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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 11 (1901) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
11 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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83 Lemberger redete mit Begeisterung von deu christlichen Missionaren, die gerne alles für ihren HLiland erdulden, selbst den Tod. „Wir Juden," bemerkte er, „kennen solche edlen Gefühle nicht. Wir haben überhaupt keine Missionare: ein schlechtes Zeichen für unfern jetzigen religiösen Zustand. Lin Marokkaner sagte zu einem Missionar: „Ich bete für Sie und wünsche Ihnen alles Gute, denn Sie thun ein gutes Werk, indem Sie unser armes Volk von der rabbinischen Sklaverei befreien. Fahren Sie damit fort! Gott und sein Messias werden Ihnen helfen und Sie segnen. Besonders bedeutsam ist der Einfluß, den die Missionsärzte ausüben. Als der in Safed angestellte infolge von Überanstrengung schwer erkrankte, wurde fast in allen dortigen Synagogen für ihn gebetet. Derselbe Arzt erlebte es, daß der hauptgegner der Mission sein Freund wurde, nachdem er die Frau dieses Juden erfolgreich operiert hatte. Er erhielt von dem Gatten der Geheilten einen ungeheuer großen Auchen und eine Flasche alten Weins: das gewöhnliche Dankopfer der Juden. Auch Frauen thun in der Mission gute Dienste. Die in Hamburg wirkende Missionarin schreibt: „Wenn ich einen jüdischen Namen bemerke, ziehe ich die Alingel und gebe meine Aarte ab. Dann erscheint die überrascht aussehende Hausfrau und fragt nach dem Zweck meines Besuchs. Ich finde, der beste plan ist der, ohne Zögern anzugeben, weshalb ich komme, eine direkte Heilsbotschaft zu überbringen, wobei ich so viel als möglich Gottes Wort gebrauche. Einige hören aus Neugierde zu, andere entlassen mich. Das letztere geschieht in den meisten Fällen höflich, doch hatte ich auch schon unangenehme Erfahrungen." Wie das gedruckte Wort die Kerzen ergreifen kann, zeigen viele Beispiele. Lin junger Galizier las das hebräische Matthäusevangelium. Lin anderer meinte ihn vor diesem Buch warnen zu sollen. Da las der erstere dem zweiten den Anfang der Bergpredigt vor. Diese Worte ILsu machten nun auf den Warner einen so tiefen Eindruck, daß er selber um das Buch bat. Line Ungarin, die von der oben erwähnten Missionarin in Hamburg ins N. T. eingeführt wurde, sagte einmal zu ihrer Lehrerin: „Bei der wunderbaren Geburt und dem liebethätigen Leben Lhristi dachte ich: Das alles ist schön, aber wie kann er mir jetzt helfen? Als wir aber weiter lasen, daß er für meine Sünden gestorben und daß er wieder auferstanden ist und jetzt lebt, erkannte ich, daß er mir jetzt helfen kann." häusliche Pflichten und Arankheit hielten die Frau bisher vom förmlichen Übertritt zurück. Lin Amsterdamer gestand seinen Glaubensgenossen ehrlich, er habe früher die getauften Juden gehaßt, verstehe und würdige aber ihre Beweggründe, seitdem er das N. T. gelesen habe. Lin Aumänier, der jetzt den HLiland liebt, wurde durch ein N. T., welches ihm in die Hände siel, und in dem er gelegentlich las, angeregt. Zu tieferer Erkenntnis aber gelangte er erst im Hause eines deutschen Lhristen, des Leiters einer großen Fabrik, dessen zwei Söhne er unterrichtete. Nunmehr las er das N. T. eifriger als zuvor. Das christliche Leben, welches er gesehen hatte, hatte ihn an das Evangelium erinnert. Lin Märtyrer des N. T. konnte der Pole genannt werden, der einem Missionar in

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