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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 10 (1901) · page 4

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Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
10 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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76 ganz Israel durch den einen Achan ins Verderben gestürzt wurde. Wie manchen hat die Heilsvergessenheit für immer des Heils beraubt! „Für dich giebt es keine Rettung", raunt der Satan seinem Opfer zu. Er treibt den Unglücklichen vor die zermalmenden Wagenräder, ans Ufer des tiefen, dunkeln Wassers, er drückt ihm das Giftfläschchen oder den Strick oder den Revolver in die Hand und gebietet ihm: „Nimm dir das Leben, nachdem das Leben dir so viel genommen hat!" In Wirklichkeit ist es die Sünde, die uns elend macht; nicht das Leben an sich, sondern das Leben ohne Heil (Luk. (5, (5). Freund, welche Stellung zum Heil nimmst du ein? Es giebt ein Heil in dieser Welt des Unheils, und seine Kraft reicht bis in die Ewigkeit. „Christi Tod vermag mehr zum Guten als unsere Sünden zum Bösen", predigte Bernhard von Clairvaux. Des Heils bedürfen wir alle und bedürfen wir täglich aufs neue. O, daß wir auch des Heils gewiß würden und, wenn dies einmal der Fall gewesen ist, des Heils nie wieder vergäßen! Jur Erklärung von Daniel 9. von Dberamtsrichter F. Seebaß in Helmstedt. Das obige Kapitel enthält eine großartige und doch oft wenig beachtete Weissagung. In demuts- und vertrauensvollem Gebet hat Daniel vor Gott seine und seines Volkes Israel Sünde bekannt und um Errettung Jerusalems und seines ganzen Volks aus der gegenwärtigen Schmach gebeten. Der Prophet hat sein Gebet noch nicht beendet, als der Engel Gabriel als Abgesandter Gottes zu ihm tritt und ihm offenbart, daß 70 Wochen über sein Volk und seine heilige Stadt bestimmt seien, und daß dann die Erlösung des Menschengeschlechts sich vollziehen werde. Es fragt sich, was unter den 70 Wochen zu verstehen sei, und wann dieselben ihren Anfang nehmen.*) Ueber die letztere Frage erteilt deutliche Auskunft Dan. 9,25, wo der Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems als entscheidender Zeitpunkt hingestellt ist. Die Genehmigung zum Wiederaufbau Jerusalems erfolgte erst im Jahre <(57 durch den Perferfönig Artaxerxes. Unter den 70 Wochen aber sind 70 Siebenheiten von Jahren, d. h. Iahrwochen (eine Iahrwoche — 7 Jahren), zu verstehen. Man wird somit auf einen Zeitraum von <(90 Jahren geführt. Dem Obigen nach erstrecken sich dieselben von <(57 v. Ehr. bis 55 n. Ehr. Nach Dan. 9, 27 soll mitten in der letzten Iahrwoche das Opfer und Speisopfer aufhören (durch den Opfertod des Messias). Darnach müßte der Tod JEsu im Jahre 50, frühestens im Jahre 29 n. Ehr. geschehen sein. Dies Ergebnis mag manchem zunächst auffallend und unrichtig erscheinen, da ja nach Luk. 5, 25 JEsus, als er „anfing", ungefähr 50 Jahre alt war. Allein hierbei ist zu bedenken, daß der HErr im Jahre <( v. Ehr. geboren ist, und zwar, wie Becker annimmt, im Frühjahr *) Zum Folgenden vergleiche man Beckers „heilige Wahrheiten" (S. 28 f.) und „Anmerkungen zu ausgewählten Stellen des Neuen Testaments" (S. s u. 2g).

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