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Dibre Emeth · 1901-01-01 · 9 (1901) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
57 (1901)
Issue
9 (1901)
Date
1901-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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68 den See, wie 300 meiner Amtsgenossen thaten und gehe als Märtyrer in die Ewigkeit." Wir erwiderten: „Gott sagt im Gesetz: Du sollst nicht töten, hierin ist auch der Selbstmord einbegriffen. Glaube ja nicht, daß Gott Wohlgefallen am Selbstmord hat! Draußen vor der Stadt Gottes, dem himmlischen Jerusalem, sind die Mörder." Die Falascha sagten: „In unsere Wohnungen dürfen wir Euch nicht aufnehmen, aber in unserm Viehstall dürft ihr übernachten." Sie gaben uns Brot und Pfeffersuppe. Die Kühe und Ochsen waren unsere Nachbarn und Freunde während der Nacht, aber wir litten in dieser Hochlandsprovinz sehr von der Kälte. Am Morgen setzten wir unsere Reise fort. Wir gingen lange irre, bis uns ein Mann den Weg zeigte. Mittags rasteten wir an einem Fluß und abends erreichten wir das Dorf Daber. Es war nur eine Falaschafrau sichtbar, die uns sagte, die Männer seien abwesend. Wir fanden in der Nähe etliche proselyten, die uns mit Freuden aufnahmen und beherbergten. Wir verbrachten Len Abend und den folgenden Tag damit, daß wir ihnen das Wort Gottes vorlasen und ihnen erzählten, was Gott an uns gethan und wie er uns von der Finsternis des Judentums zum Hellen Licht des Evangeliums und zu IEsu, dem Trost aller Sünder, gebracht hat. Diese proselyten waren Flüchtlinge aus Dembea, die zur Zeit des Einfalles der Derwische hierher gekommen waren. Sie versprachen nach Dembea zurückzukehren. Sie hatten bereits von unserer Ansiedelung in Asseso und Djenda gehört. Von hier traten wir unsere Heimreise an. Wir hatten an vielen Orten Gelegenheit, eingeborenen Ehristen und Falascha zu sagen: „Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab." Ioh. 3, s6. In einem Dorfe that uns besonders ein alter christlicher Priester wohl. Er nahm uns in fein Haus auf, beherbergte uns und ließ sich unsere Bekehrungsgeschichte erzählen. Auch mußten wir ihm alle messianischen Stellen im A. T. zeigen. Nur etliche derselben waren ihm bekannt. Am Morgen, als wir weiter reisten, erteilte er uns den Segen und wünschte uns viel Erfolg. Er sagte: „Was wir, die abessinischen christlichen Priester, bisher versäumt haben, das thut Ihr, indem Ihr den Falascha und Kamanten das Evangelium verkündigt." In Affeso angelangt, dankten wir Gott mit den Unseligen und den proselyten für seine Bewahrung und das Zeugnis, das wir hatten abgelegen dürfen, hier und in allen umliegenden Ortschaften besuchten wir die Falascha und predigten ihnen, daß sie sich zu IEsu bekehren müssen, wenn sie selig werden wollen. Wir sind erfreut über die vielen Gelegenheiten, die wir haben, und die vielen offenen Herzen, die Gottes Wort gerne hören. Manche unter den Leuten sind nicht fern vom Reiche Gottes. Eine Falaschafrau kam zu uns, bekannte ihren Glauben an den dreieinigen Gott und sagte: „Ich möchte gerne Ehristin werden, aber mein Mann will es nicht. Kommt und unterrichtet meinen Mann, damit wir uns miteinander taufen lassen können." Ich ging in ihr Dorf und nahm einige von unfern proselyten mit. Die Frau freute sich über unser Kommen. Zwei Tage verbrachten wir in dem Dorfe mit dem Lesen und Erklären der messianischen Stellen. Die Weissagungen führten

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