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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 10 (1901) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
10 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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75 kann Heilsbedürftigs in Heilsgewisse verwandeln. — Bei dem Erretter der kleinen Stadt erinnert sich der Ehrist des armen Weisen von Nazareth, der durch seine Weisheit eine ganze Welt erretten konnte. In diesem Weisen offenbarte sich die Weisheit des allein weisen Gottes (Luk. ((, V, Röm. (6,27). JEsus enthüllte die Tiefen der göttlichen Gedanken. Deshalb kam auch in seinem Wirken der Heilsrat des Ewigen zum Ausdruck. Als Prophet der Wahrheit, als Priester der Gerechtigkeit, als König des Friedens erfand er eine ewige Erlösung. Er baute eine bergende Arche wie Noah. Er bereitete ein erquickendes Wahl in öder Wüste wie Mose. Er ließ Feuer vom Himmel fallen wie Elia, nur mit dem Unterschied, daß sein Feuer nicht tötete, sondern zu wahrem Leben befähigte. Er errichtete die Kirche als die Akademie der Weisheit, deren Mitglieder es jauchzend bekennen, daß sie erlöst, erworben und gewonnen sind von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels. Wer seiner Kirche in Wahrheit angehört, darf jederzeit die Segnungen genießen, welche der arme Weise von Nazareth der Sünderwelt gebracht hat. Der Befreite, der die heilbringende Kraft des Geistes JEsu an sich selbst verspürt, kann es dann nicht lassen, seine Mitmenschen mit ihr bekannt zu machen. Er mahnt mit Max von Schenkendorf: „Wie sich alle Blumen wenden zu dem hellen Sonnenlicht, nehm' aus den durchbohrten Händen jeder an, was ihm gebricht I" So lernen immer mehr Menschen Den preisen, der für alle geblutet und dadurch die alten, blutigen Opfer überflüssig gemacht hat. Immer lauter schallt das Danklied der Gläubigen: „Wir haben einen ewigen Trost und eine gute Hoffnung durch Gnade" (2. Theff. 2, (6). Noch einmal versetzen wir uns im Geist in die Stadt, von welcher pred. 9 die Rede ist. Wir durchwandern ihre engen Straßen. In einer derselben steht ein Haus, in welchem ein Mann wohnt, der sich um die Stadt hoch verdient gemacht hat: der Weise, der sie in der Kriegszeit errettete. Aber niemand fragt mehr nach dem Befreier, niemand sorgt für ihn. Wohl spricht man noch von der herrlichen Wendung der Dinge, die sich in jener Zeit plötzlich vollzog. Aber dessen, der die Wendung herbeiführte, hat man vergessen. Daß eine solche Handlungsweise möglich ist, lehrt auch die Geschichte des Themistokles, des Siegers von Salamis. — JEsu, dem größten Befreier, erging es nicht anders. Als er fein Rettungswerk vollbracht hatte, wuchs zunächst allerorten die Zahl der Heilsgewissen. Myriaden aus Israel (Apg. 2(,20) und noch größere Scharen aus der Heidenwelt sammelten sich um den Gekreuzigten und Auferstandenen. Aber allmählich gerieten JEsus und sein vollkommenes Heil in Vergessenheit. Es kam die Irrlehre auf, daß der Mensch durch Gesetzesgehorsam selber seine Erlösung erringen könne und müsse. Zwar brachten die Reformatoren des (6. Jahrhunderts den vergessenen HEiland wieder zu Ehren. Und doch thut es auch den Angehörigen der evangelischen Kirche immer wieder not, daß sie an die, durch JEsum einfürallemal vollbrachte, in bußfertigem Glauben anzueigende Erlösungsthat erinnert werden. Oft lassen sich viele durch einzelne verwirren, wie

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