wurden, bat um Bezeichnung derselben, damit er sie sich von seinem Sohne vorlesen lassen könne. „Die Worte, die ich soeben gehört habe, sind so schön," sagte er. Es ist eine bedauerliche Thatsache, daß die Menschenfurcht manchem christgläubigen Israeliten den Mund schließt. Aber viele Gläubige trotzen allen Verfolgungen. Der Bericht erzählt von mancherlei Bedrängungen, welchen die Missionszöglinge ausgesetzt waren. Von Israeliten wurde ein Mann in Mogador heftig verfolgt, weil er seiner christlichen Überzeugung vor allen seinen Bekannten Ausdruck verlieh. Ein Getaufter in Tunis, dessen Gattin nicht übergetreten ist, wurde von dieser verlassen, als er seinen Sohn nicht der Beschneidung unterwerfen wollte. Doch erweichte Gott, den die Mitglieder der Mission anriefen, das Herz der Jüdin. Sie kehrte mit den Rindern zu ihrem Manne zurück, und gab ihre Zustimmung dazu, daß dieselben christlich erzogen werden, hoffentlich wird sie

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